Bunte Fische

Heute ist schon Freitag, unser letzter Tag in Mozambique. Es ist ja ein allseits bekanntes Phänomen, dass die zweite Hälfte eines wunderschönes Urlaubs doppelt so schnell rumgeht wie der Anfang. Umso wichtiger ist es, jede Minute zu genießen. Nun ja, vielleicht nicht jede, denn gerade sitzen wir wieder im Rumpeltruck in Richtung Süden nach Xai Xai, gesprochen Schei-Schei.

Vor zwei Tagen ging die Reise mal wieder früh los vom Barra Beach Richtung Norden nach Vilanculos. Wie immer, wenn möglich, haben wir ein frühes Bad im Ozean genossen. Das Wasser ist total klar und der Boden feinsandig. Nebenbei kamen die Fischer zurück an Land und wollten uns ein paar Hummer verkaufen. Nach dem Frühstück haben wieder alle angepackt und der Truck war abfahrtbereit. Auf dem Weg machten wir einen kurzen Stop auf dem örtlichen Markt in Inhambane. Ach wie wir sie lieben, diese bunten Märkte mit dem leckeren Obst und Gemüse und den Menschen. Und dennoch, auch hier wieder dieses mulmige Gefühl im Bauch. Ob das jetzt für immer so sein wird? Ich hoffe nicht.

Hier in Mozambique und wahrscheinlich in vielen Regionen Afrikas gibt es noch eine Berufsgattung, die bei uns schon in der Art ausgestorben ist. Den Reklamemaler. Hier gibt es kaum Schilder oder Plakate, stattdessen werden die Werbeinhalte in bunten Farben auf die Häuserwände gepinselt. Das ist auf eine ganz eigene Art und weise sehr fotogen.

Nach dem Zwischenstopp ging die Fahrt weiter, bis unser Guide ein schattiges Plätzchen inmitten teilweiser sehr alter und riesengroßer Baobab Bäume suchte, um dort unser Lunch einzunehmen. Es hat geregnet, aber die Bäume boten guten Schutz.

Am späten Nachmittag sind wir endlich in den Golden Sands Appartments, ca. 5 km nördlich von Vilanculos angekommen. Vorher gab es noch einen Supermarktstop für Alkohol und Snacks.

Die neue Unterkunft war mal wieder traumhaft gelegen. In leichter Anhöhe mit Blick aufs Meer gab es einen Pool und jedes Apartment verfügte über eine große überdachte Terrasse. (Fast) alle waren sich einig, dass dies ein perfektes Plätzchen zum Leben wäre.

Herr C. und ich waren die ersten im Pool und genossen den Blick vom Wasser aufs Meer. Zum Abendessen gab es feines Geschnetzeltes mit Reis und Salat, bevor sich die meisten recht früh ins Bett verabschiedeten. Selbst die jungen Hühner, die brauchten ein bisschen Anlauf für die nächste Party ;-)

Gestern morgen war dann mal wieder großer Activity Day. Teil des Pakets unserer Rundreise war ein Ausflug nach Bazaruto Island mit einem typischen mozambikanischem hölzernen Fischerboot, einer sogenannten Dhow. Aufgrund der Wellen auf dem offeneren Teil des Meeres sind wir aber nur bis zu einer kleineren vorgelagerten Insel gefahren, die aber genauso schön sein sollte. Mir sollte es nach den vorangegangenen Erfahrungen recht sein.

Die Inseln gehören zu einem geschützten Nationalpark mit hunderten diverser Vogel- und Fischarten.

Gegen 8 bestiegen wie die hölzerne Nussschale und verteilten uns über das gesamte lila gestrichene Boot. Unser Guide für den Tag war ein alter Seebär, der uns ein bisschen was über den Park erzählte, während die Crew … bzw. ein Teil der zweiköpfigen Crew auf dem Holzboot Feuer machte (ja, richtig gelesen) und uns heißes Wasser für Kaffee und Tee brühte. Das Boot schaukelte sanft in den Wellen und auch dank einer prophylaktisch eingenommen Tablette gegen Reiseübelkeit spielte der Magen dieses Mal perfekt mit.

Als wir auf der Insel ankamen wurden wir auf einem kleineren felsigen Riff ausgesetzt und wir bekamen Gummischuhe (scharfe Muscheln) und eine Taucherbrille mit Schnorchel. Wir stiegen ins Wasser und was dann folge war einfach nur großartig, bombastisch, atemberaubend, Glücksgefühle auslösend!!! Das Meer entlang der Felswand war voller Fische in den buntesten schillernden Farben, gestreift und gemustert, grün, blau, gelb, orange, klein, groß, vereinzelt und in großen Schwärmen … Ich jauchzte unter Wasser. Da ich eigentlich noch nie so richtig Schnorcheln war, war das natürlich eine neue faszinierende Welt für mich. Ich bekam es sogar hin, nicht dauernd durch die Nase zu atmen und so konnte ich sanft mit der leichten Strömung gleitend die Show im 30 Grad warmen Wasser genießen. Ich hoffe unsere Unterwasserfilmer haben ein paar schöne Bilder gemacht. Die reiche ich dann gegebenenfalls nach. Aber auf jeden Fall war das ein Highlight dieser Reise.

