Badespass in der Donau

Es war schon wieder Sonntag morgen und unser letzter Tag in Wien. Der Zug fuhr erst um 5 Uhr Nachmittags und so blieb uns noch etwas Zeit, den sommerlichen Tag zu geniessen.

Nach dem Fruehstueck packten wir die Badesachen ein und fuhren mit der U-Bahn zur Station „Alte Donau“. Schon vom Gleis aus konnte man das viele Wasser sehen und die zahlreichen Bootsanleger entlang der Ufer. Wir waren total überrascht, haetten wir doch in einer Großstadt wie Wien niemals so viel Wasser erwartet. Wie toll, fast wie eine Seenlandschaft liegt der Seitenarm der Donau vor uns.

Wir sind ein Stueck gelaufen und entdeckten auf der anderen Seite ein grosses Strandbad. Als wir dort ankamen, stellten wir fest, dass sich der relativ hohe Eintrittspreis nicht gelohnt haette, da wir ja nur mal kurz ins Wasser wollten. Auf dem Hinweg hatten wir bereits eine kleine Badestelle mit Zugangstreppe entdeckt. Also zogen wir uns im öffentlichen Klo um und liefen zurueck zu der kleinen handtuchgrossen Wiese. Das Wasser war herrlich erfrischend und absolut klar. Es waren ueber 30 Grad und so tat die Abkühlung sehr gut.

Auf dem Weg zurück zur U-Bahn goennten wir uns noch ein kühles Getränk in einem schicken Strandrestaurant, bevor wir uns wieder zurueck in die Stadt machten. Es war wirklich toll, ein absoluter Pluspunkt fuer die Stadt und man haette hier den ganzen Tag verbringen koennen.

Zurueck in der Innenstadt liefen wir zielstrebig zu einem der bekanntesten Wiener Kaffeehäuser, dem Café Zentral. Ich wollte einfach noch mal das volle Klischee mit allem drum und dran, inklusive einem Stueck Sachertorte. Aber das wurde nichts. Sonntag Mittag, man haette es sich denken koennen, erwartete uns eine lange Schlange vor dem Eingang. Zeit war knapp also gingen wir in ein weniger klischeehaftes Café um die Ecke. Ein Stueck leckerste Sachertorte gab es dennoch und ich war happy.

Leider war es dann auch schon wieder Zeit, zum Hotel zu gehen und das dort wartende Gepäck abzuholen. Gegen halb 5 waren wir bereits am Wiener Auptbahnhof und deckten uns dort fuer die lange Fahrt mit ein paar Sandwiches und Getränken ein.

Wieder mal dauerte die Fahrt knapp 7 Stunden, aber dank ein bisschen Knitflix war es recht kurzweilig. Kurz vor Ankunft um Mitternacht bin ich sogar eingeschlafen, was dazu führte, dass ich am Bahnhof nur halb schlafwandelnd den weg nach Hause gefunden habe.

Fast vier Tage Wien, was soll ich sagen, es war einfach wundervoll und wir kommen sicher mal wieder.

Im Prater blühn wieder die Bäume

Nach dem Frühstück am Samstag sind wir direkt vom Hotel aus durch unser „Neubau“ Grätzel in Richtung Spittelberg gelaufen. Diese Gegend wird in Reiseberichten gerne auch als der Montmartre von Wien bezeichnet. Natürlich waren wir hier auch schon beim letzten Besuch. Es war Ende März, der Frühling stand vor der Tür und dennoch war es noch so grauselig kalt. Die Wirte hatten in freudiger Erwartung schon Ihre Tische und Stühle zusammengeklappt in den Gassen positioniert, aber die Strassen waren noch menschenleer. Es wehte ein eisiger Wind. Und genau in einer dieser Gassen reifte dann der Wunsch, das alles nochmal im Sommer zu besichtigen, wenn das Leben erwacht ist und irgendwie alles etwas fröhlicher aussieht.

Wir waren begeistert, denn der Plan ging auf und es hat uns gut gefallen. Wir schlenderten durch die Gassen und beschlossen, am Abend zum Essen wieder herzukommen.

