Sandfasern + Sonnenuntergang

Aktuell sitzen wir in der Fähre auf dem Weg zur Nachbarinsel Praslin, wo wir knapp eine Woche bleiben werden. Der Katamaran ist bis auf den letzten Platz gefüllt, aber dank Kais rechtzeitiger Anstehtaktik konnten wir Plätze direkt am Fenster ergattern. Die Überfahrt dauert etwa eine Stunde. Gleich geht es los.

Der gestrige Tag war etwas ruhiger. Vormittags sind wir ein bisschen geschnorchelt und nachmittags sind wir die Küste ein Stückchen weiter nach oben gefahren. Wir waren nochmal schwimmen am wunderschönen Carana Beach. Lustigerweise trafen wir hier noch mal auf unsere Hüttennachbarn aus unserer ersten Unterkunft auf Mahé.

Ein paar Reihen habe ich gestrickt, und Kai bemerkte rechtzeitig, dass sich einer meiner Wollknäule alleine in Richtung Meer aufgemacht hat. Kai hat ihn rausgefischt und jetzt arbeite ich eben etwas Sand und Salzwasser anstatt der zuhause üblichen Katzenhaare ins Gestrick ein :-)

Abends haben wir uns den Sonnenuntergang aus einer der Strandbars angeschaut. Durch die Lage am Äquator geht das hier minutenschnell. Die Pina Colada war sehr lecker und im Anschluss holten wir uns noch unser Abendessen in einem der Food Trucks und verspeisen dies gemütlich auf unserem Balkon.

Heute morgen ging es zum Abschied von Mahé noch mal schnorcheln. Und dieses Mal hatten wir grosses Glueck, denn vor uns war ein Schwarm gestreifter Fische, teilweise im Miniformat, daneben noch andere dunklere Fische, ein langer dünner Trompetenfisch und kurz vor dem rausgehen dümpelte noch ein fast perfekte getarnte Stachelrochen auf dem Sandboden. Etwa einen halben Meter breit mit dem langen Schwanz, ein faszinierendes Geschöpf. In Ermangelung einer Unterwasserkamera kann ich leider kein Bildmaterial bieten. So werde ich diese schöne Erinnerung ganz einfach im Herzen behalten (sollte ich vielleicht anfangen, Groschenromane zu schreiben ;-)

Heute hat uebrigens meine Mama Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch schon mal von dieser Stelle, wir werden nachher noch mal versuchen anzurufen.

Zeitsprung: Sonntag morgen mit erstem Kaffee auf der Terrasse. Der Anruf nach Deutschland per WhatsApp hat trotz der recht schlechten Internetverbindung geklappt. Als Gegensatz zu unseren vielen Strandbildern hat sich die Familie mit schmackhaften und sehr lecker aussehenden Kuchenbildern gerächt ;-)

Wanderung zur Anse Major

Mitten in der Nacht, bzw. seeehr früh am Morgen stupste mich mein Gemahl und säuselte mir ins Ohr, dass ich das bestimmt sehen wolle. Ich drehte mich also um und aus dem grossen Fenster sah man einen leuchtenden Himmel hinter den Hügeln auf der anderen Seite der Bucht. Sonnenaufgang, direkt aus dem Bett zu beobachten, das hatte ich bisher auch noch nicht. Dazu das Meeresrauschen und ich war schlagartig wach und viel zu aufgeregt, um noch weiterschlafen zu koennen. Ich tapste in die Küche und braute uns einen frischen Filterkaffee.

Noch vor dem Frühstück sind wir eine Runde schnorcheln gegangen. Ganz einfach weil wir es koennen ;-) und weil es so schön ist.

Danach ging es mit dem Auto in etwa 10 Minuten zum Startpunkt einer kleinen Wanderung, die uns Kai ausgesucht hatte. Sie führt oberhalb der Küste entlang in etwa eineinhalb Stunden zu einem kleinen Strand, der Anse Major.