Wir hatten dann ein paar Stunden Zeit, die Insel zu erkunden, zu schwimmen, Schläfchen zu machen und ein leckeres Lunch zu genießen. Es gab gegrillte Königsmakrele mit Reis und dazu noch irgendeine Art Eintopf mit Calamari drin. War sehr lecker.

Gegen kurz nach zwei wurde das Segel gesetzt und unser Rückweg wurde nicht mit Motor- sondern mit Windkraft bestritten. Das Wasser spritzte uns ordentlich nass, aber nichtsdestotrotz wurde wieder angefeuert und wir bekamen Popcorn zubereitet. Lustig.

Abend gab es ein weiteres kulinarisches Highlight, unser Chefkoch und Guide hat uns fangfrische Riesengarnelen und nochmals gegrillten Barracuda zubereitet. Währenddessen wurde draußen mal wieder die Party eingeläutet. Der jüngere Teil der Truppe vertrieb sich mit Trinkspielen die Zeit und so schafften sie es, innerhalb weniger Minuten eine ganze Flasche Rum wegzuputzen. Dementsprechend kochte die Stimmung irgendwann. Ich war dennoch froh, mich daran nicht beteiligt zu haben. In unserem Alter dauert die Erholungsphase viel zu lange, als dass es das wert wäre, den Urlaub mit Hangover zu verbringen ;-)

Fischfutter

Als wir heute morgen gegen halb sieben wach wurden strahlte die Sonne vom tiefblauen afrikanischen Himmel, ein paar sanfte Wellen luden direkt zum morgendlichen Bad im Meer ein. Man konnte da schon erahnen, wo der Tag mal hinwollte.

Drei Leute, inclusive unserem Guide, habe sich bereits um 8 zum Tauchgang verabredet, während wir anderen uns erst um 9 zum Frühstück trafen.

Als wir dann um 10 in Richtung Beach Bar liefen, waren wir schon Vorfreudig aufgeregt. Wir bekamen unsere Schnorchelausrüstung und eine kurze Einweisung, als wir so gegen 11 das Rubberduck (ein Schlauchboot mit 2 Aussenmotoren) mit gemeinsamer Kraft ins Wasser zogen. Wir mussten die Füße in Schlaufen auf dem Boden einhaken und nahmen auf den fetten Schlauchlippen Platz. Mit vollem Karacho setzte sich das Gummiboot in Bewegung und erreichte schnell seine Höchstgeschwindigkeit. Was man vom Land aus nicht erahnen konnte, auf dem Meer herrsche ein recht turbulenter Wellengang. Plötzlich waren wir umgebenen von 2-3 Meter hohen Wellen und die Fahrt war ein bisschen wie in der Achterbahn. Noch johlten und quiekten wir alle vor Freude. Nach ca. Einer halben Stunde rasanter Fahrt wurde das aber dann doch etwas leiser. Irgendwann stoppte der Motor und das Boot glitt in hohem auf und ab über die Wellen. Auf einmal ging alles ganz schnell. Walhaie in Sicht. Wir zogen alle eilig die Flossen und die Taucherbrillen an und sprangen über Bord. Bei dem Manöver riss leider meine Bikinihose entzwei und mein zarter Popo kam zum Vorschein. Aber egal. Walhaie gucken war angesagt. Und tatsächlich entdeckte ich ca. 5 Meter unter mir einen der absolut atemberaubenden Kreaturen. Walhaie können bis zu 20 Meter lang werden und sind vollkommen ungefährlich. Sie sind reine Planktonfressrer und friedliche Zeitgenossen. Eilig schwammen wir im offenen Meer hin und her auf der Suche nach weiteren Großfischen.

Nach dem zweiten Tauchgang ließ irgendwann meine Kraft nach und ich konnte nur noch wie ein nasser Sack ins Boot gezogen werden. Als das Boot einfach nicht aufhören wollte zu wackeln, war es dann soweit. Ich spürte, wie sich die Magensäfte formierten und konnte mich gerade noch umdrehen, als ich schon anfing, das Frühstück des Morgens den Fischen in hohen Bogen zum Frass vorzuwerfen. Insgesamt 7 mal wiederholte sich dieser Vorgang (frag nicht warum ich mitgezählt habe) bis irgendwann nix mehr drin war. Ich litt wie ein Hund und flehte, jemand möge mich doch bitte von diesem Boot bringen. Als ich realisierte, dass dieses innerhalb der nächsten Stunde nicht passieren würde, bekam ich dann etwas Panik. Meine Hände wurden steif und kribbelig. Kenne ich schon und Herr C. redete beruhigend auf mich ein. Die gesamte Rückfahrt hing ich wirklich wie ein Schluck Wasser im Boot und hatte Mühe, überhaupt mein Bewusstsein zu behalten. Irgendwann war dann der Spuk vorbei und das Boot setzte mit Anlauf auf dem Strandboden auf. Ich war sooooo glücklich, das kann man sich nicht vorstellen. Endlich wieder fester Boden unter den Füßen, und definitiv eine Erfahrung reicher.

