Wanderlust

Während sich heute tausende trolleybekofferte Lesewillige in Richtung Messegelände aufmachen, bewege ich mich mal wieder aus der Stadt. Gerade sitze ich am Frankfurter Hauptbahnhof und warte auf meinen Zug nach Wiesbaden. Heute ist Fortbildungstag. Die Architektenkammer Hessen möchte nämlich, dass sich ihre Mitglieder immer weiterbilden. Man muss sogenannte fortbildungspunkte sammeln. Wie praktisch, dass dieses Bedürfnis in gleichem Zug von den Kammern befriedigt werden kann. In Form von teuren Seminaren in gepflegtem Villenambiente inmitten der Landeshauptstadt. Ein Schelm, wer böses dabei denkt ;-)

Egal, Weiterbildung ist ja in jedem Fall was gutes und die meisten dieser Seminare sind auch ganz brauchbar. Außerdem muss ich mir um die Finanzierung keine sorgen machen, da unsere Firma diese Kurse bezahlt. 
Heute geht es um Form und Farbe. Ich bin gespannt. 
Schon vorne am Bahnsteig stand heute eine gut gelaunte Rentner Reisegruppe, allesamt im Wanderoutfit. Nun bin ich morgens meist eher ruhebedürftig und suchte mir ein einsames Plätzchen weit vorne im Zug. Aber von hinten polterte es plötzlich mit der Wucht eines herannahenden Tornados. „Erika, Hildegard!!!“ tönte es schon von weitem. Das konnte nur eines bedeuten, Unruhe … die restlichen Mitreisenden raunten auf, und unter einem seufzen räumten wir die vorgewärmten Plätze und versuchten noch weiter nach vorne auszuweichen. Naja, Samstag morgen im Oktober, ein Zug in Richtung Rheingau … 
Apropos Oktober, gestern Abend waren wir noch draußen und die Temperaturen waren fast ein bisschen tropisch, hohe Luftfeuchtigkeit und wärme … kaum zu glauben, heute Nacht blieb sogar das Fenster auf. 
Der letzte Tag in Bergamo war übrigens sehr laufintensiv, ich glaube so viel bin ich seit dem affenbiss nicht mehr gelaufen. Aber der Fuß macht alles mit. Ich bekomme ja jetzt seit 2 Wochen eine richtige lymphdränage, vom Hals bis zu den Füßen. Und die Ergebnisse sind einfach spektakulär. Ich habe das Gefühl, dass dem gnubbeligen Hauttransplantat damit endlich Einhalt geboten werden kann, ein bisschen wenigstens. 

Cresima Italiano

Ich denke, man kann ein italienisches Menü, welches zu Anlass eines Familienfestes kredenzt wird, sehr gut mit einem Marathonlauf vergleichen.

42 Kilometer … es scheint zunächst ein wahnsinniges Vorhaben zu sein, doch mit der richtigen Technik, einer gut ausgetüftelten Taktik … natürlich auch mit starker Willenskraft und Ausdauer kann man es bis zur Zielgeraden schaffen, an deren Ende stets ein dicker frisch aufgebrühter Espresso als Belohnung wartet.

