Katzenherz

Gerade wird wieder eine große Menge an Glückshormonen ausgeströmt. Am letzten Sonntag haben wir nämlich endlich mal das Projekt Bilderwand in Angriff genommen. Kai hat eine große Menge an einfach verglasten Wechselrahmen mit in die noch nicht vollzogene Ehe gebracht und wir haben überlegt, wo man diese am besten plaziert. Entschieden haben wir uns für ein leicht klaustrophobisch wirkendes Konzept auf dem stillen Örtchen, im Klugscheißermodus würde man diese auch als Petersburger Hängung bezeichnen :-D
Warum die Glückshormone? Weil ich dazu aus unseren gemeinsamen Urlauben eine bescheidene Bildauswahl ins Labor gegeben habe, und gerade die Abzüge eingetroffen sind. Ich habe schon sehr lange keine selbst fotografierten Bilder in den Händen gehalten, und ich muß sagen, die Wirkung ist ja so grandios. Die Erinnerungen werden lebendig, und man möchte sofort damit anfangen, seine ganze Umgebung damit zu tapezieren.

Heute Freitag, ich bin schon fast in entspannter Wochenendstimmung. Leider müssen wir heute Abend noch mit Lilo zum Tierarzt. Die kleine Maus hat uns am Mittwoch Abend großen Kummer bereitet. Aus heiterem Himmel ist sie, bei dem Versuch ihre Heizungshängematte zu besteigen, einfach so rücklings hingefallen und hat alle viere in unnatürlicher Verkrampfung Richtung Decke gestreckt. Sie hat erbärmlich gemaunzt und es war ein schrecklicher Anblick. Es war ca. halb zehn am Abend und wir sind sofort mit ihr in die Tierklinik gefahren, dort kann man gottseidank immer hinkommen, ein hoch auf die große Stadt. Dort angekommen, war der Spuk aber schon wieder vorbei, als wäre nie etwas passiert hat sich die kleine Kampfschmuserin angstvoll an mich gepresst. Denn auch wenn man sagt, Katzen würden sich kaum erinnern, den Tierarzt kennen sie alle.
Die Ärztin hat dann unregelmässige Herztöne festgestellt und orakelt, daß das wohl eine Art Schwächeanfall war, vielleicht wie so ein Kreislaufkollaps beim Menschen.
Heute Abend bekommt sie daher ein Ultraschall plus Röntgen. Jaja, ich weiß, im Büro haben schon alle die Augen gerollt, als ich sagte ich müsse früher gehen, weil meine Katze eine Herzultraschall bekäme ;-) Ich hoffe trotzdem inständig, daß nix ist und wir wieder beruhigt sein können.

Am Wochenende finden dann schon ein paar Vorbereitungen für Kais herannahenden runden Geburtstag statt. Der arme grämt sich schon ein bisschen, weil am Dienstag die große gefährliche 5 heranrollt. Noch sei er Ende 40, betont er stets mit Nachdruck ;-)

Wanderlust

Während sich heute tausende trolleybekofferte Lesewillige in Richtung Messegelände aufmachen, bewege ich mich mal wieder aus der Stadt. Gerade sitze ich am Frankfurter Hauptbahnhof und warte auf meinen Zug nach Wiesbaden. Heute ist Fortbildungstag. Die Architektenkammer Hessen möchte nämlich, dass sich ihre Mitglieder immer weiterbilden. Man muss sogenannte fortbildungspunkte sammeln. Wie praktisch, dass dieses Bedürfnis in gleichem Zug von den Kammern befriedigt werden kann. In Form von teuren Seminaren in gepflegtem Villenambiente inmitten der Landeshauptstadt. Ein Schelm, wer böses dabei denkt ;-)