Im Nachgang muss ich sagen, war es aus irgendeinem Grund eine gute Erfahrung. Und wenn auch nur deswegen, weil der Magen leer war (sind das eigentlich Minuspunkte?) und ich ordentlich Hungi hatte für ein schmackhaftes Mittagessen ;-)

Herr C. kam übrigens mehr auf seine Kosten, er durfte mit riesengroßen Mantarochen schwimmen. Was hätte ich drum gegeben.

Am Nachmittag war ich dann erst mal ein Schläfchen machen. War doch recht anstrengend. Später hat sich dann die ganze Truppe am Strand getroffen und es wurde noch etwas chillaxed … wie die jungen Leute heute so sagen ;-)

Der letzte Abend am Barra Beach brach schon wieder an und unser Guide kochte für uns heute im Beach Restaurant. Es gab nochmal fangfrischen Barracuda mit Süsskartoffeln. Ich hab mich sogar wieder an ein alkoholisches Mixgetränk getraut. Zum Abschluss bekamen wir noch einen zweifarbigen Likör gereicht. Unten grüne Pfefferminze und oben Amarula. Den durfte man dann nur ohne Hände trinken. Hach … die jungen Leute ;-)

I’ll bring you to paradise

… hat mir JJ gerade auf dem letzten Toilettenstop vor unserem nächsten Ziel versprochen, als er beobachtete wie ich mich wie ein Schluck Wasser in der Kurve wieder zum Truck bewegte. Klingt sehr vielversprechend. Ich bin gespannt.

Der heutige Tag bestand bisher fast nur aus Fahren. Mit ca 80 Stundenkilometern bewegt sich unser Truck seit 8 Uhr heute morgen auf den zwar geteerten, aber sehr holprigen Landstraßen. Es ruckelt und hoppelt und ich habe es dennoch geschafft, bis hierhin alle Blogbeiträge fertig zu schreiben und mit Bildern zu versehen. Das hat die Fahrt recht kurzweilig gemacht.

Heute morgen durften wir noch mal ein luxuriöses Frühstück im Hotel genießen. Es gab einen Tisch am Pool mit Blick aufs Meer, und die reichhaltige Auswahl am Buffet ließ keine Wünsche offen. Besonders toll waren die fein säuberlich aufgestapelten Pasteis de Nata, eine portugiesische Spezialität die auf der Zunge zergeht.

Ich beobachtete, wie einer unserer Mitreisenden zwei fette Muffins mitnahm und tat es ihm gleich. Der kleine Hunger kommt bestimmt ;-)

Um Punkt 8 Uhr setzte sich unser Truck schon wieder in Bewegung und wir fuhren die Küste aufwärts in Richtung der Region Inhambane. Unser Ziel war der Praia de Barra.

Es fühlte sich an, als würden wir mit extrem hoher Geschwindigkeit über die sehr schlaglochreichen Straßen jagen, aber eine Messung mit meiner Laufapp hat eine Geschwindigkeit von ca. 80 km/h ergeben.

Man nennt es hier auch „Afrikanische Massage“ wenn man durch die Schlaglöcher und Buckel beim Fahren ordentlich durchgeschüttelt wird. Da ist mir eine schöne Thai Massage aber allemal lieber ;-)

Zwischendurch gab es zahlreiche Pinkelpausen und Buschi-Buschis, wie JJ sie liebevoll nennt.

Um kurz vor 6 erreichten wir dann endlich das Ziel für die nächsten 3 Nächte. Dort angekommen liefen wir alle erst mal vor zum Strand und ich quiekte vor Freude. Vor uns tat sich tatsächlich ein kleines Paradies auf. Ein schöner Strandabschnitt mit 2 Beachbars und einem weiten Blick über den indischen Ozean.

Am Abend gab es in einer der Bars am Strand ein traditionelles mozambikanisches Gericht. Ein leckeres Curry, mit viel Kokos und Erdnuss und als äußerst schmackhafte Einlage tagesfrisch gefangener Barracuda … dazu eine ordentliche Portion Reis.

Während die etwas jüngeren aus der Gruppe noch bis tief in die Nacht feierten, fielen wir „alten“ bereits wieder um 9 in die Heia. Wir sind halt keine 20 mehr ;-)

Discover Mozambique

So lautet der eigentliche Titel dieser Rundreise, und eine Woche nach unserer Ankunft auf dem schwarzen Kontinent war es Zeit dafür, das neue unbekannte Land zu entdecken.

Gestern Abend hat unser Guide eine besondere Überraschung gemacht. Abfahrt war heute morgen erst um halb 8, so dass wir tatsächlich bis 7 Uhr schlafen konnten. Doch bereits um 6 lagen wir beide wach in der gemütlichen Lodge und lauschten dem Geräusch der Tiere. Es ist wirklich so idyllisch. Die Vögel zirpten und in der Ferne hörte man die Löwen raunen. Ich schwöre es. Es waren Löwen. Das richtige Gebrüll eines ausgewachsenen männlichen Löwen kann man angeblich noch in 8 Kilometer Entfernung hören.

Zum Frühstück gab es frische Papayas, Ananas und Bananen mit selbstgemachte French Toast … dazu viel Kaffee. Man gewöhnt sich langsam an die gefriergetrocknete Mischung … in meiner Heimat auch Mukkefukk genannt. Frag mich nicht warum.

