Frühling in Sicht :-)

Langsam aber sicher macht sich wieder ein kribbeln breit, die Vorfreude auf ein mir bislang unbekanntes Land breitet sich aus. Es ist ein entspannter Samstag und draußen schneit es gemächlich vor sich hin. Fest steht, vom Schnee werden wir in den nächsten Tagen nichts mitbekommen. Denn wo wir jetzt gleich hinfliegen ist es Frühling. 

Vor fast genau einem Jahr sind wir auch aufgebrochen auf eine unbekannte Reise. Damals war das Kribbeln natürlich ungleich stärker. Die Faszination einer 3-Monatigen Reise war unglaublich. Ich kann mich noch so genau daran erinnern. 
Aber auch wenn es sich jetzt „nur“ um ein verlängertes Wochenende handelt, freuen wir uns trotzdem drauf wie Harry. Die Füße machen beide mit. Gleich geht’s los … 

Alle Jahre wieder

Gerade sind wie nach ein paar schönen weihnachtlichen Tagen im beschaulichen Alsfeld wieder Zuhause angekommen. Home Sweet Home. Jetzt müssen wir erst mal die Heizung anmachen, damit es wieder schön warm wird in unserer Eisschrankwohnung. 

Die Woche hat ja bereits mit dem herausdrehen der beiden Schrauben begonnen. Ich hatte die postoperativen Schmerzen dieses Mal total unterschätzt. Die waren wirklich fies.  Stechend und intensiv haben sie mich in der 1. Nacht kaum schlafen lassen. Aber dann haben wir das mit Schmerztabletten endlich in den Griff bekommen. In Alsfeld habe ich sogar schon den aufrechten Gang geübt. Ein paar Umrundungen der mittelalterlichen Stadtblöcke. Das hat soooo gutgetan. Aber es ist genau wie beim letzten Mal. Der Fuß muss sich jetzt wieder langsam an die neuen Bewegungen gewöhnen. Geduld ist mal wieder angesagt. 

Heiligabend konnte ich das erste Mal seit vielen Jahren nicht mit auf den Turm. Das war ein bisschen traurig. Stattdessen habe ich mich als blinder Passagier an Bord des kargen evangelischen Weihnachtsgottesdienstes geschmuggelt. Auch nicht schlecht, aber für das richtige Heiligabendgefühl braucht es einfach ein paar Gläschen Hochprozentiges, eine Fleischwurst und den Kerzenschein auf dem Turm. Aber so ist das eben mit den Traditionen. 

Ansonsten haben wir Weihnachten im Kreis der Familie verbracht. Die jungen Schneiders waren da und haben mal wieder die Präsidentensuite belegt, während wir unterm Dach in meinem alten Kinderzimmer genächtigt haben. Naja als Ausgleich haben wir den einzigen Parkplatz blockiert ;-) 
Wir haben durchgehend gefuttert und geschmatzt. Neben all den Köstlichkeiten möchte ich die Weihnachtsgans besonders hervorheben. Die suchte ihresgleichen. Und der Stollen, ein Gedicht. Selbstverständlich gab es leckere Plätzchen, Lachs und Toast … ach und das Fondue mit all seiner Saucenherrlichkeit.
Dennoch heißt es jetzt, den Magen langsam abzutrainieren. Denn dieser ganze Zwischenfall mit dem Fuß hat mich wieder stark in meinen vorhochzeitlichen Abnahmeplänen zurückgeworfen. Ab Januar geht es los. Dann gibt es kein Halten mehr. Es müssen einige Kilos abgeschmolzen werden. Und ihr dürft live dabei sein ;-) 

Ringe + Wolle

Wir zählen schon wieder sehnsüchtig die noch verbleibenden Tage, bis es endlich wieder losgeht in die große weite Welt. Am Wochenende wird gepackt und ich bin sehr gespannt, ob ich meinen Rekord unseres Sabbaticals von 10 Kilo unterbieten kann … wobei das schwierig werden könnte, da ich für meine Strickfreundin Jackie aus Singapur ordentlich Wolle gekauft habe, um ihr eine kleine Freude damit zu machen. Ich freue mich schon sehr, sie wieder zu treffen.

