Ankunft auf Praslin

Seit Samstag sind wir also nun auf der wunderschönen Insel Praslin (gesprochen Pralääh) oder auch wie die Berliner im Hotel sagen würden Prasseläng ;-) Wir haben uns im Berjaya Beach Resort an der Cote D’Or eingemietet, für eine ganze Woche.

Das Hotel ist etwas in die Jahre gekommen und strahlt den Chic der späten 80er, frühen 90er Jahre aus, so meine Vermutung. Aber es ist einigermaßen sauber, grosszügig und es gibt ein gutes Frühstück. Was die Atmosphäre hier etwas anders macht, als in unseren bisherigen Unterkünften, ist die Tatsache, dass das Hotel zu schätzungsweise 80 Prozent mit großteils vollflächig tätowierten deutschen Pauschalurlaubern gebucht ist. Muss man mögen ;-)

Da wir hier keine Selbstversorgung mehr haben, sind wir am ersten Abend vor in die hoteleigene „Pizzeria“ gegangen, die aber auch creolische Küche anbietet. Was dieses Restaurant aber besonders auszeichnet, sind die paar Tische direkt am Strand, die Luft war lau und es wehte etwas Wind und so haben wir dort ganz wundervoll gespeist.

Für den nächsten Tag (Sonntag) wollten wir uns eigentlich ein Taxiboot chartern, die werden einem überall am Strand angeboten. Wir hatten vor, direkt auf die kleine Nachbarinsel La Curieuse überzusetzen. Am Strand sass dann ein sehr geschäftstüchtiger Insulaner, der uns fuer einen Special Price (weisste bescheid ;-) ein Komplettpaket für einen Tagesausflug zur Insel mit Barbecue und noch ner Insel verkauft hat. Da wir uns vorher ein bisschen ueber die Preise schlau gemacht haben, willigten wir ein. Allerdings erst fuer den nächsten Tag und so hatten wir den Rest des Tages nichts weiteres vor.

Ich holte mir ein Buch von der Rezeption, die lassen viele Urlauber netterweise immer da und legte mich eine Runde an den Pool. Ich tat nun etwas, was ich als als eher umtriebiges Wesen mit 28 anderen Hobbies schon immer gerne gemacht habe, es aber in der letzten Zeit kaum noch geschafft habe. ICH LAS! EIN BUCH! Ein spannender politischer Justizkrimi von John Katzenbach.

Zwischendurch döste ich immer mal wieder ein oder kühlte mich im Wasser ab, während Kai einen langen Strandspaziergang an der Anze Volbert gemacht hat.

Am Abend sind wir vor gelaufen zum benachbarten Café des Artes. Das Ambiente war schön und so genossen wir, nicht ahnend, welche grosse Freude uns dieser Aufenthalt noch bescheren sollte, unsere sündhaft teuren Drinks, ein Seybrew fuer Kai und einen sogenannten Tropical Spritz für mich. Dieser Bestand aus Orangensaft, Sekt, Averna und Takamaka Rum und danach hatte ich ordentlich einen sitzen. Warum uns dieser Abend aber ausserdem noch in lebhafter Erinnerung bleiben wird, erzähle ich dann im nächsten Beitrag.

Sandfasern + Sonnenuntergang

Aktuell sitzen wir in der Fähre auf dem Weg zur Nachbarinsel Praslin, wo wir knapp eine Woche bleiben werden. Der Katamaran ist bis auf den letzten Platz gefüllt, aber dank Kais rechtzeitiger Anstehtaktik konnten wir Plätze direkt am Fenster ergattern. Die Überfahrt dauert etwa eine Stunde. Gleich geht es los.

Der gestrige Tag war etwas ruhiger. Vormittags sind wir ein bisschen geschnorchelt und nachmittags sind wir die Küste ein Stückchen weiter nach oben gefahren. Wir waren nochmal schwimmen am wunderschönen Carana Beach. Lustigerweise trafen wir hier noch mal auf unsere Hüttennachbarn aus unserer ersten Unterkunft auf Mahé.

Ein paar Reihen habe ich gestrickt, und Kai bemerkte rechtzeitig, dass sich einer meiner Wollknäule alleine in Richtung Meer aufgemacht hat. Kai hat ihn rausgefischt und jetzt arbeite ich eben etwas Sand und Salzwasser anstatt der zuhause üblichen Katzenhaare ins Gestrick ein :-)

Abends haben wir uns den Sonnenuntergang aus einer der Strandbars angeschaut. Durch die Lage am Äquator geht das hier minutenschnell. Die Pina Colada war sehr lecker und im Anschluss holten wir uns noch unser Abendessen in einem der Food Trucks und verspeisen dies gemütlich auf unserem Balkon.