Der Weg war wunderschön. Nach einem ganz kurzen geteerten Weg ging es direkt rauf in die Natur. Ein schmaler Pfad führte bergauf und bergab über teilweise größere Steine und Wurzeln, teilweise ganz gerade, durch eine kleine Höhle, aber fast immer entlang des blauen Ozeans. Zwischendurch gab es Hinweisschilder auf die endemische Seychellen Flora. Die Farben haben mich dabei am meisten fasziniert, das Anthrazit der Granitfelsen im Kontrast zum leuchtenden Grün der Pflanzen und dem absolut gigantischen Aquamarinblau des Meeres. Wahnsinnig schoen und dennoch auch extrem schweisstreibend. Immer mal wieder ging es steilere Passagen hinauf in der prallen Sonne.

Irgendwann tauchte dann der kleine Strand am Horizont auf und man durfte sich schon von weitem auf das Bad im Meer vorfreuen.

Zur Anse Major gibt es nicht viel anderes zu sagen, als was ich schon vorher erwaehnt habe. Die Strände auf den Seychellen zählen nicht umsonst zu den schönsten auf dieser Welt. Und ich persönlich kann das nur bestätigen.

Das Wasser hat eine durchschnittliche Temperatur von ca. 26 Grad und kostet keinerlei Überwindung, direkt in die Fluten zu springen. Man kann ewig drinbleiben und ich fühle mich an meine Kindheit erinnert, als man mich nur schwer aus dem Wasser holen konnte. Hinter dem Strand gab es eine kleine Bar, an der es fuer mich eine Kokosnuss und fuer Kai ein eiskaltes Seybrew gab. Herrlich.

Irgendwann stand der Rückweg an, vor dem gruselte es mich ein wenig, da wir zum Schluss des Hinweges naturgemäß nur bergab gelaufen sind. Aber es hilft ja nix und so marschierten wir los. ES WAR HEISS. ANSTRENGEND. SCHWEISSTREIBEND. Ich schwitze ja normalerweise nicht so besonders viel, aber hier war ich in minutenschnelle getränkt. Kai ist vorher noch in voller Montur ins Meer gegangen und schwärmte mir von der idealen Kühlung vor. Kurz vor einer kleinen Hitzepanik war eine kleine Quelle mit kaltem klaren Wasser. Ganz wundervoll erfrischend war das, wir füllten unsere leeren Wasserflaschen und ich gönnte mir eine Ganzkörperdusche und hielt die Füße ins Wasser.

Die Bilder können hoffentlich bestätigen, wie schön dieser Tag war. Wer das Glück hat, auf Mahé zu verweilen, dem sei diese kleine zauberhafte Wanderung zur Anse Major wärmstens empfohlen. Wichtigste Utensilien, Wasser und ausreichend Sonnenschutz.

Zimmer mit Meerblick

Nachdem wir am Mittwoch morgen noch ein letztes Mal im Pool schwimmen waren und das Frühstück auf der Terrasse genossen haben, ging es in einer knapp 30 minütigen Fahrt quer über die Insel nach Beau Vallon.

Dort wurden wir wieder freundlich empfangen und wurden direkt in unser kleines Appartment in den ersten Stock geführt. Ich war mal wieder sprachlos. Die Sache mit dem Meerblick ist ja immer relativ, manchmal muss man den Kopf weit aus dem Fenster halten, zur Seite drehen, um in einiger Entfernung ein Stück des blauen Ozeans zu erkennen. Aber hier ist das nicht so. Gleich mehrere bodentiefe schiebetüren gaben den Blick auf eine lamggezogene Bucht frei und man hörte die Wellen sanft rauschen. Glücksfall. Schon wieder. Der neue Hauswirt lächelte und freute sich über meine Reaktion.

Wir haben uns fuer die nächsten 3 Tage im Surfers Cove eingemietet. Hier gibt es insgesamt 4 Apartments und unseres hat einen grossen Wohn-/Küchenbereich, ein grosses Schlafzimmer und ein schönes Bad mit riesiger bodengleicher Dusche.

