Letzter Tag am Lago di Como – Ende des Sommerprojekts Italien 2025 ;-)

Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich leider schon wieder zuhause auf meinem Lieblingssessel und schwelge noch etwas in Erinnerungen an die vergangenen Tage in Italien. Doch mir ist es wichtig, diesen letzten Beitrag noch zu schrieben, um das Sommerprojekt ;-) Italien 2025 abzuschließen.

Am Montag war das Wetter wieder schöner und Kai hatte zwei Vorschläge in Aussicht gestellt. Entweder eine Wanderung auf den Monte Generoso, oder noch einen Besuch am Comer See. Na gut, wenn ich ehrlich bin, habe ich die zweite Möglichkeit zur Sprache gebracht. Aber ich liebe nun mal das Wasser und am wunderschönen Lago di Como waren wir auf dieser Reise noch gar nicht. Also ließ sich Kai schnell überreden.

So fuhren wir nach dem Frühstück über Porlezza in den kleinen Ort Menaggio, direkt am See. Auf dem Weg dorthin hielten wir nochmal an einem dieser Megasupermärkte, um ein bisschen unsere Pastavorräte aufzufüllen. Ich weiss ich weiss, gibt es doch alles auch bei uns. Aber nicht in so vielfältigen Formen. Ich mag das einfach so sehr. Und wenn wir schon mal da sind, ein paar der leckeren Limonenradler und die kleinen Fläschchen mit der Bergamotte Limonade helfen einen beim abendlichen Balkonsitzen in Deutschland. Bittersüße Bergamotte Limo mit Sprudelwasser verlängert und ganz viel Eiswürfeln ist ein toller Sommerdrink.

In Menaggio machten wir erst mal ein Kaffeepäuschchen und danach sind wir durch den Ort geschlendert. Es ist dort sehr aufgeräumt und unheimlich voll. Menaggio ist hübsch. Es ist Hauptsaison. Das merkt man abslulolut. Der kleine Ort ächzt unter den Touristenmassen. Dennoch ist es herrlich sommerlich, fast mediterran und wir geniessen den letzten Tag in Bella Italia.

Der Parkplatzgott war uns wohlgesonnen und zufällig hatten wir direkt nebem einem Campingplatz mit Strandzugang geparkt. Dort waren wir uns dann nochmal schnell erfrischen. Die Badesachen haben wir eigentlich immer dabei. Leider keine Gummischuhe und so musste ich ungelenk ins Wasser torkeln. Es mag komisch ausgesehen haben, das Bad im kühlen See war aber dennoch ganz toll.

Zurück in Pellio am frühen Abend trafen wir noch mal auf unsere Mitbewohner auf Zeit und unterhielten uns ein bisschen auf dem schmalen Balkon. Irgendwie waren wir alle aber recht müde, um länger aufzubleiben.

Der Wecker klingelte am Dienstag morgen unbarmherzig um halb 8. Gemein war das, aber es half ja nix. Wir hatten noch nicht wieder gepackt und die Wohnung wollten wir auch etwas reinigen. Es ging aber doch alles recht zügig und um halb 11 sassen wir vollgepackt im Auto auf dem weg zurück nach Hause.

Quer durch die engen Serpentinen runter zum Luganer See, ich winkte nochmal, also wir auf der Autobahn ueber den See in den Tunnel fuhren.

Ach ja, seufz. War das wieder alles schoen. Das Schwimmen im Rhein und der Apero danach, der Familienbesuch in Turin, Gelato, Pasta, Pizza, Aperol Spritz, das Wahnsinnskonzert im Olympiastadion, die ruhige Landluft und die schoenen Abende auf dem Balkon in Pellio, die klare Luft am Nebeltag … wir hätten noch ein Weilchen so weitermachen können.

Heute ist bereits Donnerstag Abend. Die Luft ist lau, der Himmel endlich wieder blau, der Sessel steht auf dem Balkon, ein kühles Getränk an meiner Seite und ein gutes Buch im Anschluss an diesen Beitrag. So kann man es eigentlich auch hier aushalten.