Letztes Wochenende habe ich mal wieder eine geruhsame Zeit im beschaulichen Alsfeld verbracht. Kai ist in Frankfurt geblieben, weil er am Samstag Abend Karten für Udo Jürgens hatte. Jaja, ich weiß schon, ein großer Entertainer … ich mochte mir das trotzdem nicht anschauen, musikalisch gesehen bin ich eben sehr verbohrt ;-)
So war ich bei meinen Eltern, tauchte tief in den gemütlichen Lehnsessel ein und strickte mich wie eine Wilde durch den Tag. Sonntag früh kam der Kai dann angefahren und nach einem ausgiebigen Frühstück sind wir dann in die „Innenstadt“ gegangen, denn dort war verkaufsoffener Sonntag. Wir haben die Chance genutzt, und unsere zukünftigen Eheringe bestellt. Schlicht und einfach … ohne Schnörkel und Schnickschnack … bin sehr gespannt, wie es sich dann anfühlt, ab nächstem Jahr so einen Ring am rechten Zeigefinger zu tragen.

Gestern Abend hatte ich meine allerletzte Lymphdrainage … sehr schade das, denn ich bin nach wie vor fest davon überzeugt, daß der Hubbel seit dieser Form der Therapie immer kleiner geworden ist. Ich hoffe ich bekomme die Gelegenheit mal den Herrn Dr. Peng in Singapur zu fragen, was er dazu meint, wenn er grünes Licht gibt, daß da noch mehr zu erreichen ist, dann werde ich die Therapie nach der Reise fortsetzen. Ich weiß nämlich nicht, ob ich nochmal ein Messer an den Fuß ranlassen will, nachdem der Heilungsprozess dort wirklich sehr langwierig ist.

Wanderlust

Während sich heute tausende trolleybekofferte Lesewillige in Richtung Messegelände aufmachen, bewege ich mich mal wieder aus der Stadt. Gerade sitze ich am Frankfurter Hauptbahnhof und warte auf meinen Zug nach Wiesbaden. Heute ist Fortbildungstag. Die Architektenkammer Hessen möchte nämlich, dass sich ihre Mitglieder immer weiterbilden. Man muss sogenannte fortbildungspunkte sammeln. Wie praktisch, dass dieses Bedürfnis in gleichem Zug von den Kammern befriedigt werden kann. In Form von teuren Seminaren in gepflegtem Villenambiente inmitten der Landeshauptstadt. Ein Schelm, wer böses dabei denkt ;-)

Egal, Weiterbildung ist ja in jedem Fall was gutes und die meisten dieser Seminare sind auch ganz brauchbar. Außerdem muss ich mir um die Finanzierung keine sorgen machen, da unsere Firma diese Kurse bezahlt. 
Heute geht es um Form und Farbe. Ich bin gespannt. 
Schon vorne am Bahnsteig stand heute eine gut gelaunte Rentner Reisegruppe, allesamt im Wanderoutfit. Nun bin ich morgens meist eher ruhebedürftig und suchte mir ein einsames Plätzchen weit vorne im Zug. Aber von hinten polterte es plötzlich mit der Wucht eines herannahenden Tornados. „Erika, Hildegard!!!“ tönte es schon von weitem. Das konnte nur eines bedeuten, Unruhe … die restlichen Mitreisenden raunten auf, und unter einem seufzen räumten wir die vorgewärmten Plätze und versuchten noch weiter nach vorne auszuweichen. Naja, Samstag morgen im Oktober, ein Zug in Richtung Rheingau … 
Apropos Oktober, gestern Abend waren wir noch draußen und die Temperaturen waren fast ein bisschen tropisch, hohe Luftfeuchtigkeit und wärme … kaum zu glauben, heute Nacht blieb sogar das Fenster auf. 
Der letzte Tag in Bergamo war übrigens sehr laufintensiv, ich glaube so viel bin ich seit dem affenbiss nicht mehr gelaufen. Aber der Fuß macht alles mit. Ich bekomme ja jetzt seit 2 Wochen eine richtige lymphdränage, vom Hals bis zu den Füßen. Und die Ergebnisse sind einfach spektakulär. Ich habe das Gefühl, dass dem gnubbeligen Hauttransplantat damit endlich Einhalt geboten werden kann, ein bisschen wenigstens. 