Wir konnten es kaum abwarten, unsere Badesachen anzuziehen und runter ans Meer zu gehen. Es gibt hier zwar keinen richtigen Sandstrand, aber dafuer ist es leicht felsig, und der Boden des klaren Wassers ist übersät mit Korallen und Grünpflanzen.

Netterweise hat man hier eine Kiste mit Schnorchelzeug bereit gestellt, wo man sich einfach bedienen darf. Also packten wir jeder ein paar Flossen, Schnorchel und Taucherbrille und dann ging es los. Während Kai es einfach leichter von der Hand bzw. vom Fuss fing, hatte ich Mühe, die viel zu engen Gummiflossen anzuziehen. Irgendwann schaffte ich es dann doch und watete etwas ungelenk durch das noch seichte steinige Gewässer. Hätte ich mich beobachten koennen, dann hätte es sicher einiges zu lachen gegeben.

Aber es war die Mühe wert und plötzlich entdeckte man immer mehr leuchtend bunte Fische, türkis, gelb, blau, grün, gestreift, mit Punkt, zweifarbig oder ganz bunt. Eine wunderschöne Welt und man muss einfach nur zuschauen.

Es war tatsächlich recht anstrengend und ich war schon ein bisschen müde, als Kai mich auf einen Spaziergang in den Ortskern von Beau Vallon ueberredete.

Wir liefen erst ein bisschen am Strand entlang und nach etwa 10 minuten kam dann tätsächlich der erste überfüllte Abschnitt, den ich auf den Seychellen bisher gesehen habe. Gar nicht mal so schön, aber irgendwo muessen sie ja alle sein, die vielen Touristen. Ansonsten sind die Traumstraende nämlich alle faszinierend leer.

Den Ortskern gab es irgendwie nicht so richtig, also kehrten wir um, kauften im Supermarkt noch ein paar hochpreisige Lebensmittel fuers Abendessen und gingen langsam zum gemütlichen Teil des Tages über.

Trennung in Italien

Jetzt sitze ich schon fast zwei Stunden am Flughafen Bergamo rum und bin ein ganz bisschen traurig. Herr C. hat mich vorhin hier abgesetzt, wir haben vor der Security Schlange noch einen letzten Cappuccino zusammen getrunken und weg war er. Hab sogar ein paar Tränchen verdrückt.

Aber so war es geplant und er hat mich schließlich dazu überredet, direkt von Italien aus zu fliegen.

Achso, wo es hingeht? Etwas weiter westlich in Europa, wo ich nachher am Flughafen Valencia von meiner lieben Freundin Frau H. abgeholt werde. Da freue ich mich sehr drauf, auch wenn das Herz gerade noch etwas trübe in den Seilen hängt.

Heute morgen sind wir wieder sehr früh aufgebrochen, denn die offizielle Fahrzeit laut Navi sollte 5 Stunden betragen und gerade Freitags steckt auch in der italienischen Autostrada gerne mal der Wurm drin. Also lieber nix riskieren und deswegen bin ich eben schon recht zeitig hier angekommen.

Wenn man so eine Woche fast in der Einsamkeit verbracht hat, dann koennen einem die vielen anderen Menschen am Flughafen plötzlich furchtbar auf den Geist gehen 🙃

Naja, in einer guten Stunde geht es los. Bis dahin strick ich einfach noch ein paar Maschen und hör ein bisschen Podcast.

Tartufo + Cinghiale

Es ist Donnerstag, früher Abend und ich sitze frisch geduscht auf den gemütlichen Schwingstühlen auf der Terrasse vor unserem Zimmer und vertreibe mir noch ein bisschen die Zeit, bevor wir zum Abendessen noch mal rausfahren. Heute wurde es tatsächlich etwas voller im Hotel, das ansonsten in den letzten Tagen wenig besucht war. Der Weg zur Rezeption führt auch an unsererer Terrasse vorbei und wir müssen den Neuankömmlinge immer wieder erklaeren, dass es sich bei uns nicht um die Rezeption handelt. Es sind fast ausschließlich Frauen und alle tragen eine Yogamatte unterm Arm. Ist sicher auch der perfekte Ort fuer einen Yoga retreat. Die Dame an der Rezeption sagte lächelnd, die seien alle leicht verrückt 🤪

Gestern sind wir erst wieder nachmittags aus dem Haus und haben uns den zweitgrößten Ort der Provinz Perugia fuer einen kleinen Besuch ausgewählt.