Das wars erst mal wieder von meiner Seite. Das Bloggen macht gerade so viel Spass, vielleicht lasse ich mich demnächst mal dazu hinreißen auch außerhalb unserer Urlaubsreisen etwas zu schreiben ❤️

La Bohème

Gestern Abend sind wir bei dichtem Schneetreiben (Schneedecke mindestens 0,3mm dick ;-) in die Frankfurter Oper gestapft, um uns dort ‚La Bohème‘ von Puccini anzuschauen und ich muß sagen, es war ganz fantastisch. Wahrscheinlich werde ich auf meine alten Tage tatsächlich noch zum Opernfan. Die Melodien sind meines Erachtens für das ungeübte Klassikohr recht eingänglich und die Handlung bedarf keines ausserordentlich fortgeschrittenen Intellekts … armer Künstler verliebt sich in Nachbarin namens Mimi, diese ist furchtbar krank und wird zu allem Überdruß auch noch vom armen Schlucker verlassen. Der tut das freilich nur, weil er ihr eine bessere medizinische Betreuung durch einen reichen Schnösel zukommen lassen möchte. Wie es der Zufall so will (Rosamunde Pilcher hätte sich das nicht besser ausdenken können) hört die Verlassene das Gespräch des altruistischen Liebhabers und dessen ebenfalls mittellosen Künstlerfreund mit und die Welt ist wieder in Ordnung. Der letzte Akt endet leider tragisch. Wie gesagt, es geht ja hauptsächlich um die Musik und die kann man sich sehr gut anhören.

In meinem ersten Übermut habe ich sogar gedacht, man könnte sich in die Thematik ein bisschen mehr einarbeiten und öfter mal eine solche Veranstaltung besuchen. Mal schauen was draus wird. Wir sprechen uns.

Das Opernhaus in Frankfurt ist aus einer Zeit, in der die Menschen entweder noch bedeutend kleiner waren, oder das Thema Venentrombose kein gesellschaftliches Thema war. Ich persönlich fand es dann doch etwas eng bestuhlt, zumal wir leider nur noch Karten im 3. Rang außen bekamen, und man dort den Kopf nach links verdrehen, und sich über die Brüstung lehnen muß, um überhaupt das ganze Bühnenbild sehen zu können. Da haben wir hoffentlich beim nächsten Besuch etwas mehr Glück.
Nichtsdestotrotz, so ein Opernabend ist etwas schönes und hat uns beiden sehr viel Spaß gemacht … und beim nächsten Mal haben wir sicher auch ein besseres Timing und schaffen es, den Pausensekt nicht erst beim dritten und letzten Gong zu erhalten ;-)

Faszination des Alltags

Noch kann ich es immer nicht so ganz glauben. Ich habe irgendwie das Gefühl, daß mein Leben nochmals eine Richtige Wendung erfahren hat. Veränderungen sind immer schwierige, diese zu beschließen erfordert Entschlußfreudigkeit und auch oft ein bisschen Mut. Warum ich mich mit der Entscheidung, hier in Frankfurt zu Arbeiten so lange so schwer getan habe, hat ganz viele Gründe. Aber am Ende fühlt es sich jetzt absolut perfekt an und alles ist gut.

Gestern habe ich das erste Mal in dieser Woche so lange gearbeitet, daß es draußen richtig dunkel geworden ist, und als ich dann irgendwann von meinem Schreibtisch aufgeschaut habe, hat sich die nächtliche Frankfurter Skyline vor mir präsentiert. Ich bin raus auf den Raucherbalkon gegangen und mir sind vor lauter Verzückung fast die Tränen gekommen, das passiert mir öfter, wenn ich ein solch absolutes Glücksgefühl empfinde.

Später dann bin ich fast den ganzen Weg nach Hause gelaufen. Die krispe klare Abendluft und die Lichter der Großstadt … und ich hatte fast so ein Gefühl, als ob ich, nachdem ich nun über 12 Jahre in Frankfurt wohne, zum ersten Mal auch hier LEBE! So richtig und ganz, mit Haut und Haar, mit allem was dazu gehört. Kein tägliches Pendeln mehr in den Vorort, keine Staumeldungen mehr vor der Arbeit hören, keine Bedenken vor plötzlichem Wintereinbruch, Fahren im Dunkeln, morgendliches Eiskratzen oder sonstige alltäglichen Dinge, die man eben so machte, wenn man jeden Tag den vierrädrigen Freund bewegen muß. Ja, ganz schön kitschig hier … das … aber so bin ich eben. Ich geniesse es voll und ganz.