Cresima Italiano

Ich denke, man kann ein italienisches Menü, welches zu Anlass eines Familienfestes kredenzt wird, sehr gut mit einem Marathonlauf vergleichen.

42 Kilometer … es scheint zunächst ein wahnsinniges Vorhaben zu sein, doch mit der richtigen Technik, einer gut ausgetüftelten Taktik … natürlich auch mit starker Willenskraft und Ausdauer kann man es bis zur Zielgeraden schaffen, an deren Ende stets ein dicker frisch aufgebrühter Espresso als Belohnung wartet.

Da ich das Vergnügen habe, nun schon zum 2. Mal an einem solchen Menü teilzunehmen, verfüge ich auf jeden Fall über ein wenig Erfahrung. Mit Kai, als halbem Landsmann verfüge ich außerdem über einen Mitstreiter, welcher einen in Momenten des Durchhängens nicht nur anfeuert, sondern auch im Zweifel einen glibberigen Oktopus aufisst, der sich mit seinen Tentakeln über mein gesamtes Risotto verbreitet. 
Hier nun ein paar Fallen in die der Anfänger leicht reintappen kann: 
1. die Brotfalle
Zu Beginn eines solchen Menüs hast du in der Regel Hunger …  geniesse diesen einzigartigen Moment der Glückseligkeit, an dem du sich leicht und leer fühlst. Wiege dich nicht zu früh in Sicherheit, die ein leerer Magen vermitteln kann. Teile das Brot in sinnvollen Abschnitten über die gesamte Distanz. 
2. Die Weinfalle 
In stark alkoholisiertem Zustand schaffst du es niemals bis zum Dolce. Der Italiener als solcher neigt dazu, es immer sehr gut mit dir zu meinen … er wird zu jeder Zeit dafür sorgen, dass dein Glas stets voll ist. Du trinkst und trinkst, das Glas wird niemals leer. Konzentriere dich also und visualisiere stets dein Ziel. Am besten geht das mit einem ebenso vollen Glas Wasser gleich daneben. Denn auch dies wird immer aufgefüllt sein. 
3. die Geschmacksfalle 
Pasta, Risotto, Polenta, Antipasti, Bistecca … jedes Gericht für sich schmeckt einfach wundervoll, doch du wirst es niemals bis zum Ende schaffen, wenn du jedes einzelne bis auf den letzten Gabelstrich aufisst. 
Wie gesagt, als Profi konnte ich die typischen Fallen dieses Mal mühelos überwinden. Am Ende wartete eine sehr leckere Schokoladentorte und natürlich der lang ersehnte Kaffee. 
Mittlerweile ist es Montag morgen und wir sitzen am Bahnhof in Treviglio und warten auf unseren Zug nach Bergamo. Dort verbringen wir heute noch einen Tag, bevor es morgen früh wieder zurück in die Heimat geht. 
Der gestrige Tag war wirklich sehr schön, im Gottesdienst habe ich zwar kein Wort verstanden, aber die Feier fand wie auch im letzten Jahr auf einem idyllischen Hof in der Kampagne statt, welcher von Padre Antonio geleitet wird. Dort lebt eine Selbstversorger Kommune, die aus ehemaligen Strafgefangenen, afrikanischen Flüchtlingen, schwer erziehbaren und Außenseitern besteht, welche beim Padre Arbeit und Auskommen erhalten. Ein schönes Konzept, welches offensichtlich gut funktioniert. 
Im Anschluss traf sich noch der harte Kern bei Kais Cousin, wo wir bei lauten italienischen Gesprächen noch mit Kaffee, Grappa und Cantuccini gefüttert wurden. 
Müde und zufrieden sind wir dann gegen Acht in unser kleines Albergho gelaufen, wo wir, ob man es nun glauben kann oder nicht, im direkt angeschlossenen Restaurant jeder noch eine wagenradgrosse Pizza verspeist haben *rülps*
In Sportlernreisen nennt man so etwas glaube ich lockeres Abtrainieren ;-)