Wir liefen weiter in Richtung Volksgarten, wo wir eine kurze Rast in einem Cafe mit lässigem 50er Jahre Charme machten. Mal wieder gönnte sich der Kai einen gespritzten Veltliner und ich erfrischte mich mit einem Eiskaffee. Dazwischen habe ich ein paar Reihen gestrickt und so genossen wir den Tag. Das Wetter war herrlich, nicht zu heiß, etwa 25 – 28 Grad und Sonne und Wolken wechselten sich ab. Perfekt für einen Städtetrip.

Am Rathausplatz war gerade ein mehrwöchiges Film- und Foodfestival und direkt vor dem Rathaus war eine riesige Leinwand aufgebaut. Abends gibt es dort immer Aufführungen. Sommer in der Stadt. Einfach toll. Bei einem der Essensstände holte ich mir Gyozas (vom Thai) und dieses Mal nahmen wir beide einen erfrischenden Weißwein mit Mineralwasser. Das Mischungsverhältnis beträgt in der Regel 2/3 Wasser und 1/3 Wein. Das ergibt einen guten Trinkfluss ;-) Wir setzten uns ins Grüne und beobachteten die Menschen und das Treiben im Allgemeinen.

Nach der Stärkung sind wir mit der Bahn weiter zum Prater gefahren. Da wollte ich auch gerne noch mal hin, obwohl ich im Nachhinein sagen muß, dass wir uns das auch hätten sparen können. Das schöne Wiener Riesenrad mit den roten Gondeln ist sehenswert, der Rest des Parks ist nicht weiter erwähnenswert, moment, doch … vielleicht das Kettenkarussel, welches sich in schnwindelnde Höhe nach oben schraubt. Da wird mir schon vom Zuschauen ganz blümerant.

Am späten Nachmittag hat sich Kai nochmal einen Besuch in der Strandbar Herrmann gewünscht, da waren wir ja bereits am 1. Tag. Die Atmosphäre am Kanal in der sommerlichen Abendstimmung ist aber auch einfach toll. Liegestühle aufgeklappt und mit Aperol Spritz in der Hand freuten wir uns, dass wir es so schön haben.

Als dann die Mägen hörbar zu knurren anfingen, war es Zeit auf Nahrungssuche zu gehen. Wir hatten ja bereits den Spittelberg ins Auge gefasst, dachten aber falls uns auf dem Weg was schönes ins Auge sticht … tat es aber nicht und so fuhr uns die Bahn direkt zum Ausgangspunkt von heute morgen. Wir landeten bei Witwe Bolte. Das kleine Lokal lag etwas zurückgesetzt von der Spittelgasse und hatte einen tollen gemütlichen Vorplatz. Wir hatten Glück und bekamen sogar noch einen freien Tisch. Für den letzten Abend gönnten wir uns jeder ein 3-Gang-Menü, welches mit allerlei österreichischen Spezialitäten gespickt war. Frittatensuppe, Tafelspitz, Wiener Schnitzel und zum Nachtisch gab es Palatschinken oder Kaiserschmarrn. Und es war wirklich alles ausgesprochen lecker. Schöner konnte man nicht sitzen, mitten in Wien, der wunderschönen Stadt an der Donau.

Es lebe der Zentralfriedhof …

… und olle seine Toten

Der Eintritt is‘ für Lebende

Heit‘ ausnahmslos verboten …

(Wolfgang Ambros)

Freitag konnten wir endlich wieder ausschlafen, es lagen drei entspannte Tage vor uns. Nach dem leckeren Frühstücksbuffet im Hotel sind wir direkt mit der Bahn in Richtung Naschmarkt aufgebrochen. Hier waren wie vor 10 Jahren auch nochmal, aber die ganzen Restaurants waren fast alle geschlossen. Dieses Mal war das natürlich anders, und wir bedauerten die noch vom Frühstück vollen Mägen. So gab es nur eine Melange für mich und einen Veltlinerspritzer für Kai. Das Wetter war etwas kühler als am Vortag und die Sonne wollte sich auch noch nicht so recht zeigen.

