Etwas nachdenklich heute …

Beim Frühstück am Dienstag morgen fachsimpelten wir eine ganze Weile über die örtlichen Gerüstbaubestimmungen. In etwas Entfernung konnte man nämlich den Baufortschritt eines bislang ca. 10 Stockwerke hohen Stahlbetonskelettbaus beobachten. Außen am Gebäude befand sich eine Art Baugerüst. Zumindest war es eine Konstruktion aus Metallrohren, die jeweils an den Kreuzungspunkten verbunden waren. Bretter zum darauf laufen? Fehlanzeige. Es gibt eine kleine Öffnung in der Wand, durch das schwingt sich der Arbeiter auf das Gestänge. Erst dann halt er seine Sicherung ein. Wirklich nichts für schwache Nerven.

Nachdem wir uns für den Tag gestärkt haben, gingen wir nochmal kurz vor zum Zentralmarkt. Einem sternenförmig angelegten Gebäude im Art Deco Stil, unter dessen Dach es nichts gibt, was es nicht gibt. Ein großes buntes Kaufhaus mit bunten Waren, von Uhren und Schmuck, über Kleidung und Haushaltswaren, Stoffe und Kurzwaren bis hin zum reichhaltigen Nahrungsangebot … natürlich durften auch hier die Krabbeltiere nicht fehlen. So sehr ich mir vorgenommen habe, diese mal zumindest ein kleines Käfertier zu probieren, es ging einfach nicht. Zu groß war der Ekel. Ich hoffe wir haben noch ein paar Jahre Schonfrist, bevor wir uns zwangsweise am Käferangebot bedienen müssen.

Gegen Mittag war es Zeit aus dem Hotel auszuchecken. Also wurden die Habseligkeiten wieder alle verpackt … und während ich unten im Coffeeshop noch ein bisschen Erholungsarbeit geleistet habe, hat Herr C. schon mal die Lage des Schiffsanlegers überprüft.

Um zwei war es endlich soweit. Wir haben uns standesgemäß mit dem Tuk Tuk runter zum Fluss fahren lassen und erreichten so den eigentlichen Auslöser der Reise nach Kambodscha: die RV Pandaw … ein Flusskreuzfahrtschiff im Kolonialstil mit 24 Kabinen an Bord. Wir wurden freundlich empfangen und als der Stewart uns unsere Kabine gezeigt hat, sind mir erstmal wieder ein paar Tränchen gekullert. So überwältigt war ich. Es ist ist einfach wunderschön … und friedlich. Zeit für Erholung. Wie wir erfuhren, sollte das Schiff erst am Abend um 11 Uhr ablegen … außerdem waren wir die einzigen Gäste, die in Phnom Penh zustiegen. Alle anderen waren schon seit 3 Tagen an Bord und sind in Saigon gestartet. Es war leer, denn die Gruppe befand sich noch auf Besichtigungstour zu den Killing Fields. Einen Punkt, den man sich als Kambodscha Besucher eigentlich nicht entgehen lassen sollte.

Die Schreckensherrschaft der Roten Khmer ist ein sehr bedrückendes Kapitel der jüngeren Geschichte hier und es wäre sicher spannend gewesen, noch mehr darüber zu erfahren. Seit wir hier sind, haben wir uns sehr in das Thema eingelesen. Nach Schätzungen wurden zwei Millionen Menschen auf abscheuliche Weise ermordet. Pol Pot hatte die wahnwitzige Idee einen kommunistischen Bauernstaat zu erschaffen. Das Ziel seines Terrors waren vor allem gebildete Menschen … und deren Kinder. Es war willkürlich und radikal. Erst 1979 fand das Morden ein Ende. Man sollte meinen, Menschen wären lernfähig und würden sich heutzutage nicht mehr von großen Rednern beeindrucken lassen, die einem wirtschaftlichen Wohlstand für alle versprechen und auf dem Weg zur Macht all jene bestrafen, die sich gegen das System auflehnen. Aber schaut man sich heute um … nein leider sind sie es nicht.

Jetzt bin ich irgendwie ins Faseln gekommen. Ein nachdenklicher Exkurs. Aber auch das gehört zum Reisen.

Während es also auf dem Schiff noch ruhig war, habe ich mich erst mal zu einem nachmittäglichen Nickerchen in die klimatisierte Kabine verzogen. Gegen Abend trafen die anderen Passagiere ein und es gab einen Cocktail auf dem Oberdeck, begleitet von kambodschanischen Klängen und einer Showeinlage mit traditionell gekleideten Tänzern, sowie einem typischen Puppenspiel mit Papierfiguren, welche vor einer Schattenwand einheimische Märchen erzählen.

Solche „Heimatabende“ … und dann noch auf dem Boot … ein bisschen komisch ist das ja trotz allem immer noch. Man hat irgendwie das Gefühl, Sascha Hehn kommt gleich mit einer illuminierten Eistorte um die Ecke ;-)

Im Dining Room wurde anschließend ein äußerst schmackhaftes Viergangmenü serviert. Gefolgt von einem kurzen Landgang inklusive einer einstündigen Fussmassage, zu der ich dieses Mal sogar Herrn C. überreden konnte.

Gegen halb elf waren wir wieder zurück an Bord und beobachteten, wie das Schiff pünktlich um elf in den Fluss stach …

Ein Tag in Phnom Penh

Mittlerweile haben wir uns in der fremden Umgebung schon wieder etwas eingewöhnt, und das kalte Wetter in Deutschland scheint Lichtjahre entfernt.

Der gestrige Tag begann mit einem wirklich leckeren Frühstück auf der überdachten Terrasse mit Blick über die Dächer von Phnom Penh. Als willkommene Abwechslung gab es ausnahmsweise mal kein Frühstücksbüffet sondern a la carte. Danach habe ich erst mal meine neue Reiseyogamatte eingeweiht. Die ist wirklich toll und sehr leicht. Man benötigt dafür tatsächlich eine Matte, sonst rutscht man ständig weg und der herabschauende Hund wird zum müden Kläffer. Danach ging’s kurz in den kühlen Pool auf dem Dach und dann konnte die Erkundungstour endlich losgehen.