Punkt halb 9 setzte sich unser Truck in Bewegung und wir erreichten knapp eine halbe Stunde später die Grenze zu Mozambique. Die Einreise dauerte recht lange, da die meisten noch ein Einreisevisum brauchten. Wir haben das bereits in Deutschland erledigt und so hieß es warten. Draußen liefen einige nicht sehe vertrauenserweckende gestalten herum. Das waren die Geldwechselmänner und dafür bekannt, vor allem unwissende Touristen kräftig über den Tisch zu ziehen. Ich bin mittlerweile ein echter schisser geworden und so musste mich Herr C. Sogar zur nicht sehr fein riechenden Toilette begleiten.

Gerade eben haben wir die Grenze passiert und der Spuk ist vorbei. Eine sehr merkwürdige Stimmung war das am Grenzübergang. Hinter der Grenze wirkte das ganze dann plötzlich bunt und entspannt. In Mozambique wird hauptsächlich Portugiesisch gesprochen. Die vielen Schriftzüge zusammen mit den vielen Kokospalmen und den bunt angestrichenen Häusern gaben dem ganzen einen wundervollen südlichen Charme.

Irgendwann erreichten wir die Stadtgrenze der Hauptstadt Maputo. Während wir immer tiefer in das Dickicht der Stadt vordrangen empfand ich die eher leeren Straßen und die heruntergekommenen Häuser und dem überall verteilten Müll eher als unheimlich. Vor dem Urlaub hätte ich das wahrscheinlich mit anderen Augen gesehen.

Nach einer ganzen Weile kamen wir and Meer und das Bild wurde etwas schöner. Plötzlich fuhr unser Truck die Auffahrt zu einem absoluten Luxushotel hoch, dem Southern Sun Hotel Maputo. Ich traute meinen Augen nicht. Sowas hätte ich hier sicher nicht erwartet. Die Lobby war beeindruckend und an dere Ende gab die große Fensterfront den Blick auf die Palmen am Infinity Pool frei, direkt angrenzend an den indischen Ozean. Ein Traum.

Wir haben schnell unsere Sachen hochgebracht und es ging in eine Art Club mit Pool zum Mittagessen. Irgendwie erinnerte mich die Atmosphäre im Speisesaal an die Italienurlaube in den 70ern mit meinen Eltern. Ich kämpfte vergeblich mit den Krebsscheren meines Currygerichtes und wir tranken eisgekühltes 2M Bier vom Fass.

Nachmittags gab es dann einen geführten Spaziergang durch Maputos Innenstadt. Auch hier empfand ich die Atmosphäre als eher unbehaglich. Aber wir waren ja alle zusammen. Es gab einige schöne Gebäude zu sehen und unter anderem den laut Time Magazin drittschönsten Bahnhof der Welt. Der war auch wirklich wunderschön.

Ein echter Gänsehaut Moment tat sich auf, als am Rande einer gepflegten Parkanlage eine bunt gekleidete Hochzeitsgesellschaft stand und dort plötzlich eine Gruppe von etwa 5 Männern und 5 Frauen anfingen zu singen. Mann war das schön.

Abends gab es dann noch ein leckeres Dinner um die Ecke vom Hotel. Ich hatte einen sehr schmackhaften Bacalhao al Bras, ein Gericht welches ich schon aus Portugal kannte. Gezupfter Stockfisch mit gebratenen Kartoffelstiften und Zwiebeln und Ei. Dazu wie immer ein großes kühles Blondes.

Endlich Urlaub ;-)

Heute morgen gab es erst um 8.00 Frühstück. Vorher sind wir noch vor zum Strand gelaufen und haben ein Bad im warmen Meer genommen. Kneif mich mal einer. War das fein.

Direkt nach dem Frühstück gab es ein kleines Briefing für alle möglichen Aktivitäten, die man im Laufe der nächsten 2 Tage unternehmen kann. Wie meldeten und für eine Ocean Safari für den nächsten Tag um 10 Uhr an, wie auch der Rest der Truppe. Dort gibt es eventuell Walhaie, Manta Rochen und Delphine zu sehen. Haie gibt es hier angeblich nicht, dafür ist das Wasser zu warm. Wenn’s so ist.

Den Morgen verbrachten wir am Strand mit Baden, Stricken (endlich ;-) und faulenzen. Einfach herrlich. Nach einem kleinen Lunch fuhren wir zum 15 Kilometer entfernten Praia de Tofo, wo es einen kleinen Kunsthandwerker Markt gab und einige gemütliche Strandbars. Nach langen zähen Verhandlungen stockte ich meine bescheidene Stoffsammlung mit ein paar bunten Sarongs auf. Das gleiche Prinzip kannte ich ja schon aus Kambodscha, auch hier tragen die Frauen die bunten Tücher als Rock einfach um die Hüften gewickelt. Die Muster sind afrikanisch bunt und ich hab da einfach was für übrig. Herr C. nimmt es gelassen hin, auch wenn ich mit einbilde, ein leichtes Augenrollen wahrgenommen zu haben ;-)

Der Tourismus in Mozambique steckt noch ganz tief in den Kinderschuhen. Das Land wurde vom Bürgerkrieg arg gebeutelt und entdeckt erst jetzt die Chance, sich durch die wunderschönen Strände eine neue Einnahmequelle zu schaffen. Das wird sicher nicht schaden, denn Mozambique ist ein sehr armes Land. Im Grunde stehen diese Traumstrände denen auf Mauritius in nichts nach, aber es gibt eben noch keine Infrastruktur. Wer also auf solche unentdeckte Paradiese steht, dem sei eine Reise hierher durchaus zu empfehlen. Lange wird das hier nicht mehr so sein, da sind wir uns sicher.