Auf dem Weg dorthin gab es tatsächlich ein paar Lavendelfelder zu bewundern. Die haette ich ja eigentlich eher in die Provence verortet. Aber umso mehr haben wir uns hier gefreut. Der blühende Lavendel ist ein Fest für Bienen und Schmetterlinge aller Art und es macht Spass das summende Treiben zu beobachten.

Danach erreichten wir unser Ziel. Foligno hat knapp 60.000 Einwohner und erfüllte exakt unsere Erwartungen. Ein quirliges italienisches Städtchen, welches am Nachmittag nach der Siesta noch mal richtig zum Leben erwacht. Es gab ein paar nette Geschäfte und in einer Bar habe ich den Hipsterdrink der vergangenen Jahre probiert, einen wirklich leckeren Espressotini. Muss ich zuhause mal nachmachen. Wirklich sehr schmackhaft.

Irgendwann zog sich der Himmel immer mehr zu und obwohl es noch noch mal sieben war, verdunkelt sich alles sehr dramatisch. Auf dem Weg zurueck zum Auto fing es bereits an zu regnen. Auf der Fahrt zum nächsten Ort schüttete es dann aus allen Kübeln.

Wir nutzten die Zeit noch für einen kurzen Stop im Supermercato um unsere Pastavorräte aufzustocken. Das ist natuerlich vollkommen unnötig und übertrieben, aber ich mag einfach diese ganzen speziellen Formen, die man bei uns nicht an jeder Ecke kriegt. So habe ich ausserdem mit jeder Packung, die ich öffne eine schöne Erinnerung an den Urlaub.

In immer noch strömendem Regen erreichten wir Spello. Ein kleines Örtchen, dessen terrakottafarbene Steinhäuser sich malerisch an einen Bergrücken schmiegen. Es wirkt daher auch etwas wie eine kleinere Version on Assisi.

Wir parkten unten am Ortsrand und stiegen mit Schirm im prasselndem Regen die Treppen nach oben. Auf der grossen Piazza erspähte mein Auge sogleich ein gemütlich aussehendes Lokal mit Tischen, die gut geschützt unter einem Laubengang aufgereiht waren.

Die lokale Küche bietet eine grosse Auswahl an allem, was der Wald so hergibt, vor allem Wildschwein und Trüffel sind eine Spezialität der Gegend. Beides nicht so mein Fall, so gabs fuer den Gatten lokale Speisen und ich durfte mal wieder eine sooooo leckere Pizza geniessen. Schöner dünner Boden und reichhaltig belegt, so hab ichs gern.

Der Regen hat aufgehört und so sind wir zum Abschluss des schönen Tages noch ein bisschen im malerischen Örtchen umherspaziert, bevor wir wieder auf einem der zahlreichen schlängelenden Wege im Wald verschwunden sind.

Federvieh

Heute ist doch tatsächlich schon wieder der letzte Tag in dieser zauberhaften Unterkunft in den bewaldeten Bergen im Herzen von Umbrien. Das Hotel Le Silve di Armenzano liegt traumhaft inmitten einer hügeligen Landschaft und ausser zirpenden Grillen, zwitschernden Vögel und summenden Insekten ist nichts zu hören.

Vorgestern habe ich mir eine Vogelstimmenapp runtergeladen und nun versuche ich mich ein bisschen an einfacher Ornitolgie. Gerade habe ich den Ruf eines Kuckucks identifiziert (OK, den haette ich auch ohne App erkannt 😉) aber all die anderen Piepmätze sind schon schwieriger zu unterscheiden.