Heute morgen ging es zum Abschied von Mahé noch mal schnorcheln. Und dieses Mal hatten wir grosses Glueck, denn vor uns war ein Schwarm gestreifter Fische, teilweise im Miniformat, daneben noch andere dunklere Fische, ein langer dünner Trompetenfisch und kurz vor dem rausgehen dümpelte noch ein fast perfekte getarnte Stachelrochen auf dem Sandboden. Etwa einen halben Meter breit mit dem langen Schwanz, ein faszinierendes Geschöpf. In Ermangelung einer Unterwasserkamera kann ich leider kein Bildmaterial bieten. So werde ich diese schöne Erinnerung ganz einfach im Herzen behalten (sollte ich vielleicht anfangen, Groschenromane zu schreiben ;-)

Heute hat uebrigens meine Mama Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch schon mal von dieser Stelle, wir werden nachher noch mal versuchen anzurufen.

Zeitsprung: Sonntag morgen mit erstem Kaffee auf der Terrasse. Der Anruf nach Deutschland per WhatsApp hat trotz der recht schlechten Internetverbindung geklappt. Als Gegensatz zu unseren vielen Strandbildern hat sich die Familie mit schmackhaften und sehr lecker aussehenden Kuchenbildern gerächt ;-)

Wanderung zur Anse Major

Mitten in der Nacht, bzw. seeehr früh am Morgen stupste mich mein Gemahl und säuselte mir ins Ohr, dass ich das bestimmt sehen wolle. Ich drehte mich also um und aus dem grossen Fenster sah man einen leuchtenden Himmel hinter den Hügeln auf der anderen Seite der Bucht. Sonnenaufgang, direkt aus dem Bett zu beobachten, das hatte ich bisher auch noch nicht. Dazu das Meeresrauschen und ich war schlagartig wach und viel zu aufgeregt, um noch weiterschlafen zu koennen. Ich tapste in die Küche und braute uns einen frischen Filterkaffee.

Noch vor dem Frühstück sind wir eine Runde schnorcheln gegangen. Ganz einfach weil wir es koennen ;-) und weil es so schön ist.

Danach ging es mit dem Auto in etwa 10 Minuten zum Startpunkt einer kleinen Wanderung, die uns Kai ausgesucht hatte. Sie führt oberhalb der Küste entlang in etwa eineinhalb Stunden zu einem kleinen Strand, der Anse Major.

Der Weg war wunderschön. Nach einem ganz kurzen geteerten Weg ging es direkt rauf in die Natur. Ein schmaler Pfad führte bergauf und bergab über teilweise größere Steine und Wurzeln, teilweise ganz gerade, durch eine kleine Höhle, aber fast immer entlang des blauen Ozeans. Zwischendurch gab es Hinweisschilder auf die endemische Seychellen Flora. Die Farben haben mich dabei am meisten fasziniert, das Anthrazit der Granitfelsen im Kontrast zum leuchtenden Grün der Pflanzen und dem absolut gigantischen Aquamarinblau des Meeres. Wahnsinnig schoen und dennoch auch extrem schweisstreibend. Immer mal wieder ging es steilere Passagen hinauf in der prallen Sonne.

Irgendwann tauchte dann der kleine Strand am Horizont auf und man durfte sich schon von weitem auf das Bad im Meer vorfreuen.

Zur Anse Major gibt es nicht viel anderes zu sagen, als was ich schon vorher erwaehnt habe. Die Strände auf den Seychellen zählen nicht umsonst zu den schönsten auf dieser Welt. Und ich persönlich kann das nur bestätigen.

Das Wasser hat eine durchschnittliche Temperatur von ca. 26 Grad und kostet keinerlei Überwindung, direkt in die Fluten zu springen. Man kann ewig drinbleiben und ich fühle mich an meine Kindheit erinnert, als man mich nur schwer aus dem Wasser holen konnte. Hinter dem Strand gab es eine kleine Bar, an der es fuer mich eine Kokosnuss und fuer Kai ein eiskaltes Seybrew gab. Herrlich.

Irgendwann stand der Rückweg an, vor dem gruselte es mich ein wenig, da wir zum Schluss des Hinweges naturgemäß nur bergab gelaufen sind. Aber es hilft ja nix und so marschierten wir los. ES WAR HEISS. ANSTRENGEND. SCHWEISSTREIBEND. Ich schwitze ja normalerweise nicht so besonders viel, aber hier war ich in minutenschnelle getränkt. Kai ist vorher noch in voller Montur ins Meer gegangen und schwärmte mir von der idealen Kühlung vor. Kurz vor einer kleinen Hitzepanik war eine kleine Quelle mit kaltem klaren Wasser. Ganz wundervoll erfrischend war das, wir füllten unsere leeren Wasserflaschen und ich gönnte mir eine Ganzkörperdusche und hielt die Füße ins Wasser.