Da ich das Vergnügen habe, nun schon zum 2. Mal an einem solchen Menü teilzunehmen, verfüge ich auf jeden Fall über ein wenig Erfahrung. Mit Kai, als halbem Landsmann verfüge ich außerdem über einen Mitstreiter, welcher einen in Momenten des Durchhängens nicht nur anfeuert, sondern auch im Zweifel einen glibberigen Oktopus aufisst, der sich mit seinen Tentakeln über mein gesamtes Risotto verbreitet. 
Hier nun ein paar Fallen in die der Anfänger leicht reintappen kann: 
1. die Brotfalle
Zu Beginn eines solchen Menüs hast du in der Regel Hunger …  geniesse diesen einzigartigen Moment der Glückseligkeit, an dem du sich leicht und leer fühlst. Wiege dich nicht zu früh in Sicherheit, die ein leerer Magen vermitteln kann. Teile das Brot in sinnvollen Abschnitten über die gesamte Distanz. 
2. Die Weinfalle 
In stark alkoholisiertem Zustand schaffst du es niemals bis zum Dolce. Der Italiener als solcher neigt dazu, es immer sehr gut mit dir zu meinen … er wird zu jeder Zeit dafür sorgen, dass dein Glas stets voll ist. Du trinkst und trinkst, das Glas wird niemals leer. Konzentriere dich also und visualisiere stets dein Ziel. Am besten geht das mit einem ebenso vollen Glas Wasser gleich daneben. Denn auch dies wird immer aufgefüllt sein. 
3. die Geschmacksfalle 
Pasta, Risotto, Polenta, Antipasti, Bistecca … jedes Gericht für sich schmeckt einfach wundervoll, doch du wirst es niemals bis zum Ende schaffen, wenn du jedes einzelne bis auf den letzten Gabelstrich aufisst. 
Wie gesagt, als Profi konnte ich die typischen Fallen dieses Mal mühelos überwinden. Am Ende wartete eine sehr leckere Schokoladentorte und natürlich der lang ersehnte Kaffee. 
Mittlerweile ist es Montag morgen und wir sitzen am Bahnhof in Treviglio und warten auf unseren Zug nach Bergamo. Dort verbringen wir heute noch einen Tag, bevor es morgen früh wieder zurück in die Heimat geht. 
Der gestrige Tag war wirklich sehr schön, im Gottesdienst habe ich zwar kein Wort verstanden, aber die Feier fand wie auch im letzten Jahr auf einem idyllischen Hof in der Kampagne statt, welcher von Padre Antonio geleitet wird. Dort lebt eine Selbstversorger Kommune, die aus ehemaligen Strafgefangenen, afrikanischen Flüchtlingen, schwer erziehbaren und Außenseitern besteht, welche beim Padre Arbeit und Auskommen erhalten. Ein schönes Konzept, welches offensichtlich gut funktioniert. 
Im Anschluss traf sich noch der harte Kern bei Kais Cousin, wo wir bei lauten italienischen Gesprächen noch mit Kaffee, Grappa und Cantuccini gefüttert wurden. 
Müde und zufrieden sind wir dann gegen Acht in unser kleines Albergho gelaufen, wo wir, ob man es nun glauben kann oder nicht, im direkt angeschlossenen Restaurant jeder noch eine wagenradgrosse Pizza verspeist haben *rülps*
In Sportlernreisen nennt man so etwas glaube ich lockeres Abtrainieren ;-)

Morgenstund

Heute morgen um Punkt 3 klingelte der Wecker, schrill, unbarmherzig. Frage mich schlaftrunken, welcher Teufel mich geritten hat, irgendwann beim gemütlichen Nachmittagskaffee im Sommer, einem Wochenendtrip mit dem Flieger nach Norditalien zuzustimmen. Ich hätte das Kleingedruckte lesen müssen. Die Rahmenbedingungen waren aber auch zu verlockend, die Firmung von Kais Patenkind in Treviglio, ein italienisches Familienfest mit anschließendem mehrgängigem lombardischen Menü, ein Besuch in Bergamo … *seufzt*