Gleich werde ich mich mit Herrn C. in der Stadt treffen, ein bisschen spazieren gehen, das tut ihm sicher ganz gut. Der arme liegt nämlich schon seit Dienstag auf der Nase. Das Fieber ist aber mittlerweile wieder runten. Ganz nebenbei möchte ich gerne irendwo einen mollig warmen Wintermantel erwerben. Habe ich vorher auch irgendwie nicht gebraucht. Aber gemütlich eingepackt, macht der Weg zur Arbeit noch viel mehr Spaß.

Ach übrigens, wir sind ja unter uns ;-) So ganz nebenbei habe ich mich gestern Abend wieder bei den international anerkannten Gewichtswächtern angemeldet. Ich esse jetzt wieder Punkte, und hoffe damit endlich, dem Posttraumatischen Affengewicht den Garaus zu machen. Dieses Mal schaffe ich es *Beckerfaust*


 

Bembelsche

Irgendwie immer wieder bemerkenswert, aber wenn sich gewisse Dinge das erste Mal jähren, scheinen sie mir wieder so präsent zu sein. Es ist jetzt fast ein Jahr her seit meinem letzten kleinen Unfall im Vorflur unseres Büros. Ich mußte mir dann auch gerade noch mal den Originalpost aus dem letzten Jahr ansehen, um das ganze noch besser gedanklich zelebrieren zu können.
Naja, aktuelle habe ich keine akuten Reisepläne, da kann dann auch nix dazwischen kommen ;-) Lediglich der Kai möchte Ende November alleine für 10 Tage nach Sri Lanka, der arme hat einfach noch so viel Resturlaub und muß den irgendwie verbrauchen. Ich leider nicht und da der gute unmöglich die ganze Zeit alleine zuhause mit Nixtun verbringen kann, schicken wir ihn auf die Insel südlich von Indien. Ein bisschen neidisch bin ich ja schon ;-)

Für das nächste Jahr können wir aber dann wieder so richtig schöne Reisepläne schmieden und dabei steht nicht zuletzt die Vollendung des abgebrochenen Sabaticals ganz oben auf der Wunschliste … 4 Wochen Australien, das wäre mein Wunsch. Mal schauen, ob sich das realisieren läßt. Das wäre sooooo toll.

Ansonsten läuft das Leben so seinen Gang. Mit der Gewißheit, daß irgendwo immer irgendwas ist, werden wir uns langsam aber sicher abfinden müssen. Sonne, Regen, Wolken, Donner und Blitz. Gemeinsam sind wir stark.

Am letzten Wochenende waren die jungen Schneiders in Frankfurt und wir hatten sehr viel Spaß durch Frankfurts Hipsterviertel zu laufen. Eine Apfelweinhandlung in einer alten Apotheke in der Brückenstraße hat es meinem Bruder besonders angetan. Ist aber auch einfach zu schön dort. Endlich haben wir uns dann auch mal einen handgefertigten Bembel für unseren Frankfurter Haushalt gekauft. Später gab es dann noch ein gepflegtes Rumsteherle im Markt im Hof, welcher den aktuellen Food-Truck-Trend bedient, abgerundet mit einem asiatischen Mahl im Bahnhofsviertel. Schön wars, ihr dürft gerne wiederkommen.

Und jetzt fällt mir nix mehr ein …

Spätsommer

Es ist schon wieder September, der Herbst scheint endgültig angekommen zu sein und uns geht es auch weiterhin sehr gut. Ein bisschen still ist es hier geworden. Zugegeben. Aber manchmal ist das Leben da draußen auch einfach viel zu abwechslungsreich … und dann fehlt mir die nötige Lust, das alles zu dokumentieren. Wobei ich natürlich das Telefon immer an der Frau habe und so gut wie täglich unseren kleinen Alltag festhalte.
Hier mal wieder ein kleiner Rückblick der letzten Wochen:
 