Egal, Weiterbildung ist ja in jedem Fall was gutes und die meisten dieser Seminare sind auch ganz brauchbar. Außerdem muss ich mir um die Finanzierung keine sorgen machen, da unsere Firma diese Kurse bezahlt. 
Heute geht es um Form und Farbe. Ich bin gespannt. 
Schon vorne am Bahnsteig stand heute eine gut gelaunte Rentner Reisegruppe, allesamt im Wanderoutfit. Nun bin ich morgens meist eher ruhebedürftig und suchte mir ein einsames Plätzchen weit vorne im Zug. Aber von hinten polterte es plötzlich mit der Wucht eines herannahenden Tornados. „Erika, Hildegard!!!“ tönte es schon von weitem. Das konnte nur eines bedeuten, Unruhe … die restlichen Mitreisenden raunten auf, und unter einem seufzen räumten wir die vorgewärmten Plätze und versuchten noch weiter nach vorne auszuweichen. Naja, Samstag morgen im Oktober, ein Zug in Richtung Rheingau … 
Apropos Oktober, gestern Abend waren wir noch draußen und die Temperaturen waren fast ein bisschen tropisch, hohe Luftfeuchtigkeit und wärme … kaum zu glauben, heute Nacht blieb sogar das Fenster auf. 
Der letzte Tag in Bergamo war übrigens sehr laufintensiv, ich glaube so viel bin ich seit dem affenbiss nicht mehr gelaufen. Aber der Fuß macht alles mit. Ich bekomme ja jetzt seit 2 Wochen eine richtige lymphdränage, vom Hals bis zu den Füßen. Und die Ergebnisse sind einfach spektakulär. Ich habe das Gefühl, dass dem gnubbeligen Hauttransplantat damit endlich Einhalt geboten werden kann, ein bisschen wenigstens. 

Businesskasper

Als ich mich heute morgen an den Frühstückstisch setzte, fand ich zwei computergenerierte Ausdrucke auf meinem Platz, aus denen ich ein verlängertes Wochenende Ende Oktober entweder nach Neapel oder Budapest wählen sollte. Kai heißt ja im eigenen Bekanntenkreis nicht ohne Grund Kaiholiday … und so wie andere Briefmarkensammeln, sammelt Kai eben Reisen. Den Mallorcatraum im Oktober haben wir somit erstmal offiziell verschoben, nachdem mein Arzt relativ entsetzt über meinen derzeitigen Joggingehrgeiz war. Nein, nein, nicht übertreiben, maximal leichtes Walken bitte … hm, aber zugegeben, vielleicht war das Vorhaben auch etwas waghalsig. Nichtsdestotrotz wird weitertrainiert mit der strengen Vorgaben, niemals gegen den Schmerz zu arbeiten … nojo, also, ich die Memme der Nation, Schmerzen mag ich ja gar nicht, besteht also keine Gefahr. Also … was wollte ich eigentlich sagen. Kai ist derzeit auf der Suche nach einem Alternativprogramm zur Sonneninsel, und da stehen eben Neapel und Budapest zur Debatte. Ich fänd ja den Süden Italiens sehr schön. Mal schauen.
Vorhin in der Physiotherapie wurde ich mit einem Schröpfglas behandelt, damit kann man das etwas verhärtete Narbengewebe aufweichen. Es gibt da nämlich leider noch so eine Problemstelle am Füßlein. Nämlich ganz vorne ist ein Teil der Narbe wohl mit der Sehne verwachsen, was leider beim Laufen noch Schmerzen bereitet und außerdem das Hühnerei am Abschwellen hindert. Der Doc meinte, da könne man evtl. noch operativ was machen, aber bevor die Messer gewetzt werden, werden jetzt alternative Heilmethoden ausprobiert, eben Schröpfgläser, Kineseotape, gutes Zureden, Massieren und ein bisschen Alkohol ;-)
Falls es jemanden interessiert, das Meeting am Mittwoch verlief seeeehr erfolgreich und fand allgemeinen Anklang. Aber jetzt nicht überbewerten, alles gut und weiter gehts :-D
Heute war dann ein abschließendes Treffen mit den Kanadiern in der Lounge, an der wir in den letzten Jahren einen nicht unerheblichen Teil zur allgemeinen Verständigung beigetragen haben. Die Zusammenarbeit war wirklich mehr als angenehm und ich werde die netten Menschen dort wirklich vermissen. Selbst eine Dienstreise nach Toronto vor zwei Jahren war drin, ich durfte Businessclass fliegen, in einem Hotel im 34 Stock direkt am Ontario Lake wohnen und nebenbei ein bisschen Businesskasper spielen ;-)

Business Kasper from marcelwidmer on Vimeo.