Die Hauptstadt Kambodschas ist zwar mit ca. 1,5 Millionen Einwohnern eine riesige Stadt, aber die wesentlichen Sehenswürdigkeiten und das touristische Leben spielen sich im Zentrum und and der Waterfront ab. So konnten wir über den Tag verteilt gemütlich schlendern, die Energie der Stadt aufsaugen, lecker essen und trinken und dabei allerhand Sehenswertes besichtigen.

Wieder einmal mehr oder weniger zufällig stolperten wir über einen der zahlreichen Märkte der Stadt, dem Phsar Kandal. Ein sehr ursprünglicher lokaler Markt mit wirklich allem, was die umliegenden Felder und Gewässer hergeben. Überall wurde gefeilscht und Ware über die Auslage gereicht. Es kroch und krabbelte teilweise aus den Schüsseln … manchmal zog ein strenger Geruch durch die Nase, gefolgt vom lieblichen Duft frisch zubereiteter Khmer Küche. Solche Märkte zählen wirklich zu den absoluten Lieblingsorten auf unseren Reisen.

Wir liefen vorbei am Wat Ounalom, der angeblich eine Originalaugenbraue Buddhas beherbergt, weiter vor zum Königspalast, der dem in Bangkok in nichts nachsteht. Die vielen kleinen Beobachtungen auf der Straße aber sind das eigentliche Spektakel.

Zwischendurch brauchten wir erstmal ein Mittagspäuschen im Hotel mit Dusche und ausgiebigem Poolbad.

Am Abend sind wir noch mal linkerhand zum Wat Phnom gegangen, ein kleinerer Tempel auf einem Hügel, welcher als einer der Hauptsehenswürdigkeiten Phnom Phens gilt. Im Tempel selbst muss man immer Schuhe ausziehen. Dort drin herrscht eine magische Atmosphäre. Hunderte von Buddhas in allen Größen und Materialien sitzen dort gruppiert um einen großen Buddha. Ich liebe das einfach. Es strahlt eine solche Ruhe aus. Wir haben uns dann auch für eine Weile andächtig hingekniet. Aus Respekt sollten niemals die Füße zuerst in Richtung des Buddha zeigen.

Draußen wurde es schnell dunkel und der Tempel wurde illuminiert, was dem spirituellen Gesamtkonzept noch etwas magischeres verlieh.

Auf dem Rückweg sind wir nochmal über den Nachtmarkt gelaufen und anschließend habe ich mich endlich getraut, in einen der Massagesalons zu gehen. Vorgestern habe ich doch noch etwas gezögert, da das Viertel vorne am Fluss von sehr vielen Erotikbars bevölkert ist. Vor denen drapieren sich meist blutjunge und sehr hübsche Kambodschanerinnen. Zwischendrin sitzen dann leicht ergraute Herren mittleren Alters … also so in den Vierzigern schätze ich ;-) , die dann von mindestens drei oder vier der Mädchen umringt sind. Ich sage bewusst Mädchen, denn die meisten dürften noch Teenagerinnen sein.

Zwischendrin gab es aber auch die Spa Salons mit sichtbaren Massageliegen im vorderen Bereich und so traute ich mich herein. Eine Stunde angenehmste Fussmassage folgte, während sich Herr C. nebenan ein kühles Ankor genehmigte. So entspannt gab es dann ein leckeres Abendessen im einem der zahlreichen Strassenlokale. Müde und glücklich ging es zurück ins Hotel.

Während Herr C. Innerhalb von 5 Sekunden in eine entspannt wohlige Schlafatmung verfiel, wälzte ich mich noch bis ca. 2 Uhr!!! Im Bett herum. Irgendwie scheint meine innere Uhr noch nicht richtig umgestellt zu sein, denn heute morgen war ich müde wie ein Hund.

Karma in Kambodscha

Nachdem gestern alles wieder in den Rucksäcken verstaut war, begaben wir uns auf unsere kleine Odyssee in Richtung Nachbarland. Los ging es mit einem strammen Marsch die Silom Road entlang zur Hochbahn. Umsteigen und die Airport Rail und langes Laufen über den recht großen Suvarnabhumi Flughafen. Puha, wie gut, dass ich beim Packen meinen persönlichen Rekord mit 8,8 Kilo Rucksackgewicht nochmals unterboten habe. Beim Check In wurde mehrfach die Schlange gewechselt, was uns einen leichten Zeitvorteil verschafft hat … diesen mussten wir dann aber bei der Sicherheitskontrolle wieder einbüßen. Ein Ungetüm von Riesenschlange tat sich auf, sauber in Schach gehalten von mäandernden Tensatorenbändern. Als auch diese bewältigt war kam die Passkontrolle. Auch hier mussten wir uns in Geduld üben. Hilft ja nix. Nach knapp 3 Stunden Reisezeit waren wir endlich am Gate. Gerade noch Zeit für einen Kaffee.

Phnom Penh empfing uns nach kurzer Flugzeit in strömendem Regen. Aber es war angenehm warm. Direkt würden wir von einem der Tuk Tuk Fahrer angesprochen. Schon vorher hat sich Herr C. erkundigt, was diese Fahrt kosten darf. Als der Fahrer direkt mit einer 9 Dollar Quittung wedelte, waren wir zufrieden und stiegen ein. Ein bisschen wie ein einem Planwagen fuhren wir knatternd durch die verregneten Straßen. Hinten war alles offen, so dass wir viel zum Gucken hatten. Zahlreiche Tuk Tuks und Mopedfahrer hinter uns, notdürftig vor den Wassermassen geschützt fuhren teilweise komplette Familien auf nur einem Roller.

Nach einer spannenden Fahrt erreichten wir unser schönes Hotel direkt in der Innenstadt. Wir haben schon von zu Hause aus das Lavanya Boutique Hotel ausgewählt, weil es so hübsch zurecht gemacht ist, noch sehr neu … naja und vor allem sehr preiswert. Die Bilder haben nicht getäuscht und wir waren begeistert von der Wahl. Wer mal nach Phnom Penh kommt, das Hotel können wir uneingeschränkt weiterempfehlen.