Vorgestern haben wir einen Ruhetag eingelegt und waren lange am oberen Pool der Anlage. Dieser liegt noch mal etwa einen Kilometer oberhalb der Anlage und das Gelände ist sehr weitläufig, super gepflegt und vom Pool kann man weit ins Tal schauen.

Vor dem Abendessen haben wir uns noch das Nachbardorf Armenzano angeschaut. Ein winziger Steinhaufen, deren Gässchen in konzentrischen Kreisen angelegt sind. Wir wurden von einem roten ortsansässigen Kater durchs Dorf begleitet.

Danach waren wir wieder sehr lecker essen, in einer dieser absolut typischen italienischen Lokale. Im Inneren ist es meist sehr hell und die Speisekarte ist voller lokaler Leckereien. Nebendran war eine Bar mit einer Theke aus braunem Granit, der gigantischen silbrig glänzenden Kaffeemaschine und den typischen Kaugummiauslagen neben der Kasse.

Es gab einen leckeren Vorspeisenteller und danach eine schmackhafte Pasta. Zum Abschluss eine Kugel Vanilleeis über die ich meinen Espresso gekippt habe. So ein Affogato ist was feines.

Der Ruf des Waldkauz

Gestern Nachmittag sind wir nach Assisi gefahren. Es ist gar nicht so weit weg von unserer Unterkunft, aber die Strasse hat es in sich. Gerade so befestigt, hat der Zahn der Zeit so einiges an Schlaglöchern hervorgebracht. Es bedarf einiger Konzentration des Fahrers, zumal die Strasse größtenteils durch den Wald führt und die Beschilderung vor Wildwechsel warnt.

Es war ein heisser Tag und wir haben oberhalb der Stadt geparkt. Wir waren beide sehr erstaunt, dass es gar nicht so voll war, wir wir vermutet hatten. Montags herzukommen erwies sich als gute Idee.

Wir sind den ganzen Weg bis vor zur Hauptsehenswüdigkeit gelaufen. Der Basilika des heiligen Franziskus. Ich wuerde hier mal wieder ungeniert zu einem Superlativ greifen und behaupten, dass dies eines der schönsten Kirchengebäude im Land ist. Besonders die Wandmalereien in der unteren Basilika, wirklich wunderschön und vor allem auch die Mehrstöckigkeit macht das Gebäude so einzigartig.

Wenn man von fast ganz oben nach ganz unten gelaufen ist kommt dann das Unausweichliche. Man muss alles wieder raufklettern. Und das zog sich bei der strahlenden Sonne wirklich ordentlich. Ich war ja noch nie sehr Hitzefest, ich schwitzte und jammerte zugegebenermassen ein kleines bisschen.

Mein Fazit zu Assisi: Die Basilika ist wirklich sehenswert, die Stadt ist hübsch an einem Hügel gelegen und hat schon fast musealen Charakter. Die Gebäude sind fast ausschließlich mit braunen Bruchsteinen verkleidet und überall ergeben sich hübsche Fotomotive. Und doch sage ich mal vorsichtig, dass ich jede quirlige italienische Stadt mit ihrem ganz typischen Flair aus Bars, Cafés und Geschäften, einem solch pittoresken Ort vorziehe. Aber das soll in keinem Fall die Schönheit von Assisi schmälern und ist auch nur meine ganz persönliche Meinung.

Am Abend wollten wir eigentlich dort noch feudal essen gehen, um unseren Hochzeitstag gebührend zu feiern. Aber aus irgendeinem Grund mochten wir raus aus der Stadt. Wir googelten ein bisschen und fanden so ein ganz bezauberndes kleines familiengeführtes Ristorante mitten im Nirgendwo. Wir waren etwas zu früh dran und man bot uns an, in einer Art hängendem Liegestuhl zu warten. Wir bestellten einen Bianco Sporco und beobachteten die vielen Tiere die dort überall herum lagen. Hühner, Gänse, Katzen, Hunde und Ziegen, fast ein kleiner Zoo in der Campagne.