Die viele Zeit, die ich in den letzten beiden Jahren am Flughafen mit unten bebilderter Aussicht verbracht habe, hat natürlich das ständig vorhanden Fernweh keinesfalls gemildert. Im Gegenteil, mit jedem Flieger, der vom Boden abhob, fragte ich mich, wo der wohl jetzt hingeht und warum ich da jetzt nicht drinsitze.

Anbei noch ein Foto, welches ich in meinem absoluten Lieblingszeitschriftenladen gemacht habe, der ist jedesmal ein absolutes Muß, wenn ich am Flughafen bin, die Auswahl ist einfach toll. Und ich schwöre es, die Zeitungen da unten standen alle direkt neben den Strick- und Häkelzeitschriften. Ob ich mir mal eine kaufe? ;-)

Architektengeschwätz

Soeben habe ich mich mal wieder auf dem Weg in die benachbarte Kurstadt begeben. Sonntag. Ich weiss, aber es muss sein. Mittwoch ist ein sehr wichtiger Termin, bei der ich nicht nur darum gebeten wurde, den formalen Dresdcode einzuhalten, sondern auch mein derzeitiges Projekt in hochoffizieller Runde zu präsentieren. Wenn man mit mit dem eigenen Produkt im Einklang steht, sollte das auch nicht so schwer sein. Schwieriger wird sicherlich die Bekleidungsfrage. Selbstverständlich verfüge ich über einen kleinen Fundus an vorzeigbarer Architektentracht, aber es passt ja nix mehr … aaaaargh!!! Also habe ich mich bereits am Wochenende damit beschäftigt und alles frisch gewaschen, was in Frage kommt. Heute Abend ist dann der Testrun ;-)

Ansonsten heißt es heute richtig ranklotzen. Der neue Kollege ist derzeit dabei, das ganze zu rendern – bedeutet, eine hübsche 3D Visualisierung herzustellen, und ich muss noch einiges feintunen, Berechnungen anstellen, aufhübschen, etc. etc. Aber es macht sowas von Spaß, schön wenn man dafür auch noch bezahlt wird … darf nur der Chef nicht lesen, sonst sieht es schlecht aus in der nächsten gehaltsverhandlung ;-) 
Auf dem Weg zum Bahnhof bin ich an einem meiner absoluten lieblingsgebäude in Frankfurt vorbeigelaufen. Nicht unbedingt wegen der Optik, sondern wegen den Erinnerungen, die es wachruft. Es ist nämlich exakt so gebaut, wie ein typisches Loftbuilding, von denen es in New York tausende gibt, und in genau so einem habe ich damals gearbeitet, ecke 26th and 6th Avenue. Typisch dafür der separate Eingang auf der einen Seite  und der spiegelgleiche Eingang für die Lieferanten auf der anderen Seite,die riesengroßen Fenster, Stahlsäulen im inneren und weitläufige Etagen. Ein Traum, in so etwas zu wohnen ;-) 

Freitag Abend waren wir zum Essen bei Kais ehemaliger Kollegin in Bad Nauheim eingeladen. Eine quirlige Person, die an Herzlichkeit kaum zu überbieten ist, da muss man sich einfach wohlfühlen. Lustig auch … ihr Mann ist Architekt und hat auch schon mit meinem Chef zusammengearbeitet. 
Immer wieder interessant, obwohl Kai und ich uns ja aus dem anonymen Internet kennen, gibt es doch öfters mal überkreuzungen. Ich sag’s ja gerne wieder … nur fünf Schritte bis zum Papst. 
In diesem Sinne: einen geheiligten Sonntag allerseits :-) 