Eine kurze Erholung im bequemen Hotelbett stand an, gefolgt von einem ersten abendlichen Rundgang durch die Nachbarschaft. Hatte ich mal erwähnt, wie sehr ich Thailand liebe ;-) … ich bin spontan neu verliebt. Irgendwie ist es Thailand sehr ähnlich … und doch anders. Es ist irgendwie im Aufbruch. Es ist auf jeden Fall einfach und sehr ursprünglich. Die Gehwege sind oft kaputt, sie Straßen voller Schlaglöcher, aber die Straßen sind übervoll mit leckeren Restaurants und Garküchen. Es gibt so viel zu gucken … meine Kamera läuft langsam heiß.

Wir waren auf dem Nachtmarkt und haben dort Dinge probiert, wo wir keine Ahnung hatten, was es genau ist. Aber zusammen mit Nudeln war es sehr lecker ;-) wir schlenderten durch die notdürftig vor dem Regen geschützen Stände mit sehr preiswerten echten Rolex Uhren und ich habe meine neue Vorliebe für frisch gepressten Zuckerrohrsaft entdeckt.

Später im Hotel gab es dann erstmal einen kleinen Schock. Ich hatte oben auf der Treppe auf Herrn C. gewartet, der die Schlüsselkarte checken ließ. Wir gingen ins Zimmer … irgendwann später wollte ich meine Tagesbilder aufs Handy übertragen … auf einmal war die Kamera weg. Alles abgesucht, meinen gesamten Rucksackinhalt auf links gedreht (war für die Ordnung im Zimmer nicht zuträglich ;-) … leichte Panik stand mir ins Gesicht geschrieben und erste Tränen bereiteten sich vor. Aber ich habe ja eine Mann geheiratet, der gottseidank nicht so schusselig ist wie ich. Er ist runter zur Rezeption gegangen und da hatte sie ein ehrlicher Finder bereits abgegeben. Ich hatte sie beim Warten auf der Hoteltreppe stehen lassen. 😤🤪

Bangkok Reloaded

Samstag morgen sind wir schon ziemlich früh aufgewacht, was eigentlich eher ungewöhnlich ist für das Reisen in Richtung Osten. Denn in der Heimat ist es dann ja mitten in der Nacht.

Aber als könnte es nicht besser werden, wurde ich mit einem Kaffee am Bett überrascht. Anschließend gingen wir zwei Etagen hoch In den 20. Stock zum Pool auf dem Dach. Es war ein wunderbarer Morgen und ich setzte mein Dauergrinsen auf, welches mich bzw. den Herrn C. für den Rest des Tages begleiten sollte ;-)

Später beim Frühstück schmiedeten wir die Pläne für den Tag. Begonnen hat unsere kleine Tour zu Fuß in Richtung Chao Praya, der große Fluss, der sich einmal der Länge nach durch die Stadt schlängelt. Wir kamen am Lebua State Tower vorbei. Dort oben auf dem Dach … naja ich will ja nicht schon wieder davon faseln. Aber … ach was war das so schön. Unser Restaurant in dem wir als zwei grinsende Honigkuchenpferde unser Verlobungsfestmahl genossen, gab es auch noch. Wie toll.

Weiter ging es zum Bootsanleger am Fluss, wo wir uns volle Kanne abzocken ließen. Anstatt die normale Bootsfähre zu nehmen, fing uns die Kleinbootmafia vorher ab und wir zahlten locker das dreifache für unsere Überfahrt. Naja, zugegeben, bei 2,50 Euro pro Person war die Reisekasse nicht ganz so sehr beschädigt ;-) Außerdem war die Fahrt im Privatboot um ein Vielfaches schöner … anstatt stehend auf der überfüllten Fähre zu schwitzen. Am Ziel der Bootstour wollten wir in Richtung indisches Viertel laufen und kreuzten ungeplant den wunderschönen Blumenmarkt. Wir sind ja wirklich große Fans von lokalen Märkten aller Art. Aber dieser war etwas ganz besonderes. Alles voller Blumen und Blüten in unzähligen Farben … Tütenweise Orchideenblütenblätter … einfach wunderschön. Ich hoffe, die Bilder können meine Begeisterung einigermaßen wiederspiegeln.

Im indischen Viertel befindet sich auch der große Textilmarkt. Unfassbar, wie viele Stoffgeschäfte sich auf engstem Raum befinden können. Hier waren wir natürlich auch nur rein zufällig ;-) Und sehenswert ist es in jedem Fall, nicht nur für Hobbyschneiderinnen. Unglaublich, was man alles auf engstem Raum verkaufen kann.

Danach sind wir weiter zum Königspalast gelaufen. Beim letzten Besuch haben wir uns Wat Pho angeschaut. Und dieses Mal sollte es eben das königliche Ensemble sein. Die einjährige Trauerphase für den verstorbenen König ist seit kurzem beendet. Während dieser Zeit wurde neben dem alten Palast eine neue Anlage mit einem Krematorium errichtet, welche die Asche von König Bhumibol beherbergt. Die Einäscherung ist noch keinen Monat her und dementsprechend voll war es auch. Anscheinend möchtet jeder Thai persönlich Abschied nehmen. Um in das Gelände reinzukommen, sollten wir sogar unsere Ausweise zeigen. Es war eine Mischung aus tausenden von Einheimischen (und diese Zahl ist ernst gemeint) und scharenweise Touristengruppen aus allen Teilen des asiatischen Kontinents. Letztere liefen meist hektisch hinter irgendeinem an einer Stange aufgehängten Plüschtier hinterher. Es war also unglaublich voll. Wirklich … sehr sehr voll. Innen im Palastgelände hat es sich dann allerdings etwas verteilt, so dass man den beeindruckenden Prunk und die thailändische Architektur weitgehend ungestört genießen konnte. Die tief stehende Nachmittagssonne ließ die goldenen Bauten leuchten, der Besuch hat sich in jedem Fall gelohnt.