Das Federvieh lief Kreuz und quer über die Terrasse und wir bekamen jeder eine sagenhaft leckere Pizza, gefolgt von einem dickflüssigem italienischen Espresso.

Kurz vor dem Schlafengehen haben wir noch draussen auf der Terrasse gesessen. Wir konnten laut und deutlich den Ruf eines Waldkauz hören. Ein wirklich toller Abschluss eines wunderschönen Hochzeitstages.

Das verflixte 7. Jahr

Heute vor genau 7 Jahren kamen wir gerade aus dem Standesamt und aus Frau S. wurde Frau C…. Wahnsinn wie die Zeit vergeht. Und genauso Wahnsinn, dass wir immer noch so glücklich sind ;-)

Bisher war es nie langweilig. Wir haben gemeinsam schon so einiges gestemmt und so manche Hürde überwinden müssen. Allen voran natuerlich die verrückte Affengeschichte und zuletzt die vergangenen Corona Jahre mit Homeoffice und diversen Lockdowns.

Umso schöner ist es jetzt, da wir endlich mal wieder weitgehend unbeschwert und nahezu maskenfrei reisen duerfen (geniessen wir es, solange es anhält).

Gestern ging es wieder sehr früh los und gegen 2 haben wir unser eigentliches Ziel der Reise erreicht. Wir sind in einem wunderschönen Refugium mitten im hügeligen Umbrien, in der Nähe von Assisi gelandet.

Die Unterkunft ist ein Traum und eines siebten Hochzeitstages absolut würdig. Wunderschöne Ausblicke und wir sind wirklich mitten in der Natur. Überall summt es und brummt es. So viele Schmetterlinge auf einmal habe ich schon lange nicht mehr gesehen.

Gestern Abend waren wir im Restaurant, welches zum Hotel gehört und haben uns mit einem mehrgängigen italienischen Menü verwöhnen lassen. Vorab natuerlich auch hier wieder einen grossen Humpen meines Lieblingsaperitifs.

Gerade chillen wir etwas am Pool während die Batterien meiner Kamera noch laden. Gleich geht es nach Assisi. Wir freuen uns drauf.

Lagerkoller

Auf der perfekten Terrasse haben wir mal wieder den perfekten Sonnenaufgang genossen. So kann ein Tag beginnen. Ein gemütliches Kaffeechen, ein morgendliches Bad im Pool, was will man mehr. Leider war dieser schöne Moment viel zu schnell wieder vorbei, als sich alle zum Frühstück trafen und nur kurze Zeit später wieder der Truck startklar gemacht wurde.

Was folgte war ein scheinbar endlos scheinender Tag im Truck. Wir fahren wieder südwärts. Schließlich müssen wir jetzt alles wider zürück. Wie mit dem letzten Eintrag angekündigt, fuhren wir Richtung Xai-Xai, genauer gesagt in einen Ort namens Chidenguele. Irgendwo bei einem unser Pipistops fuhr unser Fahrer etwas zu holprig über eine Schwelle oder ein Schlagloch, so dass der unter dem Truck angebrachte Wassertank, bzw. dessen stählerne Halterung nach unten absackte. So musste erst mal notdürftig geflickt werden und die Jungs an Bord waren in ihrem Element. Dazu gab es unseren Roadside Lunch an einem kleinen See, der zwar direkt am Meer liegt, aber mit Süßwasser gefüllt ist … oder einer Mischung, dem sogenannten Brackwasser. Es war dort höchst idyllisch.