An einem wunderschönen lauen Sommerabend im August gab es abends am Mainufer ein Gratis Konzert des HR Symphonieorchesters. Klar, hätte man sich mal wieder denken können, gibt es in Frankfurt was umsonst, zieht es gleich wieder Tausende in ihren Bann. So auch dieses Mal. Wir beschränkten uns daher einfach nur aufs Umherlaufen und Einsaugen der sagenhaften Atmosphäre. Leider hatte ich an diesem Abend auch furchtbaren Schmerzen im Arm, die mir die Stimmung ein bisschen verdorben haben.
Mein Wespenstich hatte sich nämlich infiziert und die Lymphbahnen waren in Mitleidenschaft gezogen, eine Vene quoll hervor und es zeigte sich der berühmte rote Streifen am Arm. Das hat wirklich sehr wehgetan. Der Arzt hat mir Antibiotika verordnet und jetzt ist es fast weg. Ja, richtig gelesen, eben nur fast, denn auch heute, nach 3 Wochen zeigt sich die Haut dort immer noch etwas verdunkelt. Warum sowas schon wieder mir passiert, keine Ahnung?

 

 
In der Woche davor war das überhaupt tollste Stadtteilfest, das Frankfurt so in den späten Sommertagen zu bieten hat. Die Bahnhofsviertelnacht. Einfach wundervoll. So viele Etablissements, vom Sex-Shop, über das Nobelhotel, den Schuster um die Ecke, dem Salsa Club, den Künstlern, Kirchen, Bars … alle gewähren an diesem Abend einen Blick vor und hinter die Kulissen. Wirklich toll und Abwechslungsreich, wenn man sich darauf einläßt, sich an einem solchen Abend einfach treiben zu lassen.

 


 

Am letzten Freitag hat unser Büro auf dem Weinfest in Bad Nauheim einen kleinen Stand gehabt, in Kooperation mit Starwaffels, einem ambitionierten Waffelbäcker, der auf den Zug der zur Zeit sehr angesagten Streetfoodfestivals aufspringen will. Zu diesem Zweck hat er sich von unserem Büro, bzw. meinem Kollegen eine Stand designen lassen. Wir haben dazu eine kleine Lounge angeschlossen und sie mit allerlei Schnickschnack ausgestattet, incl. Häkelarbeit von mir ;-)
 

 

 
 
Samstag danach war dann mal wieder Brückenstraßenfest in Frankfurt. Auch ein wirklich schönes Straßenfest im Hipsterviertel von Frankfurt. Kai und ich sind bereits am Morgen mal hingegangen und haben uns ein bisschen durch die Trendnachbarschaft gewurstelt. Einschließlich Hipsterkaffee und Waffeln vom Bäcker Hanns.

 
 
Lilo und Figo bei ihrer Lieblingsaktivität … Schlafen :-)

 

 



Ein kürzlich fertiggewordene Strickarbeit aus dem Luxusgarn von Swans Island. Noch nie habe ich wirklich so viel Geld für einen Strang Wolle ausgegeben. Verrückt. Aber das Garn ist so fluffig, und die Farben wunderschön. Die Jacke zählt mittlerweile schon zu meinen Lieblingsjacken.
 


Sonntag haben wir dann einen ganz alten Bekannten aus Alsfeld in Darmstadt besucht, zusammen mit Familie M+G sind wir dorthin gefahren, haben lecker gegessen, geplauscht und sind auf der Mathildenhöhe spazieren gegangen. Das war ein wunderschöner Nachmittag.
 
 
Ansonsten mache ich gerade Katzendienst oben bei der Nachbarin und habe mal wieder ein neues buntes Strickprojekt begonnen. Die Frage was es wird? Na was wohl … ’ne Strickjacke ;-)

Ehe, eine erste Zwischenbilanz

Heute ist Samstag, und wir sind mal wieder auf einen kurzen Abstecher nach Alsfeld gefahren, das erste Mal seit unserer Hochzeit vor fast zwei Monaten. Auweia, wie die Zeit vergeht. Nun ja, würde ich ein Zwischenfazit unserer Ehe ziehen, so würde ich sagen, wir sind immer noch glücklich verheiratet ;-)
Ich wurde bereits mehrfach angsprochen, warum ich denn hier nichts mehr schreiben würde … irgendwie hatte ich mir immer gedacht, nach der Hochzeit ist endlich Schluß mit der Bloggerei. Aber irgendwie macht es ja doch Spaß und ein paar treue Seelen, die hier ab und an mal reinschauen, scheint es auch noch zu geben. Naaaaa guuut, bevor ich mich noch länger feiern lasse ;-)