Schon leicht erschöpft arbeiteten wir uns durch die Menschenmassen heraus aus dem Gelände und sind in die nahegelegenen Khaosan Road gelaufen. Hier waren wir schon mal und ich erinnerte mich noch lebhaft an das herrliche Streetfood. Auch dieses Mal wurden wir nicht enttäuscht. Während Herr C. ebenfalls eine Liebe für Pad Thai entdeckte, gab es für mich ein leckeres Gericht mit ganz viel Cashewnüssen. Zurück bummelten wir über die belebte Straße, die vor allem als Treffpunkt für die zahlreichen jungen Backpacker aus aller Welt bekannt ist. Am Ende der Straße haben wir den Preis für eine Tuk Tuk Fahrt zur nächsten Schnellbahn Haltestelle ausgehandelt. Herr C. meint ja, ich würde dabei immer viel zu schnell aufgeben. Aber egal, schließlich konnte ich nicht riskieren, dass wir wegen des letzten Euros am Ende doch wieder zu Fuß laufen müssen ;-) in rasender Geschwindigkeit eilte das kleine Gefährt durch die vollen Straßen … Angst sollte man nicht haben 🙈

Später im Pool konnten wir uns, umgeben von der grandiosen Aussicht, etwas abkühlen … das hat sicher nur so gezischt, denn es war einfach nur heiß.

Während Herr C. noch ein Weilchen länger im Pool blieb, habe ich mir unten, schräg gegenüber des Hotels meine übliche Urlaubs Beautybehandlung gegönnt. Mani- und Pediküre mit kleiner Fuß- und Handmassage. Einfach herrlich und ich kann auch meine Füße wieder bedenkenlos in offenes Schuhwerk kleiden. Nicht dass ich nicht schon den ganzen Tag in Flip Flops rumgelaufen wäre … aber eben nicht ohne Bedenken ;-)

Zum Abendessen haben wir uns dann noch mal raus begeben und sind in einem trendigen Thailokal gelandet, wo es vor allem eins gab: spicy food … überall stand extra davor, dass die Gerichte scharf seien. Und als erfahrende Thailand Touristin weiß ich ja, das Essen ist grundsätzlich erst mal scharf. Wenn das Wort spicy 🌶 extra auftaucht, ist Vorsicht geboten. Herr C. erklärte beim Bestellvorgang: „yes, spicy … but my wife not so spicy ;-)“ Letztlich war das dann aber auch egal, denn mein Essen war einfach nur superscharf und ich zeterte etwas umher … wieso scharf, fragte ich hilfesuchend ins Leere … ich verstehe das Konzept von scharfem Essen nicht, schimpfe ich … man schmeckt doch gar nix. Aber was kann man tun, wenn man Hunger hat ;-) Also habe ich mein Nudeldelgericht mit Reis angereichert und dann ging es einigermaßen.

Der letzte Abend in Bangkok, die Vorfreude steigt … auf den nächsten Teil unseres kleinen Reiseabenteuers!

Ankunft in Bangkok

Nun sind wir also schon seit mehr als 24 Stunden wieder im meinem heiß und innig geliebten Thailand. Und dann auch noch in Bangkok, der Stadt, in der Herr C. vor fast 4 Jahren um meine Hand angehalten hat. Man hat manchmal Angst, dass man in der Erinnerung manche Dinge etwas schöndenkt. Aber ich kann sagen, das Gefühl, hier zu sein, im lauten, stickigen, bunten und vollem Bangkok, ist immer noch genauso toll wie damals. Doch nun erst mal rückwärts:

Los ging es am Donnerstag Abend mit der S-Bahn zum Flughafen. Dort habe ich mich erst mal mit einem vernünftigen Reisekissen ausgestattet, so einer Halswurst aus Memory Schaum. Die Zeit verging wie immer sehr rasch und wir gossen uns in den letzten Minuten vor dem Abflug noch ein Schlafbierchen ein. Mir war furchtbar mulmig und ich hatte großen Respekt vor einem so langen Nachtflug. Ist zwar nicht der erste lange Flug, aber nachts, das ist so eine Sache. Meist bin ich zu wach, um zu schlafen, und zu müde, um irgendetwas sinnvolles zu tun. Dieses Mal hatte jedoch wollte ich nichts dem Zufall überlassen. Am Anfang gab es noch einen leicht verdaulichen Film, ein leichtes Abendessen und anschließend habe ich mir eine Schlaftablette genehmigt. Das erste mal in einem Flugzeug. Ich habe die Zähne geputzt und somit alle Regeln einer erfolgreichen Schlafhygiene eingehalten. Halskrause angelegt, Ohrenstöpsel und Schlafmaske für die Augen … und was soll ich sagen … in Sekundenschnelle war ich weg und bin erst 5 Stunden später wieder aufgewacht. Ein Riesenerfolg!!! Absolute Premiere. Die letzten 3 Stunden wurde noch etwas gedöst, das Frühstück genossen und dann ging es auch schon abwärts.

In Bangkok angekommen mussten wir erstmal Schlange bei der Einreise stehen. In Thailand gibt es für uns Touristen ein „Visa on arrival“ … das hat dieses Mal so lange gedauert, dass unsere Rucksäcke sicher schon mehrfache Runden gedreht haben.

Wir sind mit der Bahn in die Stadt gefahren und anschließend noch ein ganzes Stück vollgepackt die Silom Road entlang gelaufen … zu unserer Unterkunft für zwei Nächte … dem Furama Silom Hotel. Mit dem gläsernen Außenaufzig ging es es nach oben in unser Zimmer im 18. Stock. Ein schönes Eckzimmer mit voll verglastem Bad und einer grandiosen Aussicht auf die Stadt. Der Himmel war bereits in tiefes Rosa getaucht. Denn mittlerweile war es schon ca. 6.00 Uhr Ortszeit.

Wir waren furchtbar müde. Haben dies aber ignoriert, um dem Jet Lag entgegenzuwirken. So zogen wir los, um die Nachbarschaft zu erkunden. Ein paar Ecken weiter würden wir fündig und bestellten reichlich Futter und es gab ein kühles Chang für den Herrn und ein Singha für mich. Das hat gezischt, und die thailändischen Köstlichkeiten waren vorzüglich. Es gab Papaya Salat und Pad Thai … yum yum.

Gegen halb neun waren wir bereits wieder zurück im Hotel. Dann ging es nicht mehr länger. Die bleierne Müdigkeit ließ sich nicht länger verleugnen. Es wurde nochmal geduscht (heiß hier :-) und es vergingen keine 10 Sekunden bis wir eingeschlafen sind.