Nostragabus

Wer ist der Prinz? Fragte mich Freundin C. heute morgen als erstes per Whatsapp. Nun … es handelt sich, wie ich schon orakelte um jemanden aus Kais Bekanntenkreis und außerdem … auch hier darf ich mir auf die Schulter klopfen, war es jemand, den ich noch nicht kannte.
Lustig war aber schon die Begrüßung, denn die war so, als würde man sich schon ewig kennen. Aber ich kenne das ja bereits aus meinem früheren Blogleben. Ich habe schon voerher gebloggt und gerne andere Blogs gelesen. Öfter gab es reale Treffen und es war sofort eine große Vertrautheit zu spüren.
War jedenfalls ein echt dufter Abend mit leckerem Thaifood … und es gab sogar Singha Bier.
Alleine schon wegen der fantastischen Sommerrollen müssen wir da unbedingt noch mal hin *tropf*

Was war noch? Dienstag gab es mal wieder einen großen Blackout in Bad Nauheim. So etwas kennen wir ja bereits aus dem letzten Jahr und jetzt ist es eben wieder passiert. Wirklich lustig allerdings, kurz bevor es passierte nahm ich ein kurzes Flackern der Bürolampen war … nur ein Augenzwinkern. Aber ich habe sofort zu meiner Kollegin gesagt, das wäre ja wie im letzten Jahr … haha, am besten wir speichern mal schnell unsere Dateien. Auch im Nachbarbüro rief ich alte Erinnerungen wach … und während wir so witzelten … rums-bums … weg, alles aus. Da war das Gelächter riesengroß und alle waren sehr beeindruckt von meinen hellseherischen Fähigkeiten ;-)
Früher, als wir alle noch im Schein einer Petroleumlampe am Zeichentisch unser Rücken verbogen haben (Schöne Betonschraffuren am oberen linken Rand der Din-A-0 Zeichnung mit Überformat ;-) hätte uns so ein Stromausfall sicher nicht aus dem Konzept gebracht. Aber jetzt? Na schön, dann gab es eben einen frühen Feierabend. Blöd nur, wenn man eine Todeslinie vor Augen hat und eigentlich dringend was fertig machen muß … am nächsten Tag kam ich auch zu nichts, da ich fast den ganzen Tag in einer Besprechung versandet bin … Ende vom Lied, morgen muß ich einrücken. Sehr dumm das. Wochenendarbeit kommt Gott sei dank nicht mehr oft vor, aber manchmal eben schon … und dann heißt es eben Zähne zusammenbeißen und durch.

Heute Abend sind wir in Bad Nauheim zum Essen eingeladen. Könnte eigentlich gleich hierbleiben ;-)

Noblesse Oblige

Nun haben wir lange genug gerätselt, und ich denke es ist an der Zeit, dem Prinzen aus Zamunda einen (fast) eigenen Beitrag zu widmen. Schon seit geraumer Zeit verfolgt er uns hier im Blog, ob regelmäßig oder nicht vermag ich nicht zu sagen. Er erfreut uns jedenfalls immer wieder mit herzerfrischenden Kommentaren.
Nun … wir müssen es zugeben, wir sind mit unserem Latein am Ende. Jeden haben wir schon verdächtigt, dann wieder verworfen und so weiter. Wir sind einfach nicht weitergekommen, und so geriet es mit der Zeit in Vergessenheit.
Letzte Woche nun bat der Prinz um ein Stelldichein … ein Treffen „beim netten Italiener“. Natürlich sind wir sehr neugierig, und lassen uns auf dieses Spielchen ein. Somit kann theoretisch jeder verfolgen, wann es soweit sein wir, und uns der Prinz mit seiner persönlichen Anwesenheit erfreuen wird.
So ziemlich jeder unserer Bekannten stand schon unter Verdacht. Wobei ich persönlich der Meinung bin, daß es sich nur um einen von Kais Freunden handeln kann, wahrscheinlich sogar jemand, den ich noch gar nicht persönlich kenne. Aber wir werden sehen. Die Auflösung steht kurz bevor ;-)
 