Naja, ich häng da jetzt mit drin und heute Mittag werde ich mich noch mal ein Stündchen aufs Ohr hauen müssen. Und als Kai vorhin gesäuselt hat, nachher gäbe es einen echten italienischen Café … da kam auch wieder ein kleines bisschen Vorfreude auf.  
Die letzten Tage waren geprägt von Arbeit. Sehr viel Arbeit, das haben größere Projekte nun mal so an sich. Und wenn man dann einen weiteren Meilenstein erreicht, in diesem Fall die Abgabe des Bauantrages, dann gibts Stress. Sogar gestern … am Feiertag!  habe ich gearbeitet. 
Das scheint dann wohl auch der Grund, warum es in letzter Zeit hier ein bisschen ruhiger war. Dabei gäbe es zwischendurch immer wieder kleine putzige Alltagsgeschichten zu erzählen … zum Beispiel, als letzten Sonntag, am helllichten Tag ein erzürnter Anwohner … etwas weiter vorne in der Straße … seinen großen Fernseher aus einem der oberen Stockwerke geworfen hat. 
Es ist niemandem etwas passiert, gottseidank. Und schon kurze Zeit danach standen 4 blaulichtblinkende Streifenwagen in der Straße und etwa eine Stunde später wurde ein laut fluchender Nachbar, offensichtlich betrunken, aus dem Haus geführt. 
Was war wohl der Grund seiner Erregung? Schlechtes Fernsehprogramm? Ein neuer 80 Zoll Flachbildschirm? Ein zäher Sonntagsbraten? Wir werden es wohl nie erfahren. 
Am letzten Wochenende waren wir sowohl Samstag als auch Sonntag bei wunderschönem Herbstwetter auf dem Rad unterwegs, auf der Suche nach einer Hochzeitslocation. 
Kaum zu glauben wie kompliziert das ist. Das haben wir tatsächlich unterschätzt. Wie schon gesagt, offizielle Räume gibt es mehr als genug … im Palmengarten zum Beispiel, für eine lächerliche Saalmiete von 10.000 Euro ;-) Oder der coole loftartige Raum im Bahnhofsviertel für schlappe 2.500 Euro ohne Reinigung und Bestuhlung … nun gut, die könnte man dann ja beim Partyservice mieten für 5 Euro das Stück. Besteck und Geschirr für 50 Cent, pro Gegenstand versteht sich. Jetzt mal im ernst: HABEN DIE EIGENTLICH NOCH ALLE TASSEN IM SCHRANK!!! 

Aber noch geben wir nicht auf. Noch haben wir nicht vor, nach Las Vegas durchzubrennen ;-) 
Jetzt gehts erst mal nach Bella Italia. 

Eventplanung

Wir bewegen uns in Lichtgeschwindigkeit durch das Jahr … ich kann gar nicht glauben, daß es schon genau ein halbes Jahr her ist, daß der kleine Dracula so kraftvoll zugebissen hat. Bekäme ich jedes Mal, wenn ich die Geschichte erzähle, einen Euro, ich wäre eine gemachte Frau ;-)

Partytechnisch hat sich einiges in unseren Köpfen bewegt, für die Hochzeit haben wir gerade mit dem Umdenken begonnen, rein organisatorisch natürlich. Der Termin ist auch kurz davor, festgelegt zu werden, so daß schon bald eine „Save the Date“ Meldung an alle Beteiligten rumgehen wird. Für manche dann auch 2 ;-)
Das Schwierigste scheint mir die Findung eine optimalen Hochzeitslocation zu sein, jenseits der romantischen, hussenbehängten Schloßromantik … und am Ende noch bezahlbar. Wenn wir für den „schönsten Tag des Lebens“ *zieht-mit-Zeigefinger-das-rechte-Auge-herunter* am Ende so viel bezahlen wie für einen asiatischen Mittelklassewagen … *seufzt*

Vorab üben wir aber schon mal mit dem Feiern. Ich konnte meinen zukünftigen Ehemann überreden, sein großes Jubiläum nicht ungefeiert vorbeiziehen zu lassen. So haben wir uns ein kleines Konzept für den Samstag nach dem eigentlichen Tag (Insider wissen wann ;-) ausgedacht und Einladungen werden in Kürze versendet. Wir freuen uns schon auf ein großes Tohuwabohu.