Wir genießen den tollen Sommer zur Zeit in vollen Zügen und sind eigenlich dauernd unterwegs. Schön ist das. Direkt nach der Hochzeitsreise habe ich mich erstmal in mein Lieblingsbürgeramt in Niedereschbach gesetzt, und habe sämliche Ausweise neu beantragt. Mittlerweile ist die Namensänderung fast komplett vollzogen. Doch erst gestern wieder habe ich mich im Büro mit Schneider am Telefon gemeldet. Aber es passiert immer seltener. Als ich neulich in einem Geschäft meinen Namen angeben mußte, sagte der Verkäufer: „das ist aber ein schöner Name, woher kommt der denn?“ Komisch, so etwas ist mir vorher nie passiert ;-)

Gleich gehen wir essen, wir haben in einer Alsfelder Pizzeria einen Tisch reserviert und werden gleich einen weiteren lauen Sommerabend genießen. Ansonsten jetzt in loser Folge ein paar Fotos für ein kurzes Update aus unserem bewegten Eheleben …

Mein Lieblingsbügeramt Nieder Eschbach, komplett ohne Wartezeit … daß es das noch gibt!

Sommerfest im Büro, wir durften aus Ballons Flugobjekte basteln. 

Firmung von „unserer“ Nichte in Idstein. Gut daß der Kirchenraum so hoch war, etwas warm war es schon im Inneren.

Kleiner Zwischenstand meines aktuellen Strickprojektes, meine Honeymoonjacke.

Wer vom Affen gebissen wurde, der darf sich jederzeit ungeniert zum Affen machen. Neulich im Fotostudio, wo von uns Mitarbeiterfotos gemacht wurden, allerdings ohne Pfauenfedern ;-)
Letzten Samstag waren wir mit dem Fahrrad auf dem Weinfest in Wicker bei Flörsheim. Ein ca. 30km von Frankfurt entfernter Ort, der sich als „Tor zum Rheingau“ bezeichnet. Man saß gemütlich in den Weinbergen und trank fies schmeckende Sauerweine (schon gesagt, daß ich kein Rieslingfan bin? ;-) Ich fahre ja nun seit 15 Jahren mit dem alten Mountainbike meines Bruders rum. Die Sitzhaltung ist nach vorne gebeugt und so habe ich mich über die Jahre an diese Sitzhaltung gewöhnt. Mein Rücken und auch die Handgelenke haben mir in letzter Zeit jedoch immer mehr zu schaffen gemacht, also kam Kai auf die glorreiche Idee, ich könnte mir doch mal ein neues Fahrrad kaufen. Ich sage, wie? Es gibt Fahrräder, auf denen man anders sitzt … hab ich noch nie drüber nachgedacht. 
Bereits am Dienstag war es dann so weit und ich habe mir ein schickes Trekkingrad gekauft, anbei ein zweites Gehirn (Fahrradhelme finde ich eher unsexy) – aber es gibt einem ein sicheres Gefühl. 

Am Abend waren wir dann gleich mit dem neuen Rad in Offenbach … und es war eine Offenbarung. Radeln ohne Rückenschmerzen … das hatte ich bisher gar nicht für möglich gehalten ;-)

Letzte Woche Mittwoch dann einen Ausflug nach Wiesbaden in die Hockenberger Mühle, wo wir mit Kais Sportskameraden und mehreren Bembeln gemütlich zu Abend gegessen haben … im Vordergrund der Obstbrand zum Verdauen. 
38 Grad um 8 Uhr abends!!!!

Gestern Abend ist Kai dann zum Night Run in Wiesbaden angetreten. Eine kurze Strecke, 5km, wo man durch die laue Sommernach läuft … mit Stirnlampe auf dem Kopf. Schön hats ausgesehen, ich bin aber nicht mitgelaufen. War mir doch etwas zu warm … und außerdem wäre es mir peinlich gewesen, als letzte anzukommen ;-)

So, und das wars jetzt erst mal wieder … ein schönes Wochenende allerseits 

Grüner werds net

Gestern Abend haben wir eine ganz große Portion Frankfurter Lokalkolorit genossen. Wir waren nämlich auf dem jährlich stattfindenden Grüne-Soße-Festival auf dem Rossmarkt. Wir waren wirklich beide rundum begeistert von dieser Veranstaltung. Ein gelungenes Fest, auf das wir im nächsten Jahr gerne wieder gehen. Der zentrale Punkt besteht darin, daß am Ende des Festivals die beste Grüne Soße der Stadt gewählt wird.