Gestern Abend war ich seit langen mal wieder auf einem Konzert. Meine Freundin Christina und ich schenken uns gerne mal solche Tickets zu den jeweiligen Geburtstagen … erstens haben wir ja schon alles ;-) und zweitens ist Livemusik einfach immer wieder ein Erlebnis. Der gestrige Abend wurde von ihr gesponsert und war die Einlösung meines Geburtstagsgeschenkes.
Im Mai, als sie die Karten gekauft hat, hat sie gefragt, ob ich denke, daß ich Mitte August wieder laufen kann. Ich antwortete, wenn ich es bis dahin nicht wieder könne, dann wäre irgendwas falsch ;-) Und so war es dann auch, sogar Tanzschritte und leichte Hüftschwünge waren drin.
Die Musik von Kelis ist einfach zauberhaft. Ein bisschen Chaka Khan, eine rauchige Stimme … goldene Discobehänge auf der Bühne, großartige Musik mit tanzbaren Rhythmen … es hat sehr viel Spaß gemacht.
Heute morgen war dann das Aufstehen auch etwas beschwerlicher, aber Kai hat mich sanft säuselnd mit einer dampfenden Tasse frisch aufgebrühten Kaffees aus dem Schlaf geholt :-)
 

Rheingau

Wir hatten ein wirklich sehr schönes und kurzweiliges Wochenende im nicht so weit entfernten Rheingau. Freitag Abend sind wir direkt nach der Arbeit angereist und haben uns gar nicht lange mit Kofferauspacken aufgehalten. Denn wir hatten etwas zu feiern. 2 Jahre!!! Auf den Tag genau am Freitag vor 2 Jahren haben Kai und ich ebenfalls einen sehr schönen Abend miteinander verlebt. An diesem Abend haben wir beschlossen, daß ich mit nach Mallorca fliege, um ihm beim dortigen Halbmarathon zuzuwinken. Es war praktisch besiegelt. Den 15. August haben wir somit als offizielles Datum auserkoren. Damit wir immer schon was zu feiern haben ;-)
 
 
Leider war ja das Wetter nicht ganz so dolle und wir mußten mit ständig wechselnden Wetterbedingungen rechnen. Sonne + heiß, Jacke aus, Prasselregen, Jacke an, Schirm raus, Regen weg, Schirm zu, Sonne + heiß, Jacke wieder aus, Regen dazu … Schirm auf und so weiter und so weiter. Aber wir konnten auch wunderbar wandern gehen.
Mein Fuß hat diesbezüglich einen neuen Rekord aufgestellt, mindestens 3 Stunden sind wir gelaufen. Das war ein wirklich gutes Gefühl. Zwischendurch ein Tässchen Kaffee am Rhein.

 

Nachmittags sind wir dann noch mal nach Rüdesheim gefahren. Dort war eins der zahlreichen Weinfeste. Wir haben oberhalb des Ortes geparkt und sind dann mal durch die Drosselgasse gelaufen. Wirklich ulkig. Alles voll mit asiatischen und amerikanischen Touristen, die dort durchlaufen, und glauben ein echtes Stück Deutschland mitzunehmen. Ein bisschen was hatte es von der berühmten Khao San Road in Bangkok ;-)
Nebendran, nur ein paar Gassen weiter, dort wo ein typisch deutsches Wein- bzw. Stadtfest seinen Lauf nahm, hat sich keiner dieser Touristen hinverirrt. Irgendwie merkwürdig.
Das sollte einem stets zu denken geben, wenn man sich in einer dieser „typischen“ Gegenden im Ausland aufhält *klugscheissermodus aus* ;-)

