Wanderung zur Anse Major

Mitten in der Nacht, bzw. seeehr früh am Morgen stupste mich mein Gemahl und säuselte mir ins Ohr, dass ich das bestimmt sehen wolle. Ich drehte mich also um und aus dem grossen Fenster sah man einen leuchtenden Himmel hinter den Hügeln auf der anderen Seite der Bucht. Sonnenaufgang, direkt aus dem Bett zu beobachten, das hatte ich bisher auch noch nicht. Dazu das Meeresrauschen und ich war schlagartig wach und viel zu aufgeregt, um noch weiterschlafen zu koennen. Ich tapste in die Küche und braute uns einen frischen Filterkaffee.

Noch vor dem Frühstück sind wir eine Runde schnorcheln gegangen. Ganz einfach weil wir es koennen ;-) und weil es so schön ist.

Danach ging es mit dem Auto in etwa 10 Minuten zum Startpunkt einer kleinen Wanderung, die uns Kai ausgesucht hatte. Sie führt oberhalb der Küste entlang in etwa eineinhalb Stunden zu einem kleinen Strand, der Anse Major.

Der Weg war wunderschön. Nach einem ganz kurzen geteerten Weg ging es direkt rauf in die Natur. Ein schmaler Pfad führte bergauf und bergab über teilweise größere Steine und Wurzeln, teilweise ganz gerade, durch eine kleine Höhle, aber fast immer entlang des blauen Ozeans. Zwischendurch gab es Hinweisschilder auf die endemische Seychellen Flora. Die Farben haben mich dabei am meisten fasziniert, das Anthrazit der Granitfelsen im Kontrast zum leuchtenden Grün der Pflanzen und dem absolut gigantischen Aquamarinblau des Meeres. Wahnsinnig schoen und dennoch auch extrem schweisstreibend. Immer mal wieder ging es steilere Passagen hinauf in der prallen Sonne.

Irgendwann tauchte dann der kleine Strand am Horizont auf und man durfte sich schon von weitem auf das Bad im Meer vorfreuen.

Zur Anse Major gibt es nicht viel anderes zu sagen, als was ich schon vorher erwaehnt habe. Die Strände auf den Seychellen zählen nicht umsonst zu den schönsten auf dieser Welt. Und ich persönlich kann das nur bestätigen.

Das Wasser hat eine durchschnittliche Temperatur von ca. 26 Grad und kostet keinerlei Überwindung, direkt in die Fluten zu springen. Man kann ewig drinbleiben und ich fühle mich an meine Kindheit erinnert, als man mich nur schwer aus dem Wasser holen konnte. Hinter dem Strand gab es eine kleine Bar, an der es fuer mich eine Kokosnuss und fuer Kai ein eiskaltes Seybrew gab. Herrlich.

Irgendwann stand der Rückweg an, vor dem gruselte es mich ein wenig, da wir zum Schluss des Hinweges naturgemäß nur bergab gelaufen sind. Aber es hilft ja nix und so marschierten wir los. ES WAR HEISS. ANSTRENGEND. SCHWEISSTREIBEND. Ich schwitze ja normalerweise nicht so besonders viel, aber hier war ich in minutenschnelle getränkt. Kai ist vorher noch in voller Montur ins Meer gegangen und schwärmte mir von der idealen Kühlung vor. Kurz vor einer kleinen Hitzepanik war eine kleine Quelle mit kaltem klaren Wasser. Ganz wundervoll erfrischend war das, wir füllten unsere leeren Wasserflaschen und ich gönnte mir eine Ganzkörperdusche und hielt die Füße ins Wasser.

Die Bilder können hoffentlich bestätigen, wie schön dieser Tag war. Wer das Glück hat, auf Mahé zu verweilen, dem sei diese kleine zauberhafte Wanderung zur Anse Major wärmstens empfohlen. Wichtigste Utensilien, Wasser und ausreichend Sonnenschutz.

Zimmer mit Meerblick

Nachdem wir am Mittwoch morgen noch ein letztes Mal im Pool schwimmen waren und das Frühstück auf der Terrasse genossen haben, ging es in einer knapp 30 minütigen Fahrt quer über die Insel nach Beau Vallon.