Anschließend brachen wir auf in Richtung Simmering, um uns den bekannten Wiener Zentralfriedhof genauer anzuschauen. Wir stiegen am Tor 2 aus der Bahn und waren erstmal erstaunt, daß es dort einen Souvenirshop und ein Kaffeehaus gibt. Hätte mir fast ein schwarzes T-Shirt mit der Aufschrift (siehe Beitragstitel) gekauft. Fand ich als Tochter einer Bestatterfamilie angemessen. Leider war der Schriftzug in „Comic Sans“ verfasst und das hielt mich dann davon ab ;-)

Wir kauften uns für zwei Euro einen Übersichtsplan, denn die Anlage ist riesengross. Man kann dort Elektrofahrräder leihen und eine markierte Joggingstrecke gibt es auch. Ich mag Friedhöfe sehr. Im Allgemeinen stimmt einen der Besuch dort meist sehr nachdenklich. Man streift an alten Grabmälern vorbei, die mal prunkvoll und dann auch wieder ganz einfach daherkommen. Man liest die Inschriften und errechnet die Lebenszeit, wenn das Geburtsdatum und das Sterbedatum dicht beieinander liegen. Irgendwann kommen wir bei den Musikern vorbei, Beethofen, Mozart, Strauss … wobei es bei einigen doch eher Ehrengrabmäler sind als letzte Ruhestätte.

Danach liefen wir rüber zu den österreichischen Volksschauspielern, die ich vor allem aus dem Fernsehen der 70er Jahre kenne, als die alten Schinken in ZDF und ARD so manchen Sonntag im familiären Wohnzimmer flimmerten. Theo Lingen, Hans Moser, Paul Hörbiger … ich fühle mich um Jahre zurückversetzt.

Ein paar Gräber daneben haben wir Udo Jürgens und sein Marmorklavier besucht. Etwas weiter hinten in der „Gruppe“ 40 liegt Falco begraben, der auch heute noch als österreichs größter Popstar aller Zeiten gilt. Seine Hits sind unvergessene Begleiter meiner Jugend.

Nach dem doch recht langen Spaziergang sind wir dann noch in das Café gegangen und haben und die Vormittagskombination (Melange/Weinspritzer) noch mal gegönnt, wobei es für mich noch ein leckeres Stück Erdbeertorte gab. Es war mittlerweile schon später Nachmittag.

Auf dem Heimweg sind wir nochmal bei der U-Bahn Haltestelle Stubentor ausgestiegen, um in einer Straße namens „Wollzeile“ eine kleine feine Papeterie zu besuchen, die ich bereits am Vorabend im geschlossenen Zustand entdeckt hatte. Ein paar sehr schöne Kleinigkeiten konnte ich für mein zweitliebstes Hobby, dem Journaling, ergattern.

Nach einer kurzen Ruhephase im Hotel sind wir später noch ums Eck gelaufen, denn wir waren ja im 7. Bezirk, dem „Neubau“, und ich hatte gelesen, daß dies ein wirklich schönes „Grätzel“ ist. Ein gemütliches Altbauviertel mit zahlreichen Kaffees, Restaurants und tollen Geschäften. Direkt ums Eck wurden wir bereits fündig und kehrten im „Mitzitant“ ein. Ein nette Nachbarschaftskneipe mit viel Lokalkolorit. Ich bestellte mir einen steirischen Backhendlsalat und Kai kann vom panierten Fleisch nicht genug bekommen, dieses Mal gab es Cordon Bleu. Der anschließende Kaiserschmarrn, der bei den Köchen wegen der schon späten Stunde nicht auf Begeisterung stieß, bekam in meiner offiziellen Schmarrnskala von 1-10 ganze 8 Punkte. Sehr sehr lecker war der.

Wien im Sommer

Vor fast genau zehn Jahren waren wir schon mal in der österreichischen Hauptstadt an der Donau. Damals war es allerdings Ende März und dermassen eisig und kalt, dass man nur dick eingemummelt die leeren Gassen der wunderschönen Stadt durchstreifen kon. Schon damals haben wir beschlossen, das alles mal im Sommer zu erkunden.