Morgenstund

Heute morgen um Punkt 3 klingelte der Wecker, schrill, unbarmherzig. Frage mich schlaftrunken, welcher Teufel mich geritten hat, irgendwann beim gemütlichen Nachmittagskaffee im Sommer, einem Wochenendtrip mit dem Flieger nach Norditalien zuzustimmen. Ich hätte das Kleingedruckte lesen müssen. Die Rahmenbedingungen waren aber auch zu verlockend, die Firmung von Kais Patenkind in Treviglio, ein italienisches Familienfest mit anschließendem mehrgängigem lombardischen Menü, ein Besuch in Bergamo … *seufzt*

Naja, ich häng da jetzt mit drin und heute Mittag werde ich mich noch mal ein Stündchen aufs Ohr hauen müssen. Und als Kai vorhin gesäuselt hat, nachher gäbe es einen echten italienischen Café … da kam auch wieder ein kleines bisschen Vorfreude auf.  
Die letzten Tage waren geprägt von Arbeit. Sehr viel Arbeit, das haben größere Projekte nun mal so an sich. Und wenn man dann einen weiteren Meilenstein erreicht, in diesem Fall die Abgabe des Bauantrages, dann gibts Stress. Sogar gestern … am Feiertag!  habe ich gearbeitet. 
Das scheint dann wohl auch der Grund, warum es in letzter Zeit hier ein bisschen ruhiger war. Dabei gäbe es zwischendurch immer wieder kleine putzige Alltagsgeschichten zu erzählen … zum Beispiel, als letzten Sonntag, am helllichten Tag ein erzürnter Anwohner … etwas weiter vorne in der Straße … seinen großen Fernseher aus einem der oberen Stockwerke geworfen hat. 
Es ist niemandem etwas passiert, gottseidank. Und schon kurze Zeit danach standen 4 blaulichtblinkende Streifenwagen in der Straße und etwa eine Stunde später wurde ein laut fluchender Nachbar, offensichtlich betrunken, aus dem Haus geführt. 
Was war wohl der Grund seiner Erregung? Schlechtes Fernsehprogramm? Ein neuer 80 Zoll Flachbildschirm? Ein zäher Sonntagsbraten? Wir werden es wohl nie erfahren. 
Am letzten Wochenende waren wir sowohl Samstag als auch Sonntag bei wunderschönem Herbstwetter auf dem Rad unterwegs, auf der Suche nach einer Hochzeitslocation. 
Kaum zu glauben wie kompliziert das ist. Das haben wir tatsächlich unterschätzt. Wie schon gesagt, offizielle Räume gibt es mehr als genug … im Palmengarten zum Beispiel, für eine lächerliche Saalmiete von 10.000 Euro ;-) Oder der coole loftartige Raum im Bahnhofsviertel für schlappe 2.500 Euro ohne Reinigung und Bestuhlung … nun gut, die könnte man dann ja beim Partyservice mieten für 5 Euro das Stück. Besteck und Geschirr für 50 Cent, pro Gegenstand versteht sich. Jetzt mal im ernst: HABEN DIE EIGENTLICH NOCH ALLE TASSEN IM SCHRANK!!! 

Aber noch geben wir nicht auf. Noch haben wir nicht vor, nach Las Vegas durchzubrennen ;-) 
Jetzt gehts erst mal nach Bella Italia. 

Rheingau

Wir hatten ein wirklich sehr schönes und kurzweiliges Wochenende im nicht so weit entfernten Rheingau. Freitag Abend sind wir direkt nach der Arbeit angereist und haben uns gar nicht lange mit Kofferauspacken aufgehalten. Denn wir hatten etwas zu feiern. 2 Jahre!!! Auf den Tag genau am Freitag vor 2 Jahren haben Kai und ich ebenfalls einen sehr schönen Abend miteinander verlebt. An diesem Abend haben wir beschlossen, daß ich mit nach Mallorca fliege, um ihm beim dortigen Halbmarathon zuzuwinken. Es war praktisch besiegelt. Den 15. August haben wir somit als offizielles Datum auserkoren. Damit wir immer schon was zu feiern haben ;-)
 
 
Leider war ja das Wetter nicht ganz so dolle und wir mußten mit ständig wechselnden Wetterbedingungen rechnen. Sonne + heiß, Jacke aus, Prasselregen, Jacke an, Schirm raus, Regen weg, Schirm zu, Sonne + heiß, Jacke wieder aus, Regen dazu … Schirm auf und so weiter und so weiter. Aber wir konnten auch wunderbar wandern gehen.
Mein Fuß hat diesbezüglich einen neuen Rekord aufgestellt, mindestens 3 Stunden sind wir gelaufen. Das war ein wirklich gutes Gefühl. Zwischendurch ein Tässchen Kaffee am Rhein.