Ansonsten hatte ich gestern einen kleinen Lagerkoller. Irgendwie ging mit die Fahrerei auf die Nerven und so manche Leute, mit denen man notgedrungen den ganzen Tag verbringt, können auch langsam anstrengend werden. Manche haben immer was zu meckern und manche … ach lassen wir das. Sind eigentlich alle ganz nett ;-)

In unserer neuen Behausung, der Sunset Lodge oberhalb des Meeres, angekommen, haben wir schnell unsere Klamotten ins Zimmer gebracht und sind gleich runter zum wunderschönen Strand gelaufen. Das war wirklich mal wieder dramatisch schön. Menschenleer, ein heftig brausender Wind und ein brausendes lautes Meer. Dazu in der Ferne der herannahende Sonnenuntergang. Der Strand ist hier eher Richtung Süden ausgerichtet, so dass man auf der rechten Seite das Wechselspiel der Farben beobachten kann. Die Stimmung war toll. Wären wir irgendwo in Europa oder Amerika, dann wäre hier wahrscheinlich alles voll mit coolen Sonnen- und windgegerbten Surfern gewesen. Aber so ist uns außer zwei Fischern niemand begegnet. Glücksnote 10.

Später trafen wir uns dann alle wieder am Lagerfeuer bei den Campern. Es gab leckeres Bierdosenhühnchen und glücklicherweise hatten wir vorher in einem kleinen farbenfrohen afrikanischen Laden unseren Vorrat an Flying Fish aufgestockt. Ein sehr leckeres Biermixgetränk mit Fizzelchen von Zitron. Später haben wir nochmals Marshmellows über dem Feuer geröstet und schon früh gings wieder ab ins bettchen.

Bunte Fische

Heute ist schon Freitag, unser letzter Tag in Mozambique. Es ist ja ein allseits bekanntes Phänomen, dass die zweite Hälfte eines wunderschönes Urlaubs doppelt so schnell rumgeht wie der Anfang. Umso wichtiger ist es, jede Minute zu genießen. Nun ja, vielleicht nicht jede, denn gerade sitzen wir wieder im Rumpeltruck in Richtung Süden nach Xai Xai, gesprochen Schei-Schei.

Vor zwei Tagen ging die Reise mal wieder früh los vom Barra Beach Richtung Norden nach Vilanculos. Wie immer, wenn möglich, haben wir ein frühes Bad im Ozean genossen. Das Wasser ist total klar und der Boden feinsandig. Nebenbei kamen die Fischer zurück an Land und wollten uns ein paar Hummer verkaufen. Nach dem Frühstück haben wieder alle angepackt und der Truck war abfahrtbereit. Auf dem Weg machten wir einen kurzen Stop auf dem örtlichen Markt in Inhambane. Ach wie wir sie lieben, diese bunten Märkte mit dem leckeren Obst und Gemüse und den Menschen. Und dennoch, auch hier wieder dieses mulmige Gefühl im Bauch. Ob das jetzt für immer so sein wird? Ich hoffe nicht.

Hier in Mozambique und wahrscheinlich in vielen Regionen Afrikas gibt es noch eine Berufsgattung, die bei uns schon in der Art ausgestorben ist. Den Reklamemaler. Hier gibt es kaum Schilder oder Plakate, stattdessen werden die Werbeinhalte in bunten Farben auf die Häuserwände gepinselt. Das ist auf eine ganz eigene Art und weise sehr fotogen.

Nach dem Zwischenstopp ging die Fahrt weiter, bis unser Guide ein schattiges Plätzchen inmitten teilweiser sehr alter und riesengroßer Baobab Bäume suchte, um dort unser Lunch einzunehmen. Es hat geregnet, aber die Bäume boten guten Schutz.

Am späten Nachmittag sind wir endlich in den Golden Sands Appartments, ca. 5 km nördlich von Vilanculos angekommen. Vorher gab es noch einen Supermarktstop für Alkohol und Snacks.

Die neue Unterkunft war mal wieder traumhaft gelegen. In leichter Anhöhe mit Blick aufs Meer gab es einen Pool und jedes Apartment verfügte über eine große überdachte Terrasse. (Fast) alle waren sich einig, dass dies ein perfektes Plätzchen zum Leben wäre.