Abends dann ein weiteres leckeres Dinner, mit viel liebe zubereitet von unserem Tausendsassa JJ. Es war ein traumhafter entspannter Tag mit wunderschönen neuen Eindrücken von denen gerne noch weitere folgen dürfen.

Kingdom of Swaziland

Heute ist schon Freitag und wir sind nun schon wieder fast eine ganze Woche unterwegs.

Wie üblich begann der morgen mal wieder sehr früh. Bereits um 4.45 Uhr klingelte der Wecker. Aber wie unser Guide JJ immer so schön sagt, early time is animal time. Früh am Morgen ist im Busch einfach am meisten los. Tags zuvor haben wir uns daher zum Sunrise Game Drive verabredet.

Um halb sechs saßen wie bereits wieder im Jeep und durchquerten die großen Gates in den Park. Der Hlane National Park (gesprochen Schlaane) besteht aus drei großen Bereichen. Dem Hauptteil, in dem unter anderem Giraffen und Antilopen leben, dem Löwenanteil (brüller) … wo es eben viele Löwen, Leoparden und Geparden gibt und dem 24 Stunden überwachten Nashorn Bereich. Die Nashörner genießen überall einen besonderen Status, da die Art aufgrund von Wilderern stark dezimiert ist. Die wilder bekommen für ein Kilo Horn ca. 250.000 Dollar … der Glaube an die angeblich potenzsteigernde Wirkung hält sich hartnäckig, obwohl ein Horn des Rhinos, genau wie unsere Fingernägel aus Keratin besteht. Dummheit und Habgier ist schon immer eine gefährliche Kombination gewesen.

Wir fuhren in den Sonnenaufgang, dessen Farbspektrum alle rot, lila und orange Töne aufwies, die der afrikanische Himmel zu bieten hat. Als könnte es kitschiger nicht werden, lief auch noch ein großer Elefant ins Bild. Mal wieder zum dahinschmelzen. Etwas später erblickten wir dann ein paar Löwen im tiefen Gras. Zunächst schwer zu erkennen kamen sie langsam aber sicher und unser Blickfeld. Gemächlich und scheinbar satt und vollgefuttert platzierte sich eine wunderschöne Löwendame mitten auf dem Weg. Sie putzte sich und schnaubte zufrieden und ließ sich von uns überhaupt nicht beeindrucken. Im Gefolge hatte sie zwei jüngere Löwenmänner mit noch recht kurzer Mähne. Einer der Jungs setzte sich in ca. 5 Metern Entfernung vor unseren Jeep und schaute uns gelangweilt an. Das war unfassbar schön und beeindruckend. Eine Gefahr schien nicht von ihnen auszugehen. Sie kennen die Jeeps und sind daran gewöhnt. Nur rauslehnen sollte man sich nicht.

Wir waren alle sehr glücklich über diese Beobachtung.

Nach der Morgensafari kam bereits der nächste Programmpunkt. Eine Fahrt in ein traditionelles Swazidorf. Wir bekamen etwas von der Tradition der Einwohner erzählt und erfuhren einiges über die Art zu leben. Interessant, dass der Chef des Dorfes, sowie auch der König von Swaziland mehrere Frauen heiraten können. Letzterer hat insgesamt 13 Frauen und die werden hin und wieder mal ausgetauscht. Nun ja … bin froh, keine Swazifrau zu sein ;-)

Getreu dem Motto, wer weiß wann ich mal wieder in Swaziland bin, habe ich mich auch noch für die anschließende Nashornsafari angemeldet. Das war selbst Herrn C. zuviel, aber Tiere gucken ist nun mal das allergrößte. Davon kann ich einfach nicht genug bekommen. Sie wurden ich auf der ca. Zweistündigen Fahrt quer durch den Busch auch nicht enttäuscht, und es gab außer den Elefanten und den stets in großen Mengen vorhandenen Impalas auch vier große absolut beeindruckende und majestätische Nashörner zu sehen. Und das in nicht allzu weiter Entfernung. Angeblich soll es gerade ein zwei Wochen altes Nashornbaby im Park geben, dessen Sichtung sicher eines der Höhepunkte dieses Urlaubs gewesen wäre, das blieb uns jedoch leider verweht. Seis drum. War trotzdem toll und es muss ja auch immer noch ein bisschen Luft nach oben bleiben.