Schobbe

Ui, ui, ui, jetzt bin ich aber gerade mächtig aufgeregt. Habe nämlich soeben das erste Mal telefonisch Kontakt mit dem örtlichen Standesamt aufgenommen, um mich über die Terminvergabemodalitäten zu informieren. Auweia, es wird alles gar nicht so einfach werden. Kein Wunder, daß manche dann einfach nach Las Vegas abhauen und sich dort vor einem Elvis-Presley-Double das Jawort geben ;-)
Kommt Zeit, kommt Rat.
 
Samstag Abend waren wir auf dem hippen Brückenstraßenfest in Frankfurt Sachsenhausen, dieses Viertel nenne ich auch immer liebevoll „Little Mitte“, eine Anspielung auf das ehemalige Szeneviertel (vor der Gentrifizierung ;-) von Berlin. Die Brückenstraße ist jedenfalls ein Kleinod am Main, in dem es unter anderem die beste Bäckerei der Stadt gibt, zahlreiche coole kleine unabhängige Läden und natürlich der eine oder andere schicke Treff. Es mischen sich sozusagen guter alter Frankfurter Lokalkolorit mit leinenbeuteltragenden (mit selbstgemachten Kartoffeldruck) Trendsettern ;-) Es ist dennoch mit Abstand mein Lieblingsstraßenfest in Frankfurt, ganz einfach deswegen, weil es noch nicht so kommerziell ist. Und wenn man dann noch die Nachbarn trifft, den lauen Herbstabend genießt, aus irgendwelchen Gründen ein niemals leer werdendes Weinglas in der Hand hält … *autsch* … naja, Sonntag morgen war dann … ach ja, Sie wissen ja wie sowas ist ;-)
 
Dafür hat Kai mich gestern auch zu einer kleinen Wanderung überredet. Wir sind rundum Schwanheim gelaufen, vorbei an Streuobstwiesen, an der berühmten Schwanheimer Düne und haben abschließend auf einem dortigen Straßenfest das Kontrastprogramm zum Samstag erlebt. Wobei die Schnittmenge durch das Frankfurt Lokalkolorit gebildet wurde, wo sonst, wenn nicht hier kann man echten hausgebackenen „Emerrigen Schisskäkk“ serviert bekommen? 
 

Jammerlappen

Heute bin ich wirklich ein bisschen niedergeschlagen. Leider tut der vermalledeite Fuß ziemlich weh. Schon den ganzen Tag. Er fühlt sich an, als wäre er geschwollen, was er irgendwie gar nicht ist und dennoch … oberseitig ist alles taub und pelzig, der Zeh tut bei der Laufbewegung weh und spannt, ich humpele wieder. Es ist gerade alles ein bisschen zum Heulen. Wird das denn jemals besser? Speziell der Schmerz im großen Zeh wird und wird einfach nicht besser, eher schlimmer, so wie heute.
ICH BIN ES SOOOOOOO LEID!!! Und ja … ich weiß, ich muß noch mehr Geduld haben … hrrrrgl!!!

Ach was hilf das ganze Jammern und Wehklagen. Es nützt ja niemanden was, am wenigsten mir selbst. Dennoch, Achtung > Jammerrückfall, an solchen Tagen würde ich mich am allerliebsten ganz tief unter einer kuscheligen Wolldecke verkriechen, ein bisschen Stricken und den ganzen Tag meine Lieblingsserien auf DVD schauen, in den Armen von Kai kuscheln … Die Welt könnte dann getrost draußen bleiben *seufzttief*. Ich denke jeder hat mal solche Tage oder?

Nun ja, heute Abend gehen wir jedenfalls ins Kino „Can a Song save your Life“. Soll wirklich schön und was fürs Herz sein, genau das brauche ich heute. Wir haben noch einen Gutschein für dieses Luxuskino in der Zeilgalerie, dort gibt es riesengroße Klappsessel mit Fußablage. Mal schauen wie das ist.