Gestern morgen klingelte der Wecker unbarmherzig um kurz vor 5. Müde sind wir zum Bahnhof gelaufen, denn bereits um 6.00 Uhr ging der Zug direkt vom Hauptbahnhof Frankfurt nach Wien. Die Fahrt dauerte zwar fast 7 Stunden, aber mit ein bisschen Netflix und Stricken kriegt man das auch rum. So werden wir in Zukunft sicher noch andere Städte erkunden, die man direkt (ohne Umsteigen) von Frankfurt aus mit der Bahn erreichen kann.

Um 1 Uhr mittags waren wir dann endlich da und es gab erst mal etwas Verwirrung mit der Wochenkarte fuer die Bahn, hat doch der Automat die Karte fuer die nächste Woche ausgespuckt. Aber wir konnten sie umtauschen. Eine Wochenkarte lohnt sich bereits bei 4 Tagen Nutzung.

Wir residieren im Flemings Hotel am Westbahnhof. Dort angekommen musste ich erst mal meine Schlafreserven auffüllen, währen Kai die vollverglaste Dusche mitten im Zimmer ausgiebig genutzt hat. Lustig ist das.

Danach aber endlich raus in die Stadt. Mit der U3 sind wir direkt ins Herz des 1. Bezirks gefahren und haben dort den Stephansdom bewundert. So ein Wahrzeichen am Anfang einer Städtetour bringt einen direkt in Stimmung fuer die Stadt. Und weil es so leer war sind wir direkt die 343 Stufen auf den Südturm gestiegen. Das war sehr schweisstreibend aber man wurde mit einem schönen Rundumblick belohnt.

Danach sind wir etwas raus aus dem Zentrum in Richtung Kanal gelaufen. Als der Aperol Spritz Preis endlich auf annehmbare 5.80 Euro gesunken ist, gab es dann auch den ersten Aperitiv des Tages.

Weiter ging es zum sogenannten Bermudadreieck, einem Kneipenviertel in der Altstadt, bis wir vorne am Kanal angekommen sind. Nach einem kurzen Spaziergang sind wir auf die Strandbar Hermanns gestoßen und fanden dort zwei wundervolle Plätze am Wasser mit Liegestühlen und lässiger Sundowner Stimmung. Das war ganz hervorragend.

Kai hat uns dann ein Restaurant fuer den Abend erschnueffelt. Direkt am Radetzkiplatz fand er ein Lokal mit heimischen Spezialitäten und einer wunderschönen Aussenterrasse. Fuer mich gab es ein Schwammerlgulasch mit Knödeln und fuer Kai die sog. Schweinsfledermaus mit Preiselbeeren und Krautsalat. Beides sehr lecker und so schlenderten wir mit gut gefüllten Mägen durch die belebten Gassen der Altstadt bis zur U-Bahn am Stephansdom. Wien im Sommer, so hatten wir uns das vorgestellt ❤️

Nach der Reise ist vor der Reise

Gestern Abend war unser schöner Kurztrip an den westlichsten Zipfel Europas dann wieder beendet. Wenn ich so an den Muskelkater in den Waden denke, die fette Blase die ich mir gelaufen habe … dann könnte man meinen, wir hätten einen Kurzaufenthalt mit Y-Reisen gebucht. Aber in einer Stadt wird eben immer viel gelaufen … da freut man sich doch direkt, daß man heute mal wieder arbeiten darf, und dabei nur ein bisschen Arbeiten muß ;-)

Gestern Abend sind wir so gegen 10 zuhause gewesen und die Katzen haben Stein und Bein geschworen, sie hätten seit Tagen nichts zu essen bekommen ;-) … aber ich bin sicher, die Nachbarin hat sie wie immer gut versorgt. Aber dem großen Miauen nach könnte man auf eine andere Idee kommen. Der durchtriebene Kater versucht es mit allen Tricks.
Wichtig war aber eher, daß das Herrchen sogleich die mitgebrachten Cracker, den Käse und den Portwein ausgepackt hat, um dem Abend noch einen würdigen Abschluß zu verleien.

