Frühnebel

Gestern in der Früh bin ich als allererstes zum Fenster getapert, habe die Vorhänge zur Seite gerissen und konnte draußen nur eine dichte Nebelsuppe erkennen, genau dort wo vorgestern noch verschneite Alpengipfel und tiefblauer Himmel zu sehen war. Naja, wir hatten ja schon so schöne Tage, egal. Erst mal hatten wir sowieso wieder unser Personal Training, denn auch gestern hat sich außer uns niemand für die Morgengymnastik angemeldet. 

Da die Wetterapp vollkommen unbeeindruckt einen sonnigen Tag prognostiziert hat, sind wir dann doch plangemäß in Richtung Ötztal gefahren. Dort angekommen riss auf einmal der komplette Himmel auf, innerhalb von Minuten zeigte sich die Sonne und offenbarte die komplette Schönheit der Bergwelt. Wir haben uns so gefreut. Mit der Gondel ging es dann direkt rauf auf 2200 Meter mitten ins Skigebiet.
Seit ich vor neun Jahren mit dem Hubschrauber vom Berg gebracht wurde, habe ich zum Thema Skifahren ein eher ambivalentes Verhältnis. Aber wenn man dann an so einem traumhaften Tag die Leute durch den pudrig weißen Glitzerschnee sausen sieht, dann bekommt man schon wieder ein bisschen Lust, es auch mal wieder selbst zu versuchen. Momentan hätte ich noch viel zu viel Angst, aber vielleicht einen idiotenhügel im nächsten Jahr? Wer weiß.
Leider kann ich dazu heute gar kein Bildmaterial liefern. Aus irgendwelchen Gründen hat es mir die komplette Speicherkarte gelöscht. Daher nur zwei kleine Smartphone Bilder, die ich direkt aus dem Auto geschossen habe, kurz nachdem die Sonne sich durch die Wolkendecke gezwängt hat. 

Innsbruck

Gestern sind wir mit dem Bus nach Innsbruck gefahren. In einer Dreiviertelstunde konnten wir im Rahmen unserer Gästekarte somit kostenlos die Stadt am Inn erreichen. Wie man an den Fotos unschwer erkennen kann, war uns das Wetter auch gestern wieder wohlgesonnen. Ein traumhafter Tag. Ich weiß, ich wiederhole mich ;-) Innsbruck hat einen sehr schönen Altstadtkern, der heute ganz in der Hand der Narren war. Zu meinem allergrößten Leidwesen hatten alle Geschäfte ab 13.00 Uhr geschlossen. Das fand Kai jetzt weniger schlimm ;-) 

Gegen halb fünf waren wir wieder im Hotel und könnten ohne Zeitdruck unser Wellnessprogramm absolvieren, gefolgt von einem fotodokumentarisch festgehaltenen sehr leckeren Mehrgangmenü. 
Klingt jetzt vielleicht ein bisschen esoterisch, aber ich habe hier die ganze Zeit schon dieses wohlige Gefühl, bei mir zu sein :-) Schee is! 

hee is! 

Sissi & Franz

Ein traumhaft schöner Tag war das gestern. Der Himmel so blau wie ein Himmel nur sein kann. Zunächst die Stunde Rückenfitness am Morgen, da wir die einzigen waren (wen wundert es ;-) bekamen wir quasi ein Personal Training. Das war wirklich toll und die Dame zeigte viele Übungen, die meinen verloren gegangenen Gleichgewichtssinn wieder herstellen und Kais spröden Körper wieder etwas dehnbarer machen sollen. Toll war das. 
Später waren wir dann ein bisschen laufen, wie es sich anschliessend herausstellte, haben wir uns auf dem Seniorenwanderweg bewegt. Naja. Immer 5-6 Kilometer waren es und die haben bei dem Traumwetter wirklich Freude gemacht. Meine Kondition ist praktisch nicht mehr vorhanden und daran werde ich noch einiges tun müssen. Dem Kaiserschmarren konnte ich allerdings beim allerbesten Willen nicht widerstehen, ich hoffe ich stoße beim Anblick des Fotos auf allgemeine Zustimmung ;-) 
Während Kai dann am Abend den Spa Bereich ausgiebig genutzt hat, habe ich mir eine Rückenmassage gegönnt. Das war hervorragend.
Später dann das seeeehr leckere Essen und einen Absacker an der Hotelbar. 
Als dann aber die Alleinunterhalterin in der Hotelhalle zum fröhlichen Rosenmontagskaraoke aufgerufen hat … zeigte ich die senkrechte Handfläche mit den Worten: Ich bin raus! 