Zu Beginn meiner Zeit war diese grüne Matschepampe für mich wirklich gewöhnungsbedürftig. Ich kannte die Soße nur von den Kochkünsten meiner Mutter, die diese im Prinzip vollkommen anders interpretiert hatte, was aber immer sehr sehr lecker war. Hier mußte man sich plötzlich an die Religion der 7 Kräuter gewöhnen … und Dill, nein Dill kommt ganz sicher nicht rein.
Das ganze funktioniert so, daß an sieben Abenden hintereinander jeweils 7 grüne Soßen von diversen Frankfurter (manche kommen auch aus Offenbach ;-) Gastronomen verköstigt werden, jeden Abend gibt es einen Gewinner. Am allerletzten Abend treten diese 7 dann noch einmal gegeneinander an … und die beste grüße Soße der Stadt wird gekürt. Im letzten Jahr hat übrigens ein Koch aus Eritrea gewonnen :-)

Gewürzt wird der Abend mit allerlei Comedy und Musik … und auch wenn die Art Humor manchmal gewöhnungsbedürftig ist … und auch wenn ich die Hymne „Über 7 Kräuter mußt du gehen“, übelst gereimt auf die Melodie von Peter Maffay … also wenn ich diese Hymne nicht mitsingen konnte und wollte (bin wahrscheinlich zu verklemmt), war es ein rundum gelungener Abend, der sehr viel Spaß gemacht hat.
Ich habe übrigens die spätere Siegersoße gewählt, die von Apfelwein Wagner, einer Frankfurter Institution. Die hat mir, und vielen anderen wahrscheinlich deswegen am besten geschmeckt, weil sie sehr harmonisch war, es hat nicht wirklich ein Kraut oder ein Gewürz vorgeschmeckt. Kai sagt nun, mein Geschmack sei eben Massenkompatibel … und er sei der wahre Kenner ;-)
Eine z.B. hat derart süß geschmeckt, daß ich sie fast nicht essen mochte, eine andere wiederum schien mir versalzen und die von den jungen, hippen Gastronomen bestand im Wesentlichen aus Mayonnaise.

Parallelwelt

Nur einen Steinwurf entfernt von unserem beschaulichen kleinen Leben auf der südlichen Mainseite, mit zwei friedlichen Katzen, netten Nachbarn und blühenden Altbauvorgärten befindet sich auf der anderen Mainseite ein Mikrokosmos mit komplett anderen Lebensinhalten. 
Am Freitag Abend hatten wir das große Vergnügen einen Blick vor und hinter die Kulissen des Frankfurter Rotlichtmilieus zu werfen. Zu Kais 50. bekam er von seinen Geschwistern zwei Gutscheine für einen der zahlreichen Stadtevents geschenkt, der sogenannten „Red Light Tour“ durch das Frankfurter Bahnhofsviertel. Geleitet wurde die Tour von Ulrich Mattner, und der hat das wirklich sehr toll gemacht. Man hatte nicht das Gefühl, Teil eines abwaschbaren Touristenprogramms zu sein, sondern bekam einen echten Einblick in die Materie. Er selbst lebt in diesem Viertel und wird überall gegrüsst und anerkannt. 