 

Nachmittags sind wir dann noch mal nach Rüdesheim gefahren. Dort war eins der zahlreichen Weinfeste. Wir haben oberhalb des Ortes geparkt und sind dann mal durch die Drosselgasse gelaufen. Wirklich ulkig. Alles voll mit asiatischen und amerikanischen Touristen, die dort durchlaufen, und glauben ein echtes Stück Deutschland mitzunehmen. Ein bisschen was hatte es von der berühmten Khao San Road in Bangkok ;-)
Nebendran, nur ein paar Gassen weiter, dort wo ein typisch deutsches Wein- bzw. Stadtfest seinen Lauf nahm, hat sich keiner dieser Touristen hinverirrt. Irgendwie merkwürdig.
Das sollte einem stets zu denken geben, wenn man sich in einer dieser „typischen“ Gegenden im Ausland aufhält *klugscheissermodus aus* ;-)

Abends haben wir dann noch ein sehr tolles kleines Restaurant in Winkel, entdeckt, wo wir ganz hervorragend gespeist haben. Kai sagt ja immer, ich hätte eine echte Schnüffelnase, was das Auffinden solcher kleinen leckeren Restaurants angeht. Dabei ist das ja gar nicht so schwer, ich schaue immer auf das Logo des Restaurants, die Einrichtung und die Speisekarte. Eine volle Speisekarte auf der Schnitzel in 180 Variationen stehen, spricht in der Regel nicht so sehr für die Qualität der Speisen. Unambitionierte Inneneinrichtung und Logogestaltung versprechen oft ebenso wenig Ambition in der Küche. Manchmal stimmts, manchmal nicht … letztentlich isses Glückssache.
Das Essen im Zehentenhof war jedenfalls lecker. Der Koch mochte sein eigenes Essen sicher am liebsten ;-) (hatte gewisse Leibesfülle) … und man möchte ihm noch zurufen, etwas weniger Öl täte den Speisen noch besser (ups, da isser doch wieder angegangen, der K-Modus ;-)

 
Sonntag sind wir dann nach dem Frühstück irgendwann in Richtung Heimat gefahren. Gegen mittag waren wir zuhause und haben den Rest des Tages mit gemütlichem Nichtstun verbracht. Ich habe mich mit leichtem Stricken vergnügt, während Kai leichte Reparaturarbeiten unternommen hat.
Und jetzt geht die neue Woche wieder los. Auweia, es ist schon 16.00 Uhr und ich mache gerade erst Mittagspause. Irgendwas ist hier gerade falsch …

Der Kai.der lässt das Reisen nicht

Jeden morgen am Bahnhof. Das bedeutet auch, jeden morgen neue Reisende zu sehen, beladen teilweise mit überdimensionalen Rollkoffer schauen sie auf Anzeigetafeln, trinken bereits am frühen Morgen ein Gläschen Sekt oder ziehen noch bargeldreserven aus dem Geldautomat. Wie ich Sie beneide ;-) … seit unserem unsanften Abbruch unseres Abenteuers fühlen wir uns immer noch so extrem unausgereist. Nie war unser Fernweh größer als jetzt. 

Aus diesem Grund … und weil mein Arbeitgeber „gefordert“ hat, den gesamten Jahresurlaub für die nächsten 25 Jahre (ok, jetzt übertreibe ich ;-) also für dieses Jahr, bereits am Jahresanfang festzulegen … also nur deswegen … haben wir das letzte Wochenende genutzt, um dieser Forderung nachzukommen :-) Wir freuen uns soooooo!!!! 