Hier dann noch mal eine Zusammenstellung der schönsten Fliesen. Wenn es nach mir ginge, dann würde ich zuhause auch gerne den einen oder anderen Boden mit diesem Muster belegen.


Jetzt wird es dann aber wieder spannend. In nicht mal mehr 2 Wochen steht die nächste Reise an, und dieses Mal etwas größeres als eine kleine Städttour. Ich traue es mich gar nicht aufzuschreiben, es ist schließlich das dritte Mal, daß wir planen, diese Stadt zu besuchen … also genauergesagt, haben wir sie ja besucht, recht lange sogar … ich hatte nur etwas weniger davon mitbekommen. Also bitte alle Daumen drücken, daß dieses Mal nichts dazwischenkommt!!!

Wadenbeißer

Heute ist Affengedenktag, denn genau for zwei Jahren hat der Makake zugeschnappt. Schon den ganzen Tag erinnern wir uns in kleinen Anekdoten an diesem schrecklichen Moment. Da ist dann der furchtbar schlimme Muskelkater, den ich schon seit gestern in den Waden habe, auch nur noch halb so schlimm. Wir laufen, laufen, laufen … es geht viel bergauf und bergab in Porto, und obwohl ich die letzten Wochen wieder fleißig Stepaerobic gemacht habe, haben die Muskeln empfindlich reagiert. Autschn, Autschn. 

Dennoch, auch heute sind wir wieder sehr viel gelaufen. Überall hin, rüber auf die andere Seite des Flusses, wo wir eigentlich noch einen Portweinkeller besichtigen wollten, aber ich habe geschwächelt. Jetzt liegt Kai mir in den Ohren, dass er heute Abend als Betthupferl keinen Port mehr hat. 

Morgen ist unser letzter Tag in Porto, am späten Nachmittag geht es wieder nach Hause. Das war dann eine kleine Vorbereitung für die nächste große Reise. Bis dahin sind es noch nicht mal mehr zwei Wochen … iiik! 











Porto

Auf mehrfachen Wunsch, hier mal wieder ein kleines Update aus unserem Leben. So lange war es hier still, und ob sich das in Zukunft wieder ändern wird, vermag ich momentan noch nicht zusagen. Fest steht allerdings, nach turbulenten Monaten hat uns seit gestern wieder das Reisefieber gepackt und wir haben einige Trips in Warteschleife, von daher hier mal wieder ein paar Zeilen. 

Wir sind gerade in Porto, für ein verlängertes Wochenende. Immer wieder schön, festzustellen, wieviel man so aus ein paar Tagen rausholen kann. Gestern früh mussten wir bereits um 3 Uhr morgens aufstehen, um den sehr frühen Flieger in die Stadt am Rio Douro zu erwischen. Irgendwo habe ich mal gelesen, Porto sei die schmutzige kleine Schwester von Lissabon. Zugegeben, es gibt schon einige sehr heruntergekommene Ecken hier, aber die Stadt hat sich doch sehr herausgeputzt. Wir finden es traumhaft schön hier und das Wetter tut sein allerbestes, um die vielen bunt gefliesten Häuser, in den allerschönsten Farben leuchten zu lassen. Mein Fotoapparat läuft wieder heiß. Musste mir übrigens ein neues Modell kaufen, da mir der Alte auf den Boden gefallen ist und die Reparatur des Displays über 300,- Euro gekostet hätte. Mit dem neuen bin ich sehr sehr glücklich. 
Wir geniessen endlich wieder einmal die für uns mittlerweile typische Art, eine Stadt zu erkunden, nämlich ohne Plan und Ziel. Wir lassen uns einfach treiben … so macht es uns am meisten Spaß. Entdecken tut man dabei so viel. Ein paar Tipps habe ich auch von einer neuen bekannten bekommen, die vor kurzem mit Mann und Kind aus Lissabon nach Frankfurt gezogen ist, eine Strickerin … Was sonst ;-) 
Ein Tipp war es auch, unbedingt die für Porto berühmten Francesinhas zu probieren. Auweia. Ein derart kalorienhaltiges Gericht habe ich glaube ich noch nie gegessen. Hoffentlich kann das viele herumlaufen in der Stadt das wieder ein bisschen gut machen, ansonsten sehe ich schwarz für die Diätpläne ;-) 
So das wars erst mal wieder, mal sehen, ob es weiter geht :-) 