Angefangen hat die Tour in der St. Tropez Bar, in die man nur reinkommt, wenn man unten klingelt, man gelangt dann in die oberen Räume und befindet sich inmitten einer grölenden Fußballer-Hooligan-Meute, die ganzkörpertätowierte Türsteherin empfing uns mit einem freundlichen, warmherzigen Lächeln und es gab bei einem Glas Sekt erst mal einen kleinen semiprofessionellen Diavortrag mit allerlei Hintergrundwissen über die unterschiedlichen Geschäftsmodelle des Rotlichtviertels. Erst jetzt habe ich wirklich verstanden, wie so ein Bordell funktioniert, und welche Rituale es einer Animierbar einzuhalten gilt. 
Anschließend gab es eine leckere Currywurst mitten im Kiez, gefolgt von einem Backstage Besuch im Puff. Wir waren in der Kantine und konnten dem Bordellbetreiber aus dem Balkan alle Fragen stellen, die man eben so hat, wenn man auf der anderen Seite des Mainufers wohnt. Es gab Einblicke in die aktuelle Preisentwicklung und die scheinbare Normalität, die in dieser Welt existiert. Ob dem allem so ist, ob es wirklich so harmlos ist, ich weiß es nicht. Ich war jedenfalls sehr froh, das Haus anschließend wieder verlassen zu können. Nach dem Gespräch konnten wir noch die Sicherheitszentrale besichtigen, wo wir auf den zahlreichen Überwachungsmonitoren Zeuge wurden, wie die zumeist sehr jungen Männer, in Verhandlung mit den leicht bekleideten Damen traten. 

Später haben wir dann noch zwei der sogenannten Animierclubs besucht. Wir wurden überall freundlich empfangen, durften echten Poledancerinnen zuschauen (wirklich sehr beeindruckend, mit welcher Leichtigkeit man sich an einer solchen Stange bewegen kann!) und es gab sogar einen echten Männerstrip zu sehen. Holla die Waldfee. Es war auf jeden Fall hochinteressant, dem Treiben direkt zuzuschauen, wie sich die Männer von den blutjungen Damen einlullen lassen, nur um dann für ein paar Minuten ins Separée zu dürfen, alles in allem für eine Flasche Schampus, die je nach Lust und Laune zwischen 300 und 1000 Euro kosten kann. Verrückte Welt. 

Gegen Mitternacht verließen wir fröhlich das bunte Ambiente über den Holbeinsteg, in unsere kleine, immer ruhiger werdende Parallelwelt. Schon komisch, zu wissen, daß Abend für Abend in unmittelbarer Nähe von uns immer der gleiche Film abgeht. 

Fazit: Die Tour ist uneingeschränkt empfehlenswert, es hat großen Spaß gemacht. 

Himmel über FFM

Au Backe. Heute morgen, als ich das Haus verlassen habe, tösten die Hubschrauber über den Frankfurter Himmel und es roch nach verbranntem Plastik. Die ganze Woche schon mußte man sich auf Verkehrsbehinderungen im Frankfurter Stadtbereich einstellen und heute scheint es dann richtig dicke zu kommen.
Naja, die Fahrt in die Kurstadt war eigentlich recht entspannt. Etwas mehr los auf der A5 in beiden Richtungen, ansonsten ging es. Heute Abend hätte ich eigentlich einen Termin um 6 in der Stadt, um dann später um 7 heimzukommen, müßte ich einmal quer durch. Kann sein, daß ich mir das heute erspare. Ich verfolge einfach weiter die Tickermeldungen.

Unser kleiner Weekend-Getaway scheint nun auch schon wieder eine Ewigkeit her. Ich habe Sehnsucht nach dem blauen Meer *schnüff*. Und die harte Realität des Büroalltags hat mich in seiner vollen Dimension schon wieder komplett eingesaugt. Lustig ist das gerade nicht.

Aber der Tag heute ist definitiv viel zu schön, um sich über solche Kinkerlitzchen zu ärgern!

Nacht der Sterne

Gestern Abend durfte ich mit meiner Freundin C. mein Geburtstagsgeschenk einlösen. Ein Konzert der wirklich wundervollen, wundervollen Stars. Die kanadische Band gehört seit vielen Jahren zu meinen absoluten Lieblingsbands, es gab Zeiten, da lief in meiner fahrbaren Jukebox nichts anderes. Der Harmoniegesang der beiden macht es so speziell, die Lieder sind zum Weinen schön, mal tanzbar, mal traurig und immer mit schönen Texten.
 
 
Einen persönlichen Erfolg konnte ich darin verbuchen, daß ich es geschafft habe, ganz alleine zur U-Bahn zu dappeln und dann von der Hauptwache über die Zeil ins Zoom … und natürlich wieder zurück. Nachdem das Füßlein doch schmerztechnisch immer noch Probleme beim Laufen bereitet, war dies ein echter Durchbruch. Das macht auf jeden Fall Hoffnung für das Wochenende, wo wir uns ja zwangsläufig etwas mehr bewegen werden.