Die Bilder können hoffentlich bestätigen, wie schön dieser Tag war. Wer das Glück hat, auf Mahé zu verweilen, dem sei diese kleine zauberhafte Wanderung zur Anse Major wärmstens empfohlen. Wichtigste Utensilien, Wasser und ausreichend Sonnenschutz.

Sandfloh und Kokosnuss

Heute ist schon wieder Abreisetag, ganuergesagt ist es ein Weiterreisetag. Ich sitze gerade auf der Terrasse vor unserem kleinen Bungalow mitten im Grünen und sanft im Hintergrund kann man das Konzert der einheimischen Vögel zu geniessen. Wie immer auf unseren Reisen fällt mir jeder Abschied ein bisschen schwer (nur ein gaaanz kleines bisschen). Im Kokogrove Resort oberhalb des Örtchens Anse Royal hat es uns auch mal wieder besonders gut gefallen. Dazu gleich noch mehr.

Gestern haben wir eine ausgiebige Strandrundfahrt gemacht. Diese begann an der Westküste mit der Anse Baie Lazare. Wir fanden gleich einen Platz zwischen einer der für die Seychellen typischen Granitfelsen und als wir dort unsere Sachen in einem schattigen Fleckchen abgelegt haben, hat mich erst mal wieder ein kleiner Glücksschauer übermannt, ich habe direkt eine Runde geheult. So wunderschön war es dort. (Rosamunde Pilcher Modus aus!)

Das kristallklare Wasser und der weisse Sand ließen alles türkisblau erscheinen. (sorry, ich kriegs nicht ohne Kitsch hin ;-)

Wie in einer grossen Badewanne sitzt man also im Wasser und kann von oben die Fische beobachten, wie sie zwischen den Korallen und dem Grün ihre Bahnen ziehen.

Als nächstes sind wir weiter zum Takamaka Strand gefahren, wo wir eine Mittagspause in einem netten Lokal gemacht haben und ich einen sehr schmackhaften Avocadosalat gegessen habe.

Von dort ging es dann zu einem der „als schönster Strand“ der Hauptinsel Mahé angepriesenen Abschnitte, der Anse Intendance. Wobei das alles relativ ist, wirklich hässliche Strände habe ich bisher nämlich noch nicht gesehen. Bisher hatte jede noch so kleine Bucht mit ihren Kokospalmen, den Granitfelsen und dem weißen Sand mit türkisblauem Wasser das Potenzial als Fototapete in den Schlafzimmer der 80er Jahre verklebt zu werden. Es ist wirklich traumhaft.

Mittlerweile war es schon wieder 5 Uhr, als wir auf dem Heimweg noch ein paar kleine Einkäufe gemacht haben und an einem der vielen Obsstände entlang der Strasse frische Mangos und Minibananen gekauft haben.

Für den Abend hatten wir dann sogar Pläne, unsere Wirtin wollte für alle Gäste kochen. Wow, umsonst, einfach so, aus purer Gastfreundschaft. Gegen halb sechs wurde der Kohlegrill angeworfen, der aus einem halb aufgeschnittenen Metallfass mit Gitterrost bestand.

Es gab fangfrischen Barracuda und Red Snapper, direkt morgens vom Markt in Victoria geholt. Dazu gab es Süßkartoffeln und mindestens ein halbes Dutzend sehr schmackhafte Salate. Alles war so lecker und wir Gäste waren fast alle ein bisschen fassungslos über unser Glück, so ein tolles lokales Essen in netter Runde geniessen zu dürfen. Wie gesagt, einfach so. Die Besitzerin der Anlage heisst Lise, sie ist eine waschechte Seychelloise und unfassbar nett, offen und fürsorglich. Man merkt ihr die Leidenschaft für ihren Job and und solche Menschen beeindrucken mich ja sowieso immer sehr.

Wir sassen noch lange draussen zusammen in netter Runde, haben uns angeregt mit den anderen Gästen unterhalten und stellten fest, dass das junge Pärchen mit den beiden Kindern gerade aus dem gleichen Hotel auf Praslin kamen, in dem wir nächste Woche absteigen werden.

Erkenntnis des Tages: auf den Seychellen wird man vor zwei Dingen gewarnt: Herabfallenden Kokosnüssen und Sandflöhe an manchen Stränden. Ich nehme diese Warnungen sehr ernst, denn wenn einem auf dieser Insel eine Kokosnuss auf den Kopf fällt, dann kann das nur mir passieren ;-)