Nachmittags haben wir eine ganze Weile hinterm Zaun am Wasserloch gesessen und auf Tiere gewartet. Im Wasser lagen drei friedlich dümpelnde Hippos und ab und zu hat sich mal ein Gnu oder Impala an den Rand des Gewässers getraut. Es gab zahlreiche verschiedene Vogelarten zu sehen und begleitet wurde die Buschaufführung von einem tiefroten afrikanischen Sonnenuntergang. So verdammt kitschig und so verdammt schön. Afrika hat mich verzaubert. Das Land hat es fast geschafft, den Albtraum des ersten Tages vergessen zu machen. Herr C. hat es ja immer schon gewusst, aber ich musste es eben noch persönlich herausfinden.

Abends hat uns unser Supertalent auf dem Grill ein traditionell südafrikanisches Menü gezaubert, es gab Maisbrei … also Polenta mit einem superleckeren Eintopf und dazu selbstgebackenes Brot. Dazu tranken wie Savannah Loco, einen Cider mit Tequilageschmack. Und immer wenn du denkst es kann nicht besser werden, wurden die Isomatten der Camper auf dem Boden ausgebreitet und wir legten uns in einer Gruppe rücklings auf den Boden und haben Sterne geguckt. Klar, in einem Camp ohne Elektrizität und Licht und einem klaren Himmel, das konnte einfach nur großartig sein.

Reise in ein fremdes Land

Was soll ich sagen. Früh wars mal wieder, als wir noch im dunklen das gemütliche Bett unterm romantischen Moskitonetz verlassen mussten. Es war Packen angesagt und ich bin mal wieder froh über die Routine, die sich auf unseren vielen Reisen eingestellt hat. Ich habe vier verschiedene Packtaschen in meinem Rucksack, die wie Schrankfächer funktionieren und so das lästige suchen verhindern. Außerdem ist man schnell wieder bereit zur Weiterreise.

Auf dem Weg zu unserem nächsten stop machten wir mit dem Bus noch eine kleine Safari durch den Krüger Park. Es gab nochmals viele tolle große Tiere zu sehen. Einschließlich eines riesengroßen Nashorns, wie es gemächlich über die Straße lief, und eines superminikleinen Elefantenbabys, dass gerade noch aufrecht unter dem Bauch seiner Mama stehen konnte … kreischalarm. Soooooooo süüüüüüüssss!!! Kurz nach dem Park machten wir halt am Supermarkt und wir deckten uns mit notwendiger Nahrung ein, Wasser, Snacks und Alkohol für die nächsten Tage. Das ganze fühlt sich immer mehr nach Klassenfahrt an. Nur kurze Zeit später erreichten wir den Grenzübergang zum kleinen Königreich Swaziland. Die Formalitäten waren schnell erledigt und was als erstes auffiel, waren die überall aufgestellten Kondomspender. Wie in vielen Ländern Afrikas, hat auch Swaziland ein erhebliches Problem mit Aids. Etwa 35 % der Bevölkerung sind angeblich infiziert. Nach einer guten Stunde erreichten wir mal wieder ein kleines Stück des Paradieses. Den traumhaft gelegenen Hlane Nationalpark. Diese Reise ist unterteilt nach Zelt und fester Unterkunft. Wir haben die accommodated Variante gebucht, also mit fester Behausung und eigenem Bad. Und wir haben es bisher nicht bereit. Unsere Hütte im Park war traumhaft. Rund, aus Lehm geformt, mit einem Reisigdach, innen ein blank geschliffener Zementboden und einem Doppelbett überdeckt mit einer Art Zelt aus Moskitonetzen. Die behause wartete noch mit einer Besonderheit auf. Es gab keine Elektrizität. Keine Steckdosen oder Lichtschalter. Nur Petroleumlampen und Kerzen. Es war so unglaublich romantisch. Warmes Wasser gab es sogar, das wurde zentral befeuert. Nach einem kurzen nachmittagsnap zogen wir mit einem kühlen Getränk zum Wasserloch und starrten auf das Naturereignis. Leider waren gerade keine großen Tiere in Sichtweite. Das Abendessen im Camp bestand aus einer leckeren Lasagne mit großem Salat. Unser Guide JJ überrascht uns wirklich jeden Tag wieder mit neuen schmackhaften Gerichten. Über das Essen hier kann man wirklich nur in allerhöchsten Tönen schwärmen. Am Ende des Essens packt jeder mit an. So ist der Abwasch schnell gemacht und alles wieder ordentlich im Truck verstaut. Ein kurzer gute Nacht Trunk und wir waren wieder bereit für die Nacht. Um 8 ins Bett, kein Problem wenn man seit 5 auf den Beinen ist.

Bush Panorama

Mittlerweile sind wir dran gewöhnt, so früh aufzustehen. Bereits wieder in aller Frühe um 6 Uhr war Treffpunkt am Hauptgebäude des Camps für unseren Morgenspaziergang durch den Busch. Es gab einen kleinen schnellen Kaffee und pünktlich wurden wir von zwei Rangern in Uniformen mit frisch geladenen Gewehren abgeholt. Denn wir liefen durch das Sicherheitsgate direkt auf das Parkgelände, wo die Tiere frei herumlaufen.