Ach bevor ich es vergesse, ich wollte ja noch meine DIY Kategorie etwas erweitern, anbei ein paar Strickereien :-)

Sperrbezirk

Die Nachbarschaft ist in heller Aufruhr. Schon seit ein paar Tagen sind wieder die Straßen entlang des Mains gesperrt, vor unserem Haus sind die Zugänge zur Nachbarschaft blockiert, wichtige Menschen in neongelben Warnwesten rufen sich geheimnisvolle Informationen über ihre walkie-Talkies zu. Es ist wieder soweit, der alljährliche Wahnsinn in Form des unvermeidbaren Museumsuferfestes naht. 
Nach nun genau 10!!! Jahren in Frankfurt, habe ich mittlerweile meinen Frieden mit dieser Massenveranstaltung geschlossen. 
Gibt sie mir doch für 3 Tage das Gefühl inmitten einer lauten verkehrsreichen Stadt zu wohnen. Wie? Das würde ich ja sowieso? ;-)  Naja, aber eben nicht mittendrin. 
Egal. Wir werden sicher auch mal vorbeischauen und für Kai ist es seit Jahren eine schöne Tradition, das abschließende Großfeuerwerk am Sonntag Abend zu bestaunen.  
Ich fahre bereits jetzt wieder mit dem Zug zur Arbeit, weil parken? No Way. Mein kleiner Topolino wurde bereits liebevoll gestern Abend weggeparkt und darf nun übers Wochenende ausruhen. Bis Montag dann, wenn alles wieder normal ist. 
Ein schönes Wochenende wünsche ich. 

Businesskasper

Als ich mich heute morgen an den Frühstückstisch setzte, fand ich zwei computergenerierte Ausdrucke auf meinem Platz, aus denen ich ein verlängertes Wochenende Ende Oktober entweder nach Neapel oder Budapest wählen sollte. Kai heißt ja im eigenen Bekanntenkreis nicht ohne Grund Kaiholiday … und so wie andere Briefmarkensammeln, sammelt Kai eben Reisen. Den Mallorcatraum im Oktober haben wir somit erstmal offiziell verschoben, nachdem mein Arzt relativ entsetzt über meinen derzeitigen Joggingehrgeiz war. Nein, nein, nicht übertreiben, maximal leichtes Walken bitte … hm, aber zugegeben, vielleicht war das Vorhaben auch etwas waghalsig. Nichtsdestotrotz wird weitertrainiert mit der strengen Vorgaben, niemals gegen den Schmerz zu arbeiten … nojo, also, ich die Memme der Nation, Schmerzen mag ich ja gar nicht, besteht also keine Gefahr. Also … was wollte ich eigentlich sagen. Kai ist derzeit auf der Suche nach einem Alternativprogramm zur Sonneninsel, und da stehen eben Neapel und Budapest zur Debatte. Ich fänd ja den Süden Italiens sehr schön. Mal schauen.
Vorhin in der Physiotherapie wurde ich mit einem Schröpfglas behandelt, damit kann man das etwas verhärtete Narbengewebe aufweichen. Es gibt da nämlich leider noch so eine Problemstelle am Füßlein. Nämlich ganz vorne ist ein Teil der Narbe wohl mit der Sehne verwachsen, was leider beim Laufen noch Schmerzen bereitet und außerdem das Hühnerei am Abschwellen hindert. Der Doc meinte, da könne man evtl. noch operativ was machen, aber bevor die Messer gewetzt werden, werden jetzt alternative Heilmethoden ausprobiert, eben Schröpfgläser, Kineseotape, gutes Zureden, Massieren und ein bisschen Alkohol ;-)
Falls es jemanden interessiert, das Meeting am Mittwoch verlief seeeehr erfolgreich und fand allgemeinen Anklang. Aber jetzt nicht überbewerten, alles gut und weiter gehts :-D
Heute war dann ein abschließendes Treffen mit den Kanadiern in der Lounge, an der wir in den letzten Jahren einen nicht unerheblichen Teil zur allgemeinen Verständigung beigetragen haben. Die Zusammenarbeit war wirklich mehr als angenehm und ich werde die netten Menschen dort wirklich vermissen. Selbst eine Dienstreise nach Toronto vor zwei Jahren war drin, ich durfte Businessclass fliegen, in einem Hotel im 34 Stock direkt am Ontario Lake wohnen und nebenbei ein bisschen Businesskasper spielen ;-)

Business Kasper from marcelwidmer on Vimeo.