Abends haben wir dann noch ein sehr tolles kleines Restaurant in Winkel, entdeckt, wo wir ganz hervorragend gespeist haben. Kai sagt ja immer, ich hätte eine echte Schnüffelnase, was das Auffinden solcher kleinen leckeren Restaurants angeht. Dabei ist das ja gar nicht so schwer, ich schaue immer auf das Logo des Restaurants, die Einrichtung und die Speisekarte. Eine volle Speisekarte auf der Schnitzel in 180 Variationen stehen, spricht in der Regel nicht so sehr für die Qualität der Speisen. Unambitionierte Inneneinrichtung und Logogestaltung versprechen oft ebenso wenig Ambition in der Küche. Manchmal stimmts, manchmal nicht … letztentlich isses Glückssache.
Das Essen im Zehentenhof war jedenfalls lecker. Der Koch mochte sein eigenes Essen sicher am liebsten ;-) (hatte gewisse Leibesfülle) … und man möchte ihm noch zurufen, etwas weniger Öl täte den Speisen noch besser (ups, da isser doch wieder angegangen, der K-Modus ;-)

 
Sonntag sind wir dann nach dem Frühstück irgendwann in Richtung Heimat gefahren. Gegen mittag waren wir zuhause und haben den Rest des Tages mit gemütlichem Nichtstun verbracht. Ich habe mich mit leichtem Stricken vergnügt, während Kai leichte Reparaturarbeiten unternommen hat.
Und jetzt geht die neue Woche wieder los. Auweia, es ist schon 16.00 Uhr und ich mache gerade erst Mittagspause. Irgendwas ist hier gerade falsch …

Bloß mal so

Schon wieder Donnerstag … die Woche rast nur so in affenartiger (blödes Wort ;-) Geschwindigkeit an mir vorbei. Also nutzt ich mal schnell das Mittagspäuschen, um einen kurzen Beitrag zu schreiben. Ich kanns ja eh nicht lassen.
An der Arbeit bin ich ordentlich mit einem ganz wundervollen Projekt beladen. Es gibt zwar einen gewissen Druck, aber ich kann mich fast nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte Mal so viel Freude mit dem Job gehabt habe. Bleibt jetzt erst mal so … habe ich beschlossen. Kai macht sich natürlich schon sorgen, weil er Angst hat, ich könnte evtl. nun das Interesse an Urlauben aller Art verlieren … aber ich denke, soweit wird es sicher nicht kommen ;-)
Am Wochenende sind wir auch erst mal wieder unterwegs, im Rheingau. Ein Geschenk von Kais Eltern, weil Ende letzten Jahres mal eine Zeit lang nichts so war, wie es sein sollte und Kai sich mächtig reingestürzt hat. Jetzt bekommt er die Belohnung ich darf partizipieren. Sozusagen.
Wir freuen uns jedenfalls auf einen Kurztrip in naher Umgebung mit Wanderungen in den Weinbergen und natürlich auch gutem Wein. Mal schauen, wie das in mein neues Ernährungskonzept passt.
Ansonsten freue ich mich auch sehr auf den Herbst, hier jammern ja alle gerade über den verregneten Sommer. Ich fand den Sommer eigentlich ganz schön, naja zugegeben, wir haben ja auch in diesem Jahr schon sehr früh damit angefangen. Tropische Temperaturen in Thailand … *seuft* … lauter schöne Erinnerungen. Ich habe jedenfalls nix dagegen, wenn dann jetzt ein schöner goldener Herbst bis tief in den Oktober folgt.

Urlaubsgeständnisse

Eigentlich ist es ja bekanntermaßen nichts neues, daß Kai und ich gerne reisen. Um so erstaunlicher, daß so ziemlich jeder entsetzt fragt: „Wie, ihr wollt schon wieder Urlaub machen?“
Kais standardisierte Antwort belehrt dann den Fragenden mit der Behauptung, wir hätten doch in diesem Jahr noch keinen einzigen Tag Urlaub genommen! Per Definition hat er da ja wohl recht ;-)
 
Naja, verdient oder nicht, wir nehmen’s wie es kommt und so werden wir am Samstag erst eine Fahrt durch die Alpen in die schöne Schweiz unternehmen, um dann nach einer Übernachtung bei Kais Freunden weiter in Richtung Pellio zu fahren. Dem Heimatort von Nonno. Dort waren wir ja schon mal zusammen und es ist wirklich sehr schön. Das kleine Dörfchen liegt ganz idyllisch im Val d’Intelvi zwischen dem Luganer und dem Comer See. Zu beiden Seen ist es praktisch gleich weit. Die Lage ist einfach traumhaft. Es gibt ein (gar nicht so kleines) Apartment mit einem wundervollen Blick über das Tal und die Berge. Wir freuen uns sehr darauf.
 