Wir bekamen auf dem Spaziergang viele Infos aus der Buschzeitung, den Spuren und den Hinterlassenschaften der Tiere. Die Ranger nahmen anhand dieser Merkmale die Fährte zu einem Büffel auf. Und tatsächlich galoppierte auf einmal einer der schwarzen Riesen in sicherer Entfernung an uns vorbei. Wir sahen viele Termitenhügel, Spinnennetze und allerhand Kleingetier, aßen wiulde Beeren und entdeckten einen ungefährlichen fingerdicken und ca 12-15 cm langen Tausendfüssler. Diesen ließ ich sogar über meine Hände krabbeln. Ein ulkiges Gefühl. Nach dem sehr lehrreichen Rundgang gab es erst mal ein deftiges Frühstück mit Eiern, Speck und gebackenen Bohnen, bevor wir uns auf unser Tour entlang der Panoramaroute begaben. Wir stoppten an einigen absolut faszinierten Aussichtspunkten, so zum Beispiel dem sogenannten Gods Window, dort gab es auch einen kleinen Rundgang durch ein tropisch feuchten, mit vielen Moosen und Farnen bewachsenes Stück Regenwald. Dort geschah dann etwas unglaubliches. Eine unsere Mitreisenden wurde einfach so von hinten von einem Affen attackiert und ins Bein gebissen. Mit wurde heiß kalt und ich hatte absolut kein Bedürfnis, diesen Weg noch weiter zu laufen. Ich glaub’s ja nicht. Ihr Biss war wesentlich harmloser als meiner, aber dennoch gab es kleine blutende Bissspuren und ich musste mich leider als dramatisierende Klugscheisserin aufspielen. Auf mein Drängen fuhren wir in einen Ort namens Graskop und sie wurde zum Arzt gebracht. Dort bekam sie die Bisswunde noch mal gründlich gereinigt und dazu ein paar Antibiotika, die selbst der Arzt unnötig fand. Aber sie bestand auf mein dringendes Geheiß darauf und ich war zufrieden. Naja … mag übertrieben gewesen sein, aber lieber so als andersrum.

Weiter ging die Fahrt zum beeindruckenden Bourke’s Luck Potholes mit tollen Wasserfällen anschließend zum Blyde River Canyon, dem grünsten Canyon der Erde. Die Natur Afrikas bietet wirklich spektakuläre Ausblicke.

Der Tag war lang und wir erreichten erst um halb sechs wieder unser Camp.

Bei abendlicher Runde aßen wir mal wieder sehr lecker und rösteten Marshmellows über dem Lagerfeuer … bis uns irgendwann wieder die Augen fast von selbst zufielen und wir uns in Richtung Hütchen verabschiedeten.

The Big 5

Der Tag begann wieder sehr früh und bereits um 6 Uhr saßen wir fertig verfrühstückt und mit Sonnencreme und Anti Brumm präpariert in einem allseitig offenen Jeep auf den Weg zum ersten Höhepunkt der Fahrt. Einen vollen Tag Safari im größten Nationalpark Südafrikas, dem berühmten Krüger Nationalpark. Hier sind alle Big 5 zuhause, Elephant, Nashorn, Löwe, Büffel und Leopard … und natürlich hunderte anderer Tiere. Ich habe mich sehr darauf gefreut. Schon lange vorher mein Teleobjektiv gestreichelt und so war es einfach nur zum Jammern, dass das nun sinnlos war. Das Tele habe ich noch, aber nützt ja nix ohne Kamera.

Umso toller dass das neuseeländische junge Pärchen, bei denen dies bereits der zweite Besuch im Park war und die gerade noch in der Serengeti waren, mir anboten, mit ihrer Kamera zu fotografieren. Ich war happy und so durfte ich ungestört die beeindruckenden Tiere jagen. Und von denen hüpften mir nicht wenige vor die Linse. Es ist wirklich noch einmal etwas vollkommen anderes, diese Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten. Absolut atemberaubend schön. Es ging los mit den putzigen gestreiften Kudus und von weitem ragten zwei Giraffenhälse aus dem Busch. Es gab Elefantenherden und kleine winzige Babyelefanten. Wir hatten Glück und durften zwei ausgewachsene Löwenmännchen beobachten, die faul unter einem schattigen Baum dösten. Es gab natürlich hunderte Impalas zu sehen, wir haben Warzenschweine und gaaanz viele Zebras gesehen. Paviane, Büffel, Nilpferde, Krokodile und noch vieles mehr. Es war einfach nur schön und extrem emotional. Sehr glücklich bin ich natürlich auch über die Fotoausbeute. Ich meine, also echt, das Zebrafoto ist doch der Hit :-)

Eigentlich wurden wir ja nur rumgefahren. Aber irgendwie war der Tag doch ganz schön anstrengend. Wie toll, dass es da im Camp eine tollen Pool gibt. Direkt daneben übrigens ein Wasserloch in dem die Nilpferde gemütlich im Wasser planschen und hin und wieder markerschütternde Brülllaute von sich geben. Verrückt. Es wurde geplanscht und wir haben viele lustige Poolfotos geknipst.

Später am Abend hatte ich dann mal wieder meine 5 Minuten der Traumabewältigung. Ich ringe einfach immer noch mit dem Dreck der da passiert ist. Weinen und reden ist meine Art, damit fertig zu werden. Ich bin froh, dass dann ein sehr verständnisvoller Ehemann an meiner Seite ist.