Reisevorbereitungen

Die Vorbereitungen für unsere nächste Reise laufen auf vollen Touren. Nur noch zwei mal Schlafen und dann geht es auch schon wieder mit dem Flieger in die große weite Welt. Wenig vorweihnachtlich haben wir uns dazu entschieden, so kurz vorm großen Fest noch ein bisschen Wärme zu tanken. Es für knapp drei Wochen nach Südostasien, genauergesagt nach Kambodscha. Das allertollste daran ist, daß wir auf dem Weg dorthin einen kurzen Rast in Bangkok machen. Einem gepflegten Singha Bier auf belebter Straße mit den üblichen Beobachtungen in dieser quirligen Stadt, begleitet von einem leckeren Pad Thai steht somit nichts mehr im Weg. Die Vorfreude ist riesig.

esgehtwiederlos

Anbei eine sehr kleine Übersichtskarte, weil ich zu geizig war, die 99 Cent für eine bessere Auflösung zu bezahlen ;-)

Gestartet wird also am Donnerstag Abend mit dem Flugzeug um dann ca. 12 Stunden später im stickigen Bangkok zu landen. Nach zwei Tagen geht es dann weiter zum eigentliche Ziel unseres Spätherbsturlaubes. Wenn ich es schaffe, dann werde ich wieder regelmäßig bloggen und auch viele Bilder einstellen.

 

 

 

Auf die Palme 

Samstag ist der letzte Tag des Ramadan, nach dem Sonnenuntergang wird gefeiert. So ganz schlau bin ich noch nicht geworden, aber scheinbar hat das Ende des Ramadans einen ähnlichen Stellenwert wie bei uns das Weihnachtsfest. Alles ist festlich geschmückt und überall liest man „Eid Mubarak“ was „Gesegnetes Fest“ bedeutet. 

Wir als Nicht-Muslime begannen unseren Tag erst mal wieder mit einem ausgiebigen Frühstück, dieses mal wieder im großen Bankettsaal. Im Zuge weiterer Recherchen haben wir uns gleich wieder an einen Tisch mit zwei deutschen Pärchen gesetzt. Leider gibt es hier gar nichts zu schreiben. Denn wir haben uns ausgesprochen nett unterhalten :-) 

Unser erster Weg führte uns durch die heißen Straßen direkt in die Metro bis zur Dubai Marina. Eine künstlich angelegte Flusslandschaft umrandet von zahlreichen Hochhäusern und mittendrin die Yachten der Schönen und Reichen. Die Restaurants sind entlang der Promenade wie auf einer Perlenkette aufgefädelt. Man stelle sich also diese Situation vor, belebtes Gewirr, die Touristen flanieren entlang des Ufers, die Restaurants sind gut gefüllt, Musik schallt aus den Räumen auf die belebten Straßen. So war es aber eben nicht. Es war absolut verlassen und menschenleer. Das hätte natürlich im wesentlichen zwei Gründe: erstens es ist immer noch Fastenzeit und zweitens hält es bei der Hitze niemand länger als fünf Minuten auf der Straße aus. Die Sonne stand praktisch senkrecht, so dass selbst der Schatten eines Straßenschildes mittig auf der Haltestelle zu sehen war. Zurecht fragt man sich jetzt, was wir dort zu suchen hatten ;-) Irgendwann war es dann so heiss, dass sich bei mir ein kleiner Anflug von Panik breit gemacht hatte. Wir brauchten dringend eine neue Flasche Wasser. Herr C. hat mich daher in einer klimatisierten Hotellobby abgesetzt und ist heldenhaft noch ein paar Häuser weiter gelaufen, um einen Supermarkt zu finden. 

Das gab wieder genug Kraft, um die 200 Meter zur Straßenbahn zu laufen, wo wir uns gleich wieder in den auf kühlschranktemperaturen runtergekühlten Wartebereich setzten konnten. Mit der Tram ging es zur Hochbahn direkt am Eingang zur „Palm“. Die künstlich aufgeschüttete Inselanlage mit vielen Seitenarmen in Form einer Palme dürfte bekannt sein. Von der höhergelegenen Bahntrasse hat man einen recht schönen Blick auf die Anlage und die Fahrt endete an einem der größten Hotels der Welt, dem Atlantis. Dort sind wir ausgestiegen und direkt am Eingang tat sich eine Fata Morgana auf. Ich rieb mir ungläubig die Augen. Ein Starbucks war mit schwarzer Folie zugehängt, aber darüber hing ein kleines Schild „Open“. So groß war die Freude über einen Kaffee, ich hätte heulen können vor Glück ;-) Wir sind später ein bisschen umhergeschlendert und haben noch ein weiteres riesengroßes Aquarium entdeckt. Möglicherweise das weltgrößte, oder die meisten Fische der Welt, die dicksten Scheiben oder auch nur das größte auf einer künstlichen Insel befindliche … was auch immer für eine Superlative hier gegeben war. Es war toll und wir haben bestimmt über eine Stunde einfach nur reingeschaut und den ruhigen Fluss der Fische beobachtet. 

Nach einer Weile sind wir wieder zurückgefahren. Und weil es nun mal direkt auf dem Weg lag, sind wir auf dem Rückweg noch in die Mall of the Emirates gegangen. Hier wartet Dubai mit einer weiteren Absurdität auf. Einer Indoor Skihalle. Mitten in der Wüste! Aber es war absolut vollgestopft. Eben wie bei uns in der Vorweihnachtszeit. 

Unter der Skihalle dann die Verschwörung. Ein mit temporären Wänden umstellter Bereich trennte einen Teil des Foodcourts vom Rest der Mall ab. Only for children and Non-Muslims stand außen geschrieben. Drinnen war es unglaublich voll. Überall wurde gefuttert. Eigentlich war es schon 5 Uhr Nachmittags. Wir hatten seit dem Frühstück nichts mehr gegessen und ich tönte noch großspurig, dass ich jetzt bis zum Sonnenuntergang durchhalte. Aber beim Anblick der zahlreichen Optionen … unmöglich da zu widerstehen. Und plötzlich knurrten auch unsere Mägen und das Wasser lief uns im Mund zusammen. So genossen wir leckerste Shawarma aus einer libanesischen Fastfoodkette. 