Große Erwartungen

Gestern Morgen hat Kai den Hochzeitskaspar gefrühstückt. Spontan hatten wir uns nämlich am Feiertag dazu entschlosssen, am Samstag in meine Heimat Alsfeld zu fahren, um mit meinen Eltern beim gemeinsamen Familien-Viewing unsere Mannschaft im fernen Brasilien zu unterstützen. 
Alsfeld … ja, da war doch was – richtig … wir wollen im nächsten Jahr heiraten. 
Daß die Hochzeit mit 99,99%iger Wahrscheinlichkeit in Alsfeld stattfinden soll, hatten wir uns nämlich schon vor längerer Zeit überlegt und sind uns auch beide einig darüber. Für mich sowieso schön, da mich mit der Kleinstadt in Oberhessen, in der ich geboren und aufgewachsen bin immer noch emotional viel verbindet. Und Kais Geburtsort Sao Paolo … das wäre wahrscheinlich zu teuer ;-)
Zugegeben, wir leben beide in Frankfurt … aber aus irgendeinem Grund … also Freunde nun kommt schon … um auch den letzten Zweifler zu überzeugen, hier unten ein Bild vom historischen Marktplatz als kleines Häppchen :-)
Wie schon erwähnt, wachte Kai gestern auf und fing plötzlich an von diesem Tag zu reden, als Anforderungsmanager ist die grundsätzliche Aufgabenstellung schnell erfaßt: am Ende dieses Tages wollen wir rechtmäßig verbundene Eheleute sein. Aber der Teufel steckt wie immer im Detail, wann, wo, wie, wieviel … hinter jedem kleinen Wörtchen stecken unendliche viele Möglichkeiten und Ideen. 
Samstag vormittag sind wir es dann angegangen, viertel vor 2, kurz vor Geschäftsschluß in Alsfeld sind wir beim örtlichen Juwelier eingelaufen, um uns Eheringe anzuschauen ;-) Jetzt mal echt, scheint knapp, aber ob man es jetzt glaubt oder nicht, wir wurden fündig … so fündig sogar, daß wir beide uns innerhalb von 5 Minuten einig waren und sie dann trotzdem noch nicht bestellt haben. Aber wenn man dann einen Ring am Finger trägt, bei dem man sofort weiß, der und kein anderer! Ich denke die Sache ist klar. Nächster Punkt, die Location. Das wird schon schwieriger. Mein Herz schlägt für ein halb verfallenes Schloßambiente hoch auf dem Hügel am Rande von Alsfeld. Dort gibt es einen Raum mit der notwndigen Infrastruktur, einen tollen Freibereich … und wenn jeder Gast einen Nudelsalat mitbringt, dann hätten wir auch alle was zu essen;-) Getränke auf Kommission vom Schluckspecht … ein paar Kerzen und ein bisschen Deko … Herz was willste mehr. 
Als nächster Punkt, und das ist tatsächlich gar nicht so einfach … die Gästeliste … *hust* … wir haben nur mal die Personen aufgeschrieben, die uns beiden wirklich wichtig sind … aber jetzt mal echt, alleine für die Caminadas muß man ja die Alsfelder Stadthalle bereitstellen ;-) … aber egal … hauptsache wir können ein Ereignis feiern, das uns beiden sehr am Herzen liegt, mit einem ganzen Haufen Menschen … die uns sehr am Herzen liegen :-)