Designtechnisch nichts für schwache Nerven ;-)

Rosenmontagsflucht

Endlich sind wir wieder unterwegs. Wurde ja auch langsam Zeit. Aber wir liegen gut im Plan, der lautet nämlich jeden Monat eine kleine oder große Reise :-) Ein Sabbatical auf Raten sozusagen. 

Dieses Mal sind wir in Mieming in Tirol gelandet, genauer gesagt im Hotel Kaysers. Ziemlich groß und idyllisch gelegen befindet sich das Interieur irgendwo zwischen den Semmelings und Dirty Dancing ;-)
Die Anreise gestern war unkompliziert. Lediglich kurz vor dem Fernpass hat es sich etwas gestaut. Das Wetter ist ausgezeichnet. Strahlendblauer Himmel … Leider kaum Schnee, denn die Temperaturen sind schon leicht frühlingshaft. Wir haben Halbpension und bekamen gestern Abend unser erstes 5-Gang-Menü serviert. Jeden Morgen Frühstücksbüffet und nachmittags Kuchen- und Jausenbuffet!!! Auweia. Wie soll ich da nur meinen Plan weiter verfolgen. Wir werden sehen. Bis jetzt scheint es gut zu funktionieren. Heute Morgen gab es Obst und Joghurt. Ob ich es allerdings schaffe, den Mehlspeisen immer auszuweichen? Die sind nämlich mein wunder Punkt, Meine ernährungstechnische Achillesferse … nun ja. Dies ist ja ein Aktiv- und Wellnesshotel, und jetzt gleich um 10 haben wir uns für eine Stunde Rückenfitness angemeldet. Tschakka! 
Psychedelisches Interieur
Unsere Aussicht vom Balkon 

Aufgebot

Was am Fliegen natürlich immer wieder faszinierend ist, ist die Tatsache, daß man binnen kürzester Zeit von 1001 Nacht in die Realität katapultiert wird. Einfach so. Als wär nie was gewesen. Eben noch beim Tajine in einer der belebten Gassen Marrakeschs gesessen, kurze Zeit später schon wieder auf dem langen Gang des Frankfurter Standesamts. Stark übermüdet und mit leicht verquollenem Gesicht, hatten wir heute Morgen bereits um 8.00 Uhr den hochoffiziellen Termin zur Anmeldung zur Eheschließung. Huiuiui :-)
 
Jetzt ist es also aktenkundig. Sowohl unsere geplante Eheschließung, als auch die Absicht, meinen „einzigartigen“ Geburtsnamen aufzugeben, zugunsten eines wunderschön melodisch klingenden italienischen Nachnamens. Heute haben ich diese Kombination das erste Mal auf einem Dokument live gesehen. Das war schon ein komisches Gefühl. Wenn man so lange einen Sammelbegriff als Namen hat, dann wird es sicher eine Umstellung, wenn man demnächst beim Arzt, beim Friseur oder sonstwo nicht noch zusätzlich seinen Vornamen (bzw. oft reicht das auch nicht aus zur Klarstellung) auch noch sein Geburtsdatum angeben muß. Das fatalste was mir mal mit diesem Namen passiert ist, mir wurde im Studium eine Prüfung aberkannt, die ich angeblich nicht bestanden hätte. Was kann ich dafür, wenn meine Namensvetterin zu blöd war ;-) Naja, es ließ sich aufklären.
 
Ulkig war auch, daß heute morgen herauskam, daß Kai einen nicht genehmigten Namen im Personalausweis führt. Der Bindestrich, der sich über die Jahre heimlich eingeschlichen hat, ist nämlich nicht urkundlich vermerkt. Naja, lieber den Personalausweis neu beantragen, als eine offizielle Namensänderung.
 
 
Ansonsten bleibt mir nur noch eine kurze Nachlese zu Marrakesch. Es war einfach ein wunderschönes, kurzweiliges verlängertes Wochenende. In Bezug auf das, was ich städtetechnisch bisher erlebt habe, ist Marrakesch auf jeden Fall einzigartig. Die Welt scheint so eine andere, zumindest im alten Teil der Stadt, der Medina. Die Mentalität der Marokkaner bleibt allerdings noch unbekannt, denn die touristenfangenden Männer, welche etwa alle 2 Meter lauernd auf Geschäfte hoffen, sind sicher nicht repräsentativ. Uns fehlt noch die Wüste und das marokkanische Meer.
Fazit: Da müssen wir auf jeden Fall noch mal hin.
 