Es war schon wieder kurz vor sieben, als wir das Hotel erreichten. Kurz frischgemacht standen wir schon eine halbe Stunde wieder draußen in der Abendhitze und sind mit der Metro zurück in das Viertel entlang des Dubai Creek gefahren. Die Straßen quollen über vor Menschen, die beleuchteten Straßen waren vollgestopft und es war einfach toll, in diesem bunten Treiben verloren zu gehen. Wir sind noch mal mit einem der Pendelboote auf die andere Creekseite geschippert und haben auf dem Gewürzmarkt noch etwas Safran gekauft. Wahrscheinlich haben wir einen viel zu hohen Preis gezahlt, weil ich strategisch unklug gehandelt hatte ;-) Anschließend haben wir uns noch kauend durch das Angebot an schokoladenummantelten Datteln probiert und natürlich auch welche gekauft. Diese sind wirklich ausgesprochen l-e-c-k-e-r … 

Als wir mit dem Boot zurück auf unsere Seite führen, war das wieder einer dieser Momente, wo ich mich absolut im hier und jetzt befinde, wo selbst ich die Kamera einfach mal beiseite lege, um die Situation mit allen Sinnen erfassen zu können. Der Fahrtwind machte die Luft erträglich, die Lichter beleuchteten das Flussufer und es war einfach perfekt. Man konnte die Lichter von ein paar Restaurants erahnen und ich musste wieder meine Schnüffelnase aktivieren auf der Suche nach einem guten Lokal. Die Restaurants waren aber einfach so schön am Wasser gelegen, dass es mir auch egal war, dass die Speisekarte fingerdick war, und sowohl, arabische, indische, nepalesische und auch italienische und amerikanische Speisen beinhaltete. Normalerweise ein absolute sicheres Zeichen von eher schlechterer Küche.  Aber wie gesagt, hier zählte alleine die Location und wir genossen eine eiskalte Cola zusammen mit etwas Hummus und arabischem Fladenbrot. Geschmacklich hatte ich recht behalten ;-) 

Kurz vor dem Hotel gab es noch einen Eiskaffee und gegen halb eins fielen wir müde und angenehm kaputt in die Betten. Es war ein wunderschöner letzter Tag mit zahlreichen neuen Eindrücken. 














Arabische Nacht

Der gestrige Morgen begann mit einer Schockstuation … wir haben verschlafen, ich hatte mich nämlich geweigert, einen Wecker zu stellen. So sind wir durch die zwei Stunden Zeitverschiebung erst um kurz vor zehn aufgewacht. Eilig sind wir in die Kleider gehüpft, um noch die Reste des Frühstücksbüffets abzuschaben. Doch unten angekommen waren wir offenbar nicht die einzigen, denen so etwas  passiert ist, denn es war eine lange Schlange am Eingang (Rudi hätte sicher gesagt: dit kommt allet auf die Liste … 😉) 

Wir hatten anschließend noch etwas Zeit bis zum Nachmittagsprogramm und sind in den benachbarten Supermarkt gegangen. Das lokale Warenangebot zu überprüfen gehört für mich einfach immer wieder dazu. Wir haben ein paar Kleinigkeiten gekauft und sind durch den Hitzekessel direkt wieder zum Hotel gelaufen. Ist ein bisschen so, als würde man im strömenden Regen immer wieder unter einem Vordach Schutz suchen. Es war aber auch gerade Mittagszeit und die Sonne stand absolut senkrecht. Keine Chance auf Schatten. Wir sind daher gleich rauf aufs Dach, um in der übergroßen Badewanne etwas Abkühlung zu finden. Diese stellt sich allerdings immer erst ein, wenn man aus dem Wasser raus kommt. Die Verdunstungskälte sorgt für einen kleinen Moment der Erholung. Hmmmmmm. 

Um 3 Uhr nachmittags wurden wir von unserem, in traditionell langem weißen Gewand gekleideten, Tourguide Aziz abgeholt. In einem weißen Jeep. Wir waren die ersten an Bord, und da wir exclusiv über deren Webseite gebucht haben, hatten wir wohl einen kleinen Stein im Brett, und er empfahl uns, uns nicht nach hinten zu setzen. You will vomit (übergeben) grinste er uns an. Ein wertvoller Tip, wie sich später noch herausstellen sollte. Quer durch die Stadt ging die Fahrt, um noch drei mexikanische Touristen einzuladen. Dann endlich konnte die Tour losgehen. Wir fuhren zum Rand des großen Sandhaufens. Ich war noch nie in einer richtig großen Sandwüste und die Vorfreude war groß. Wir haben an einer Versorgungsstelle angehalten, an dem die arabischen Souvenirverkäufer sehr übermotiviert ihre Gemischtwaren angeboten haben. Als die Wüste dann auf etwas angenehmeren Temperaturen unter 40 Grad abgekühlt war, wurde der Druck aus den Reifen gelassen und es ging mit Allradantrieb in die weitläufige Dünenlandschaft. Der erste Stop war eine kleinere Kamelfarm, dort könnten wir die gemächlichen Paarhufer mit ihrem treuen Blick beim Kauen des trockenen Strohs beobachten. 

Weiter ging es mit der eigentlichen Attraktion der Tour. Aziz steuerte das Fahrzeug in hoher Geschwindigkeit und mit temperamentvollen Kurven durch die hügelige Dünenlandschaft. Es ging in sehr schneller Folge achterbahnartig auf und ab. Hakenschlagend fegte der Sand über den Wagen und es rumpelte ordentlich. Das war ein ganz großes Vergnügen, möglicherweise nicht so ganz PC … aber verdammt, war das ein Riesenspass!!! Mit leicht flauem Magen hielten wir dann inmitten der Dünen an, um die atemberaubende Landschaft zu genießen, und Fotos zu knipsen. Aziz wollte unbedingt Springfotos von uns machen und hat sich wahnsinnig über das Ergebnis gefreut.  Einer der südamerkanischem Mitreisenden saß hinten im Wagen und war sehr bleichgesichtig. Auweia. 