Herr C. und ich waren die ersten im Pool und genossen den Blick vom Wasser aufs Meer. Zum Abendessen gab es feines Geschnetzeltes mit Reis und Salat, bevor sich die meisten recht früh ins Bett verabschiedeten. Selbst die jungen Hühner, die brauchten ein bisschen Anlauf für die nächste Party ;-)

Gestern morgen war dann mal wieder großer Activity Day. Teil des Pakets unserer Rundreise war ein Ausflug nach Bazaruto Island mit einem typischen mozambikanischem hölzernen Fischerboot, einer sogenannten Dhow. Aufgrund der Wellen auf dem offeneren Teil des Meeres sind wir aber nur bis zu einer kleineren vorgelagerten Insel gefahren, die aber genauso schön sein sollte. Mir sollte es nach den vorangegangenen Erfahrungen recht sein.

Die Inseln gehören zu einem geschützten Nationalpark mit hunderten diverser Vogel- und Fischarten.

Gegen 8 bestiegen wie die hölzerne Nussschale und verteilten uns über das gesamte lila gestrichene Boot. Unser Guide für den Tag war ein alter Seebär, der uns ein bisschen was über den Park erzählte, während die Crew … bzw. ein Teil der zweiköpfigen Crew auf dem Holzboot Feuer machte (ja, richtig gelesen) und uns heißes Wasser für Kaffee und Tee brühte. Das Boot schaukelte sanft in den Wellen und auch dank einer prophylaktisch eingenommen Tablette gegen Reiseübelkeit spielte der Magen dieses Mal perfekt mit.

Als wir auf der Insel ankamen wurden wir auf einem kleineren felsigen Riff ausgesetzt und wir bekamen Gummischuhe (scharfe Muscheln) und eine Taucherbrille mit Schnorchel. Wir stiegen ins Wasser und was dann folge war einfach nur großartig, bombastisch, atemberaubend, Glücksgefühle auslösend!!! Das Meer entlang der Felswand war voller Fische in den buntesten schillernden Farben, gestreift und gemustert, grün, blau, gelb, orange, klein, groß, vereinzelt und in großen Schwärmen … Ich jauchzte unter Wasser. Da ich eigentlich noch nie so richtig Schnorcheln war, war das natürlich eine neue faszinierende Welt für mich. Ich bekam es sogar hin, nicht dauernd durch die Nase zu atmen und so konnte ich sanft mit der leichten Strömung gleitend die Show im 30 Grad warmen Wasser genießen. Ich hoffe unsere Unterwasserfilmer haben ein paar schöne Bilder gemacht. Die reiche ich dann gegebenenfalls nach. Aber auf jeden Fall war das ein Highlight dieser Reise.

Wir hatten dann ein paar Stunden Zeit, die Insel zu erkunden, zu schwimmen, Schläfchen zu machen und ein leckeres Lunch zu genießen. Es gab gegrillte Königsmakrele mit Reis und dazu noch irgendeine Art Eintopf mit Calamari drin. War sehr lecker.

Gegen kurz nach zwei wurde das Segel gesetzt und unser Rückweg wurde nicht mit Motor- sondern mit Windkraft bestritten. Das Wasser spritzte uns ordentlich nass, aber nichtsdestotrotz wurde wieder angefeuert und wir bekamen Popcorn zubereitet. Lustig.

Abend gab es ein weiteres kulinarisches Highlight, unser Chefkoch und Guide hat uns fangfrische Riesengarnelen und nochmals gegrillten Barracuda zubereitet. Währenddessen wurde draußen mal wieder die Party eingeläutet. Der jüngere Teil der Truppe vertrieb sich mit Trinkspielen die Zeit und so schafften sie es, innerhalb weniger Minuten eine ganze Flasche Rum wegzuputzen. Dementsprechend kochte die Stimmung irgendwann. Ich war dennoch froh, mich daran nicht beteiligt zu haben. In unserem Alter dauert die Erholungsphase viel zu lange, als dass es das wert wäre, den Urlaub mit Hangover zu verbringen ;-)