Jetzt freuen wir uns bereits auf unsere nächste Reise, welche schon in 2 1/2 Wochen beginnt. Mal schauen, wo es dieses Mal hingeht :-)

Besslama Marakesh

Jetzt sitzen wir schon wieder am Flughafen und vertreiben uns die Zeit. Alles schon wieder vorbei.  Schade. Schön wars. Heute haben wir uns einfach noch ein bisschen treiben lassen, das Gepäck noch ein bisschen mit Datteln und frischer Minze bestückt. 
Hier nur in loser Folge die Eindrücke des letzten Tages. 

Orientalische Nacht

Der Hamam hat ja in den orientalischen Gefilden eine große Tradition. So auch in Marokko. Die Anzahl einschlägiger Etablissements ist schier unüberschaubar. So haben wir uns einfach auf die Empfehlung unseres Riadbesitzers verlassen und uns dann gegen 6 Uhr abends tief verwinkelt durch die dunkelsten Gassen der Medina führen lassen. 
Im Gebäude selbst ging es dann ebenso verwinkelt weiter, über diverse Treppen, hoch, runter … alles dunkel in weinrot gehalten erinnerte das ganze doch sehr stark an einen Puff. 
Zu Beginn der Prozedur durften wir uns in einem kleinen plüschigen Nebenraum komplett entkleiden. Wir bekamen jeder ein kleines Päckchen, für untenrum ;-) 
Während Kai sich in großräumige Boxershorts hüllen dürfte, bekam ich ein winziges stoffstreifchen … an einem dünnen Band, das nur mit sehr viel guten Willen als Damenslip erkennbar war. Ich musste lachen. Falsche Schamgefühle sind hier definitiv nicht hilfreich. Gerne hätten wir natürlich auch entsprechendes Bildmaterial geliefert, aber wir wollen ja niemanden überstrapazieren ;-)
Im Anschluss würden wir in einen vollgefliesten Raum geführt, wo wir in tiefen Dampf gehüllt die eigentliche Behandlung genießen durften. Paarweise versteht sich. Normalerweise sind Hamams nämlich nach Geschlechtern getrennt. Wir bekamen beide eine ordentliche Abreibung mit diversen Pasten und Seifen, anschließen würden wir mit festem Griff von oben bis unten mit einem reibeisenähnlichen Handschuh abgeschabt. Autschn, autschn. Nach kurzer relax und trocknungszeit bekamen wir noch eine Massage mit Arganöl. Drei Stunden waren wir insgesamt dort und hatten danach eine Haut … also ein Kinderpopo ist ein faltiges Schmirgelpapier dagegen ;-) 
Mit ordentlich Hunger im Bauch sind wir abschließend dann noch mal zum großen Platz gegangen, um uns an einer der zahlreichen Garküchen mit allerlei marrokanischen Köstlichkeiten vollstopfen. Die Atmosphäre dort ist einfach einmalig. 

Frisch Gepresst

Gestern Abend haben wir es sehr gemächlich ausklingen lassen. Nach einem leckeren Cous Cous mit viel Gemüse haben wir eine ganze Weile das bunte Treiben auf dem zentralen Dejaam El Fna beobachtet. Dieser Platz ist wirklich unglaublich. Normalerweise werden Plätze eher durch die darum liegenden Gebäude definiert. Aber dort machen die Menschen den Platz. Es ist ein derartiges Gewusel und alles scheint strengen Ritualen zu folgen. Tagsüber gibt es die Gaukler und Affendressierer und Abends werden dann die dampfenden Garküchen aufgebaut. Man möchte am liebsten überall probieren, und wenn ich nicht gerade ein strenges Ernährungsprogramm durchziehen würde ;-) … würde ich das auch tun. Alleine die Patisserie ist jede Sünde wert … aber zum Glück bietet die marrokanische Küche auch sehr viel Gemüse und leckere Tajine Gerichte. Vom vielen Pfefferminztee habe ich bestimmt schon ein Minzbäuchlein bekommen und atme ätherische Öle aus. 
Heute Morgen durften wir dann wieder frisch gepressten Orangensaft und selbstgemachten Joghurt mit Rosenwasser genießen. 
Unser heutiges Programme sah den Besuch eines weit vor den Toren der Medina gelegenen Industrieviertels vor. Dort sollen sich viele Kreative niedergelassen haben. Mit dem Stadtbus sind wir hingefahren und haben so allerhand Schnickschnack erworben. Besonders nett fand ich es in dem Keramikladen, wo die jungen Besitzer uns ganz stolz erzählt haben, dass sie demnächst auf der Ambiente Messe in Frankfurt vertreten sind. Sie haben uns sogar Eintrittskarten geschenkt. Witzig. 
Um meinen Fuß immer wieder zu beruhigen sind viele Päuschen notwendig. Ansonsten hält er ganz gut mit. Das Wetter meint es auch mehr als gut mit uns. Die nordafrikanische Frühlingssonne brennt ganz ordentlich. Abends und nachts ist es aber noch recht kühl. 
Heute Abend haben wir uns vom Hotel aus einen Termin in einem Hamam machen lassen. Der Reiseführer rät an, seine Schwellenangst beiseite zu lassen und das ganze zu genießen. Ich bin sehr gespannt. 