Der krönende Abschluss der Tour war ein arabisches Grillbüffet in der Wüste. Hier hatte ich noch eine offene Rechnung zu begleichen. Den Ritt auf einem Kamel. Wir schreiben das Jahr 1977, als wir vom Spanienurlaub einen Tagesausflug nach Marokko gemacht haben. Bei der Bitte, auf einem Kamel zu reiten muss ich wohl in Tränen ausgebrochen sein. Nun gut, wieder ein Lebenstrauma beseitigt 😂

Das Abendessen war hervorragend. Es gab alles, was die arabisch indische Küche zu bieten hat,  Hummus und Taboulehsalat, Gegrilltes, Falafel, Linsengerichte und Fladenbrot. Zum Nachtisch gab es leckere Honigbällchen, Milchreis und Obstsalat … yum yum. Das erste mal Im Leben, habe ich mir außerdem die Hände mit Henna bemalen lassen. Ich finde es total schön. Es hält angeblich ca. 2 Wochen. 

Nach für meinen Geschmack viel zu kurzer Zeit, war es auch schon wieder Zeit, zurück zu fahren. So steuerten wir im klimatisierten Jeep zurück in die Stadt aus Glas, Stahl und Beton. Es war ca. 10 Uhr, als wir das Hotel erreichten. Aber irgendwas in mir ist momentan ungewöhnlich. Ich war immer noch wach und unternehmungslustig. Herrn C. muss man da ja nie lange überzeugen und so sind wir noch ein bisschen umhergelaufen und haben das abendlich geschäftige Treiben beobachten. Es ist wie zwei Welten. Das komplett menschenleere und heiße Dubai am Tag, und das immer noch heiße ;-) aber deutlich lebhaftere Bild der Stadt am Abend. Während der Ramadan Zeit haben die Geschäfte in den Malls bis zwei Uhr geöffnet. Merkste was? 

Übrigens ist man überall dazu angehalten, speziell auch im Ramadan, körperliche Zuwendungen in der Öffentlichkeit zu vermeiden. Selbst Händchenhalten zählt dazu, so muss ich immer mal wieder Melania Trump spielen, wenn Herr C. in einem unachtsamen Moment nach meiner Hand greift ;-). 







Willkommen im Backofen 

Seit gestern Abend sind wir nun also im wohltemperierten Emirat Dubai am persischen Golf. Los ging die Reise gestern Vormittag mit einer kurzen Bahnfahrt zum Flughafen. Der Flug mit Emirates war mal wieder mehr als angenehm. Mittlerweile meine persönliche Lieblingsairline (angeberischer Globetrotterspruch ;-) Vernünftiger Sitzabstand und große Bildschirme am Platz mit prima Filmauswahl. Habe mit u.a. „A Streetcat named Bob“ angeschaut. So ein herzerwärmender Film *seufzt* 

Am Flughafen angekommen mussten wir erstmal eeewig laufen. Bestimmt über 15 Transportbänder ging es Richtung Passkontrolle und Gepäckband. Da wir ja pauschal mit einem deutschen Discounter gebucht haben, war der Transfer zum Hotel im Paket inbegriffen. Gar nicht mal so unangenehm. Auf dem Weg zum Bus, raus aus dem Flughafengebäude konnte man bereits einen ersten Eindruck auf die Sauna gewinnen. Es waren noch laue 37 grad bei einer sprühnebelartigen Luftfeuchtigkeit, die einem sofort die Lesebrille beschlagen ließ. Gegen ein Uhr nachts Ortszeit waren wir dann aber im Hotel und ich habe meinen Bärenhunger nur noch mit einer kleinen Tüte Nüsschen aus der Minibar stillen können. 

Der Morgen begann mit einem heiteren Frühstück in skurriler Gesellschaft im tageslichtunabhängigen Speiseraum. Das wirklich viel gemütlichere lichtdurchflutete Atrium stand leider aus religiösen Gründen nicht zur Verfügung. Es ist Ramadan, und auch für uns Touristen heißt das, Essen und Trinken nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Jedenfalls begegneten uns an den großen Tischen unsere Mitreisenden aus Deutschland. An unserem Tisch saß ein Paar in etwa unserem Alter mit Berliner Akzent. Vati, dessen Verdickung um den Bauchnabel ein vielseitig bedrucktes und mit Applikationen versehenes Polohemd umspannte, gab uns wertvolle Tips für den Umgang mit der Stadt. Taaachsüber kriste nüscht zu essen, kannste fagessen, und och keen Händchenhalten. Wenn die sich nur bei uns auch ma so benehm würn! Ich übe mich in kommentarloser Hinnahme der Tatsache, dass Pauschaltourismus nun mal auch Pauschaltouristen anzieht. Später listete er dann noch den einen oder anderen Reisemangel auf. Wenn ick zuhause bin, wer icks denen sagen, wenn ick was widabekomme is jut … wenn nich (zuckt mit den Schultern) 

Die Willkommensveranstaltung lassen wir dann auch einfach ausfallen. Rudi (Name von der Red. geändert) hat uns ja schon alles erklärt ;-) 

Für den ersten Tag haben wir uns ein leichtes Eingewöhnprogramm zur Aklimatisierung verordnet. Bereits nach den ersten fünf Schritten aus dem Hotel kam eine kurze Phase der Resignation. Unmöglich dachte ich! Hier rumlaufen? Nix … ich muss zurück ins Hotel. Aber dann siegte der Entdeckerdrang, gefolgt von ehrfürchtiger Bewunderung für die Bauarbeiter, die bei dieser Affenhitze Zementsäcke durch die Gegend schleppen. Da unser Hotel in der sogenannten „Altstadt“ von Dubai liegt, wollen wir hier ein bisschen auf Entdeckungsreise gehen. Zuuuuufällig wohnen wir in direkter Nähe zum Viertel Menam Bazaar, einem der Textilviertel der Stadt. Hier reiht sich ein Stoffgeschäft an das Andere. Mit ein bisschen Vorrecherche aus Deutschland hatte ich mir zwei davon herausgepickt, wovon das eine direkt am Wegesrand auftauche. Das Handloom House. Die Auswahl im unteren Teil des Ladens war noch nicht so mein Geschmack. Aber oben tat sich das Paradies auf. Feinste Seiden-, Baumwoll und Leinenstoffe aus Indien zu absolut bezahlbaren Preisen. Ich konnte nicht anders als gnadenlos zuschlagen. Später schloss sich dann noch der eine oder andere Kauf an. Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben, ich habe mir ein neues Hobby zugelegt 😉