Bye, bye Bologna

Wit sitzen nun bereits wieder am Flughafen in Bologna und hängen mit den Gedanken dem wunderschönen Wochenende hinterher. Bologna ist einfach toll, und warum die Stadt La Grassa (die Fette) genannt wird, erschließt sich mir nun auch vollkommen. Ich habe bestimmt schon wieder 5 Kilo zugenommen. Auweia. Aber wer sich bei diesem Angebot an feinsten italienischen Speisen auf Diät setzt, der ist selber schuld. 
Gestern haben wir die 498 Stufen des Torre Asinelli bestiegen. Etwas eng geht es zu im inneren, steile Stufen und ein bisschen wie im Alsfelder Kirchturm. Aber der Ausblick belohnt. Danach ein leichtes shoppen, wundersamer Weise gab es sogar Klamotten in meiner Größe ;-) … mit meinen 1,78 ist das in diesem Land in der Regel eher schwierig, Schuhe in Größe 42? Vollkommen ausgeschlossen. 
Abends waren wir dann am Stadtrand auf dem Fingerfood Festival … Was soll ich sagen … Hmmmmmmmmm.    

Bologna the Beautiful

Freitag Abend sind wir sehr spät in Bologna angekommen. Die Stadt war mir früher als Kind immer als Punkt entlang der Autobahn in Richtung Adria ein Begriff. Fälschlicherweise dachte ich früher immer, es handelt sich um eine langweilige Industriestadt. Bis wir dann in den neunzigern auf einer Studienreise einen kurzen Zwischenstopp dort gemacht haben. Von da an war ich begeistert von der Stadt mit den endlos langen Arkaden. Aber erst jetzt haben wir es dann tatsächlich mal hierher geschafft. Und wir lieben es, alleine schon wegen dem Essen und der sehr ausgeprägten Aperitifkultur. Ob Parmesankäse, Parmaschinken, Tortellini, Lasagne Oder die weltberühmte Hackfleischsauce … you name it … alles scheint irgendwie hier seinen Ursprung zu haben. Gestern Abend zum Beispiel, Lasagne alla Bolognese … Ein Gedicht. 
Wie immer lassen wir uns einfach treiben im Gewühl der italienischen Großstadt … 

Alsfelder Geschichten

Momentan weilen wir mal wieder in Alsfeld. Gestern sind wir hergefahren, um einen Gutschein einzulösen, den Kai zum 50. von meinen Eltern geschenkt bekommen hat … einen sogenannten Alsfelder Spezialitätenrundgang. Schön wars. Um 3 traf man sich auf dem Marktplatz, wo eine Dame mit ordentlich Lokalkolorit die Führung mit einem Schnäpschen einläutete. Es war überhaupt das allererste Mal, dass ich in meiner Heimatstadt an einer Führung teilgenommen habe. Gar nicht uninteressant, was man dabei so alles erfahren hat. So zum Beispiel die Anwendung eines mittelalterlichen Dixiklos, den sogenannten Abtrittanbieter. Eine Person mit zwei Holzeimern und breitem Umhang unter dem die Besucher ihre Notdurft verrichten konnten. Man lernt nie aus :-) 

Weiter ging es durch die wunderschöne Altstadt, es gab Kaffee und ein Alsfelder Küsschen im Marktcafé, Kartoffelwurst und Bier im Amthof sowie zu guter Letzt den berühmten Salzekuchen mit Wein im sensationellen Gewölbe des Alsfelder Weinkellers. Ein wirklich schöner Nachmittag, kurzweilig und amüsant.