Geordnetes Chaos

Nach einem ausgiebigen Frühstück im wunderschönen Innenhof unseres Riads sind wir tief eingetaucht in die bunte Welt der Souks. Sich darin zu verlieren scheint in Marrakesh einfach dazuzugehören. Die Gänge und Wege sind derart verwinkelt, dass sich nur einheimische darin auskennen können. Es lebe das Smartphone mit gps und einem offline Stadtplan. Gut so, sonst bestünde nämlich wieder die Gefahr, dass wir wie gestern Abend in die Fänge der marokkanischen selbsternannten  Touristenführer gelangen. 
Unsere kleine Wanderung begann auf dem weltberühmten Dejaam El Fnar, vorbei an Orangensaftständen und Schlangenbeschwörern. Es gibt dort auch Affen!!! Als Kai sagte, dass die einfach so auf einen zukommen, um einem die kleinen haarigen Biester auf die Schulter zu setzen, standen mit für einen Moment alle Nackenhaare zu Berge. 
In den Souks stellt man sich die Frage, wer das alles kaufen soll. Einen Blick zu lange auf einem Gegenstand haftend, haben sie einen auch schon am Wickel. Aber nach noch nicht mal 24 Stunden sind wir bereits abgestumpft. Die Ignorier-Taktik, die wir heute Morgen vom einheimischen Besitzer unserer Unterkunft angeraten bekamen scheint zwar unhöflich, funktioniert aber sehr gut. 
Jetzt sitzen wir gerade entspannt im Schatten des ruhigen Innenhofs des Musée de Marakesh … mit freiem Internet. Da musste ich einfach mal wieder schnell ein paar Impressionen rauslassen, damit wieder Platz für Neues ist. 

Bon Soir

Kaum zu glauben. Nur drei Flugstunden, und wir sind in einer komplett anderen Welt gelandet. Die Eindrücke strömen aus allen Richtungen auf uns ein und ich bin komplett überwältigt. 
Der Flug verging wie im Flug *brüller*, leider hat der einsetzende Schneefall dazu geführt, dass wir mit einer ordentlichen Verspätung losgeflogen sind. In Marrakesch am Flughafen schienen dann 25 großräumige Passagierflugzeuge gleichzeitig gelandet zu sein, denn die Passkontrolle dauerte fast eine Stunde. Den Bus in die Stadt haben wir aber sofort erwischt und nur kurze Zeit später fanden wir uns im Gassengewirr der Medina von Marrakesch wieder.  
Wahnsinn, ich grinste und freute mich auf unser kleines Abenteuer. 
Ich erinnere mich noch gut an einen Roadtrip, den ich damals mit zwei Freundinnen quer durch die USA unternommen habe. Einmal, in Moab, am Rande der roten Nationalparks fanden wir einen traumhaften Campground. Direkt am Colorado River, die Landschaft war einfach atemberaubend schön. Dennoch, am Abend, während die Sonne unterging, ging das Gewirr der Moskitos los. Ein Alptraum. Warum ich das erzähle? Weil es hier in etwa genauso ist, alles ist traumhaft, doch leider ist alles voller kleiner blutrünstiger Biester. Diese kommen in Form sehr geschäftstüchtiger junger Männer daher und man kann leider keinen Schritt machen, ohne in ein Gespräch verwickelt zu werden. 
Aber man wird sich dran gewöhnen müssen. 
Eben auf dem Heimweg, als wir auf dem Weg zurück in unser traumhaft schönes Riad waren, war in den Gassen gerade eine wilde Diskussion im Gange und man kam sich vor wie in einer Szene aus „das Leben des Brian … die Frauen haben sich angeschrien und angekeift … 
Jetzt sitzen wir im ruhigen Innenhof unseres Hauses und lassen den Abend langsam ausklingen. War ein schöner Tag, aber jetzt geht’s ins Bett.