Der Weg führte weiter durch die verwinkelten Souks, die nätürlich alle irgendwie nachgebaut wurden, um der Stadt ein bisschen orientalischen Glamour zu verleihen. Und ich fand es auch wirklich ganz nett gemacht. Natürlich gab es auch die authentischen Verkäufer, die sich einen großen Spaß daraus machen, uns Bleichgesichtern alles anzupreisen, was das Warenregal hergibt. Immer wieder abgewechselt von denjenigen, die einem mit einer Visitenkarte durch das Gesicht wedeln, um einen in einem geheimes Lager aus gefälschten Pradataschen und Rolexuhren zu locken. 

Später sind wir mit einem der Kleinboote über den Dubai Creek auf die andere Seite gefahren und haben dort noch ein bisschen in den Gassen geschnuppert. Zwischendurch mussten wir uns immer mal wieder ein geheimes Plätzchen suchen, um einen beherzten Schluck Wasser zu trinken. Mir zwar komplett unverständlich, aber natürlich macht das Trinkverbot im Ramadan auch in den heissen Ländern keine Ausnahme. Und auch wir Besucher sollten in der Öffentlichkeit nicht trinken. Aus Respekt. 

Völlig verschwitzt und klebend sind wir mit ein paar Fressalien aus dem Supermarkt zurück ins Hotelzimmer gegangen und haben ein heimliches Picknick auf dem Bett gemacht. Später sind wir dann rauf aufs Dach in den Hotelpool gegangen. Um es nach unserem Frühstücksgenossen Rudi zu sagen, ne Badewanne is nüscht dajejen. 

Am Abend sind wir mit der Metro vor zum Burj Khalifa gefahren, dem mit 189 Etagen und 828 Metern zur Zeit noch höchsten Gebäude der Welt. Dort grenzt auch eines der größten Einkaufszentren der Welt an. Die Dubai Mall mit bescheidenen 350.000 qm Verkaufsfläche und 1200 Geschäften und Restaurants, dem weltgrößten Aquarium und den Wasserspielen. Das alles habe wir uns also angeschaut und es stand in direktem Gegensatz zu dem, was wir am Vormittag gesehen haben. Es war ein abwechslungsreiches Erlebnis, was aber in der Form nicht unbedingt zu einem nochmaligen Besuch der Stadt anregt. Aber auch hier möchte ich wieder Rudi zitieren: Musste ma jesehn haam. 

Nach der Fahrt zurück zum Hotel haben wir uns noch einen richtig schönen schrabbeligen Inder ausgesucht, wo es leckerstes Biryiani zu speisen gab. Die letzten Schritte zurück zum Hotel waren noch recht anstrengend. Eine absolute kaputtheit und zufriedene Erschöpfung übermannte uns und wir fielen in einen tiefen traumlosen Schlaf. Waltonsmusik und ab! 


Letzter Wüstentag 

Die letzten beiden Tage in Las Vegas vergingen wie im Flug. So scheint das ja immer im Urlaub zu sein, anfangs kommt einem alles viel länger vor, und auf einmal … schwuppdiwupp ist es rum. Aber Las Vegas war ja erst Teil 2 der Reise ;-)

Freitag morgen haben wir uns gleich noch mal in die Wüste aufgemacht. Wir führen ins ca. eine Autostunde entfernte Valley of Fire. Nach all dem Trubel tat die Weite der Wüste so gut. Leider hatten wir nicht so viel Zeit, um ausgiebig darin umherzuwandern … aber bei weit über 30 Grad und ohne Wind und Wolken wäre das auch sicher nicht so einfach gewesen. Bin ja nicht ganz so hitzefest. 

Gegen 1 waren wir auch schon wieder zurück in der Stadt. Wir hatten dem kleinen P. versprochen, dass er in ein Geschäft namens Urbannecessities darf … er verkaufte es uns überzeugend und absolut ausdrucksstark als größten Schuhladen der Welt. Meine Augen leuchteten. Ich hätte wissen müssen, dass solche Superlative in diesem Alter eher relativ sind, außerdem gab es dort nichts anderes als (meines persönlichen Empfindens nach) hochpreisige und geschmacksstrapazierend überdesignte Sportschuhe. Hmpf. Ok. Dafür lag er mitten in einer Einkaufsmall, auch gut dachten wir. Aber leider war diese eher deprimierend, wie auch der Rest des ganzen Viertels. 

Zum Mittag gab es leckere Steinofenpizza in unserem Hotel. Danach war es leider auch schon wieder Zeit, die drei zum Flughafen zurück zu bringen. Herr C. und ich haben uns nach einem kurzen Powerschläfchen im Hotel noch ein letztes Mal ins Gewühl gestürzt und uns noch mal die volle Packung Las Vegas abgeholt. Wir sind mit der überteuertem Monorail bis fast and Ende des Strips gefahren und von dort aus haben wir noch das Mandala Bay Hotel, das Luxor und das New York New York Hotel abgeklappert. Im letzteren gab es noch ein leckeres Burgerabendessen und anschließend sind wir zur allgemeinen Fleischbeschau noch ein bisschen auf den vollen Bürgersteigen zurück gelaufen. Verrückt und irgendwie beeindruckend, wie geschätzte 250 Kilo schwere Damen selbstsicher und offensichtlich jedem Zweifel erhaben, in Hot Pants und rückenfreiem und auch vorne sehr weit ausgeschnittenen Oberteilen umherwatscheln entlangbalancieren. Man kann davon sicher nur lernen ;-) 

Vollkommen müde und kaputt sind wir Caramelpopcorn knabbernd mit der Monorail zurück ins Hotel gefahren. Uff. Jetzt reichte aber auch mit Vegas.