Heppenheim

Ein wirklich schönes Wochenende liegt hinter uns. Am Freitag Nachmittag, direkt nachdem Kai von der Arbeit nach Hause kam, sind wir in nur 45 Minuten an die Bergstraße geflitzt und haben uns für zwei Näche im Park Inn Hotel in Heppenheim angemietet. Zugegeben, Heppenheim ist nicht Brisbane und es gab keine Zeitverschiebung. Dennoch haben die zwei Tage gereicht, um mal wieder ein bisschen Urlaubsluft zu schnuppern und mich auf die vor mir liegende neue Zeitrechnung vorzubereiten. Ab morgen darf ich nämlich wieder einem geregelten Alltag nachgehen, doch dazu noch später mehr. 
Heppenheim ist ein wirkliches Kleinod am Rande des Odenwalds. Die Stadt dürfte in etwa so groß wie meine Heimatstadt Alsfeld sein und wir haben uns dort sehr wohl gefühlt. Eingerahmt von schöner Fachwerkarchitektur liegt in der Mitte ein malerisches Plätzchen mit verschiedensten Möglichkeiten, sich bei einem Aperol Spritz leckere Köstlichkeiten zuzuführen. Uneingeschränkt zu empfehlen ist auf jeden Fall das Gasthaus Schwan (direkt am Platz) … dort gibt es einen Kochkäse mit Musik (ja, war uns auch neu … mir Frankfurter kenne des ja nur mit Handkäs) und einem Bauernbrot … der seines Gleichen sucht. Anschließend noch das Milchreiseis mit Waldbeergrütze … ein Gedicht.
Samstag waren wir dann im schönen Heidelberg … viel rumlaufen ging ja noch nicht und daher haben wir uns auf einen kleineren Einkaufsbummel in der Fussgängerzone beschränkt. Dr. Peng hat mir aus Singapur die neuesten Horrorbilder aus seinem Operationstheater geschickt (wenn ich die bloggen würde, bekäme ich wahrscheinlich Schwierigkeiten mit dem Jugendschutz ;-) … außerdem erinnerte er mich doch daran, daß ich, um das Hauttransplantat zum Zurückweichen zu bringen, Knöchelhohe Schnürschuhe tragen sollte. Naja, sozusagen mit ärztlicher Freigabe versuchten wir dann in der Fußgängerzone das passende Schuhwerk zu finden. Mit Größe 42 ist das allerdings ein schwieriges Unterfangen und so wurde die Fußbekleidung am Abend bequem im Internet geshoppt. Wenn das Päckchen dann hoffentlich nächste Woche kommt werde ich hoffentlich auch schreien vor Glück ;-)
Heute hat uns dann die Rückfahrt durch den wunderschönen Rheingau geführt. Und wie es der Zufall so wollte … also nicht daß ich da irgendwas mit zu tun hatte … sind wir im kleinen beschaulichen Schwabsburg gelandet. Dort fand „zufälligerweise“ das alljährliche Wollfest statt ;-)
Eeeehrlich … ich haaaabe davon niiiiix gewußt. 
Also man muß sich das vorstellen, mindestens 30 – 40 Stände von Wollhändlern, Wollfärbereien und ähnliches … der totale Wahnsinn. Ich fing furchtbar an zu sabbern und war sehr froh, daß ich auch zuuuuufälligerweise vorher noch zum Geldautomat gegangen bin. Aber nach so langer Zeit des Eingesperrseins mußte ich mich ein bisschen glücklich kaufen, ich kanns einfach nicht lassen. 
Kai hat das ganze vorblildlich mitgemacht und sich sogar beim einen oder anderen Stand über die unterschiedlichen Handarbeitstechniken informiert. Ich bin glücklich :-)

Morgen früh wird es dann allerdings wieder ernst. Ich werde das erste Mal, nach ziemlich genau 5 1/2 Monaten wieder zur Arbeit gehen. Den ganzen Mai habe ich dazu genutzt, mich wieder in Form zu bringen. Wirklich fast täglich gab es eine bahnbrechende Neuerung zu berichten. Sogar Fahrrad und Roller bin ich schon gefahren. Mittlerweile kann ich (stark humpelnd) wieder ein bisschen laufen, ganz ohne Krücken. Wir freuen uns beide sehr darüber.
Ich fange morgen erst mal mit 4 Stunden am Tag an, das geht dann zwei Wochen, danach arbeite ich dann 2 Wochen für 6 Stunden am Tag, und im Juli dann wieder volle 8 Stunden. Das ist dann eine sogenannte Wiedereingliederungsmaßnahme, die der Arzt verordnet hat. Das ist auch sinnvoll, denn den Fuß volle 8 Stunden incl. 2 Stunden Zugfahrt und hin und hergehumpele zu belasten, ist sicher alles andere als einfach. Schließlich schwillt der Fuß immer noch an und das tut dann weh, so daß Laufen eher quälend ist. Also langsam dran gewöhnen … ich hoffe sehr, daß alles klappt. Denn die Decke, trotz Altbauhöhe von 3,20m, kann einem hier schon ganz schön auf den Kopf fallen.
Auch wenn ich … zugegebenermaßen, meinen 1. Kaffee am Morgen im Bett und die dazugehörige Lieblingsserie auf Sixx schrecklich vermissen werde.

Aber egal, es ist Zeit für Neue Routinen.