Zum Abschluss des Tages das übliche Lagerfeuer mit einem feinen Mahl, mit viel Liebe von unserem Guide zubereitet. Ein kleines Bierchen und nette Plaudereien ließen den Tag wundervoll ausklingen.

Der Tag danach

Wir haben den Wecker auf halb 6 gestellt, denn bereits um halb sieben war Treffpunkt in Midrand, einem nördlich gelegenen Teil der Stadt, für unsere 14tägige Tour durch den Krüger Nationalpark, nach Mozambique und Swaziland. Eine Reise auf die ich mich schon so lange vorher gefreut hatte.

Aber es sollte mal wieder alles anders kommen. Die Nacht war grauenhaft. Ich konnte das erlebte vom Vortag einfach nicht aus meinem Kopf bekommen. Unmöglich Schlaf zu finden. Ich versuchte es mit Ablenkung … aber es half nichts. Ich glaube erst so gegen vier bin ich eingeschlafen, bevor dann der Wecker unbarmherzig zur voreingestellten Zeit anging. Aber es half nichts. Wie ferngesteuert manövrierte ich mich durchs Koffer packen und die Morgenroutine. Zwischendurch weinte ich immer wieder. So hilflos und leer fühlte ich mich. Ein Glück, dass Herr C. Die Situation etwas besser wegsteckt als ich. Aber natürlich war es auch für ihn schlimm. Ein Taxi brachte uns dann über leere Stadtautobahnen in den Norden, wo wir zum ersten Mal auf die Mitreisenden stießen. Es gab frisch gebrühten Filterkaffee und das machte den noch fremden Morgen etwas erträglicher. Wir sahen zum ersten Mal unseren Reisebus … Entschuldigung … Reisetruck und lernten nach und nach die beiden Tourguides und die Mitreisenden kennen. Alle waren so offen und freundlich. Genau so wie ich es liebe. Es war sofort eine Vertrautheit zu spüren und man kam schnell ins Gespräch. Das war nach diesem ganzen Schlamassel so unglaublich hilfreich. Erst als der Guide später im Bus die Nachtsafari für den Abend ansprach wurde ich wieder traurig. Sooooo traurig, denn darauf hatte ich mich besonders gefreut. Aber mein Gatte überzeugte mich, dass das aufgrund meiner Müdigkeit keinen großen Sinn machen würde. Ich verfluchte die kleinen Mistkerle, weil sie mir nicht nur meine Kamera, sondern auch einen Teil meiner Freude genommen haben.

Ich versuchte es mit Schlafen im Truck. Aber es war unmöglich. Kaum machte ich die Augen zu, spürte ich die Fremden Hände in meinem Nacken.

Im Laufe des Tages aber geschah dann etwas wundersames. Ich verliebte mich spontan in die Reisegruppe und die Ablenkung und das Gequatsche und Lachen mit den anderen tat einfach nur gut und gegen Abend ging es mir bedeutend besser.

Wir erreichten am Nachmittag so gegen vier den Krüger Nationalpark am Numbi Gate und führen direkt in das Nkambeni Safari Camp am Rande des Parks. Was uns dort erwartete war einfach nur toll, eine Unterkunft ganz nach unserem Geschmack. Während etwa die Hälfte der Gruppe in Zelten untergebracht ist, haben wir die accommodated Tour Variante gebucht und bekamen eine wunderschöne Hütte mitten im Grünen mit großer Terrasse und drei Duschen, eine drin und zwei außen unter freiem afrikanischen Himmel. Dazu ein bequemes Bett mit großem Moskitonetz.

Wir haben die 14tägige Tour mit Nomad Adventure Tours gebucht. Von dieser Art zu Reisen musste mich Herr C. sehr lange überzeugen. Zum einen weil ich ein paar fein säuberlich gepflegte Vorurteile gegenüber organisierten Gruppenreisen hatte und zum anderen weil man sehr viel in einem umgebauten Truck unterwegs ist und die Straßen in Afrika zum größten Teil unbefestigt sind. Aber er hat es am Ende geschafft und so sind wir nun hier. Unsere Gruppe besteht aus zwei Guides, von denen einer der Fahrer ist und der andere die gesamte Organisation und das kochen übernimmt. Außerdem an Bord sind neben Herrn C. und mir noch 10 weitere Personen, bunt gemischt aus Neuseeland, Deutschland, der Schweiz, Amerika und Litauen. Wie wir bereits erwartet haben, sind wir mit deutlichem Abstand die ältesten. Aber das macht nix. Alles eine Frage der Einstellung. Gekocht wird immer direkt aus der Küche am Truck und wir haben Glück mit unserem Südafrikanischen Guide, der in seinem früheren leben ein Koch war und bisher nur die leckersten Speisen zubereitet hat.

Am Abend saßen wir zum Essen rund ums Lagerfeuer und wir bekamen viele Infos über die kommende Reise und speziell den folgenden Tag. Bereits gegen 8 waren wir sooo müde, dass wir uns ins bequeme Bett verabschiedeten.