Und wo wir schon dabei sind … für November wird dann wieder Asien angesagt sein. Wir haben einen Flug nach Singapur gebucht. Ich hatte so eine merkwürdige Sehnsucht nach diesem Ort, von dem ich außer den beigegetünchten Krankenhauswänden und weißgekachelten Operationsräumen so gar nichts kenne. Ich bin so neugierig auf das Hawker Food, auf den Singapore Zoo, auf das Leben auf der Straße, Little India und so weiter und so weiter.
Aber zwei Wochen im Stadtstaat könnten vielleicht zu viel sein, daher machen wir noch einen 10-tägigen Zwischenstop im Süden Vietnams.
Kai hat irgendwo gelesen, daß man dort sogar Affen im Restaurant serviert ;-)
 
Es soll ja jetzt Leute geben, die angesichts dieser Planung nur hilflos den Kopf schütteln, wie kann man nur noch mal in ein solches Land fahren, wenn man vom Affen gebissen wurde?
Ich antworte dann (ebenso belehrend ;-) sehr gerne, daß einem in Bad Homburg bei Aldi auch ein Baukran auf den Kopf fallen kann. Und das meine ich überhaupt nicht despektierlich.
 
Freitag Abend sind wir ins benachbarte Offenbach geradelt. Die ganze Strecke am Main entlang. Ich muß unbedingt mal meinen Fotoapparat ins Grenzgebiet mitnehmen. Es gibt dort noch so viel schönes zu entdecken. „Noch“ sage ich, denn die unheilvollen Baukräne schwingen bereits über dem Gebiet und werden in schöner Investorenmanier ein gesichtsloses Gebäude nach dem Anderen über die Industriebrache würfeln. Nur um dann anschließend so ziemlich alles zu zerstören, was diese ehemalige Hafengegend so liebevoll macht.
Naja, als Architektin muß ich da wohl mal meine Klappe halten. Immer noch besser als mitten in Berlin ein Stadtschloss zu errichten ;-)
 
Samstag dann das alljährliche Schweizer Strassenfest. Nach einem kräftigen Regenguss waren wir dort mit ein paar Leuten und haben uns … mal im Kriechtempo, mal im Kontrapost durch die Menschenmenge gegessen und getrunken. Am Ende der Straße war ich fix und fertig. Mein Füßlein hat schon die ganze Woche Zicken gemacht. Dick wird er, weh tut er … doof das.
 
 
Sonntag erst Frühstück mit Milchkaffee und amerikanischen Blaubeerpancakes und später dann zum großen Familientreffen zu den Caminadas nach Idstein. Wir haben ein bisschen über die bevorstehende Hochzeit geplaudert. Auweia … mal schauen, ob wir es schaffen, so wirklich jedem Anspruch gerecht zu werden … hm … wahrscheinlich nicht. Am Ende machen wir es dann einfach so, wie wir es für richtig halten ;-)
 
 
Sonntag Abend dann, als wir zuhause angekommen sind, hat uns ein Berg griechischer Leckereien vor der Tür erwartet. Unser Lohn für zwei Wochen nachbarschaftliches Katzensitten. Unter anderem mindestens 5 Kilo leckere große Fleischtomaten und eine Monsterwassermelone. Yum, yum. Es ist wirklich eine ganz wunderbare Tradition, daß wir uns gegenseitig immer mit Leckerereien aus dem jeweiligen Urlaubsort beglücken, nachdem wir … und das ist ja überhaupt das beste an der Sache … immer gegenseitig auf unsere Miezekatzen aufpassen.