Die viele Zeit, die ich in den letzten beiden Jahren am Flughafen mit unten bebilderter Aussicht verbracht habe, hat natürlich das ständig vorhanden Fernweh keinesfalls gemildert. Im Gegenteil, mit jedem Flieger, der vom Boden abhob, fragte ich mich, wo der wohl jetzt hingeht und warum ich da jetzt nicht drinsitze.

Anbei noch ein Foto, welches ich in meinem absoluten Lieblingszeitschriftenladen gemacht habe, der ist jedesmal ein absolutes Muß, wenn ich am Flughafen bin, die Auswahl ist einfach toll. Und ich schwöre es, die Zeitungen da unten standen alle direkt neben den Strick- und Häkelzeitschriften. Ob ich mir mal eine kaufe? ;-)

Architektengeschwätz

Soeben habe ich mich mal wieder auf dem Weg in die benachbarte Kurstadt begeben. Sonntag. Ich weiss, aber es muss sein. Mittwoch ist ein sehr wichtiger Termin, bei der ich nicht nur darum gebeten wurde, den formalen Dresdcode einzuhalten, sondern auch mein derzeitiges Projekt in hochoffizieller Runde zu präsentieren. Wenn man mit mit dem eigenen Produkt im Einklang steht, sollte das auch nicht so schwer sein. Schwieriger wird sicherlich die Bekleidungsfrage. Selbstverständlich verfüge ich über einen kleinen Fundus an vorzeigbarer Architektentracht, aber es passt ja nix mehr … aaaaargh!!! Also habe ich mich bereits am Wochenende damit beschäftigt und alles frisch gewaschen, was in Frage kommt. Heute Abend ist dann der Testrun ;-)

Ansonsten heißt es heute richtig ranklotzen. Der neue Kollege ist derzeit dabei, das ganze zu rendern – bedeutet, eine hübsche 3D Visualisierung herzustellen, und ich muss noch einiges feintunen, Berechnungen anstellen, aufhübschen, etc. etc. Aber es macht sowas von Spaß, schön wenn man dafür auch noch bezahlt wird … darf nur der Chef nicht lesen, sonst sieht es schlecht aus in der nächsten gehaltsverhandlung ;-) 
Auf dem Weg zum Bahnhof bin ich an einem meiner absoluten lieblingsgebäude in Frankfurt vorbeigelaufen. Nicht unbedingt wegen der Optik, sondern wegen den Erinnerungen, die es wachruft. Es ist nämlich exakt so gebaut, wie ein typisches Loftbuilding, von denen es in New York tausende gibt, und in genau so einem habe ich damals gearbeitet, ecke 26th and 6th Avenue. Typisch dafür der separate Eingang auf der einen Seite  und der spiegelgleiche Eingang für die Lieferanten auf der anderen Seite,die riesengroßen Fenster, Stahlsäulen im inneren und weitläufige Etagen. Ein Traum, in so etwas zu wohnen ;-) 

Freitag Abend waren wir zum Essen bei Kais ehemaliger Kollegin in Bad Nauheim eingeladen. Eine quirlige Person, die an Herzlichkeit kaum zu überbieten ist, da muss man sich einfach wohlfühlen. Lustig auch … ihr Mann ist Architekt und hat auch schon mit meinem Chef zusammengearbeitet. 
Immer wieder interessant, obwohl Kai und ich uns ja aus dem anonymen Internet kennen, gibt es doch öfters mal überkreuzungen. Ich sag’s ja gerne wieder … nur fünf Schritte bis zum Papst. 
In diesem Sinne: einen geheiligten Sonntag allerseits :-)