Dort wurden wir wieder freundlich empfangen und wurden direkt in unser kleines Appartment in den ersten Stock geführt. Ich war mal wieder sprachlos. Die Sache mit dem Meerblick ist ja immer relativ, manchmal muss man den Kopf weit aus dem Fenster halten, zur Seite drehen, um in einiger Entfernung ein Stück des blauen Ozeans zu erkennen. Aber hier ist das nicht so. Gleich mehrere bodentiefe schiebetüren gaben den Blick auf eine lamggezogene Bucht frei und man hörte die Wellen sanft rauschen. Glücksfall. Schon wieder. Der neue Hauswirt lächelte und freute sich über meine Reaktion.

Wir haben uns fuer die nächsten 3 Tage im Surfers Cove eingemietet. Hier gibt es insgesamt 4 Apartments und unseres hat einen grossen Wohn-/Küchenbereich, ein grosses Schlafzimmer und ein schönes Bad mit riesiger bodengleicher Dusche.

Wir konnten es kaum abwarten, unsere Badesachen anzuziehen und runter ans Meer zu gehen. Es gibt hier zwar keinen richtigen Sandstrand, aber dafuer ist es leicht felsig, und der Boden des klaren Wassers ist übersät mit Korallen und Grünpflanzen.

Netterweise hat man hier eine Kiste mit Schnorchelzeug bereit gestellt, wo man sich einfach bedienen darf. Also packten wir jeder ein paar Flossen, Schnorchel und Taucherbrille und dann ging es los. Während Kai es einfach leichter von der Hand bzw. vom Fuss fing, hatte ich Mühe, die viel zu engen Gummiflossen anzuziehen. Irgendwann schaffte ich es dann doch und watete etwas ungelenk durch das noch seichte steinige Gewässer. Hätte ich mich beobachten koennen, dann hätte es sicher einiges zu lachen gegeben.

Aber es war die Mühe wert und plötzlich entdeckte man immer mehr leuchtend bunte Fische, türkis, gelb, blau, grün, gestreift, mit Punkt, zweifarbig oder ganz bunt. Eine wunderschöne Welt und man muss einfach nur zuschauen.

Es war tatsächlich recht anstrengend und ich war schon ein bisschen müde, als Kai mich auf einen Spaziergang in den Ortskern von Beau Vallon ueberredete.

Wir liefen erst ein bisschen am Strand entlang und nach etwa 10 minuten kam dann tätsächlich der erste überfüllte Abschnitt, den ich auf den Seychellen bisher gesehen habe. Gar nicht mal so schön, aber irgendwo muessen sie ja alle sein, die vielen Touristen. Ansonsten sind die Traumstraende nämlich alle faszinierend leer.

Den Ortskern gab es irgendwie nicht so richtig, also kehrten wir um, kauften im Supermarkt noch ein paar hochpreisige Lebensmittel fuers Abendessen und gingen langsam zum gemütlichen Teil des Tages über.

Sandfloh und Kokosnuss

Heute ist schon wieder Abreisetag, ganuergesagt ist es ein Weiterreisetag. Ich sitze gerade auf der Terrasse vor unserem kleinen Bungalow mitten im Grünen und sanft im Hintergrund kann man das Konzert der einheimischen Vögel zu geniessen. Wie immer auf unseren Reisen fällt mir jeder Abschied ein bisschen schwer (nur ein gaaanz kleines bisschen). Im Kokogrove Resort oberhalb des Örtchens Anse Royal hat es uns auch mal wieder besonders gut gefallen. Dazu gleich noch mehr.

Gestern haben wir eine ausgiebige Strandrundfahrt gemacht. Diese begann an der Westküste mit der Anse Baie Lazare. Wir fanden gleich einen Platz zwischen einer der für die Seychellen typischen Granitfelsen und als wir dort unsere Sachen in einem schattigen Fleckchen abgelegt haben, hat mich erst mal wieder ein kleiner Glücksschauer übermannt, ich habe direkt eine Runde geheult. So wunderschön war es dort. (Rosamunde Pilcher Modus aus!)

Das kristallklare Wasser und der weisse Sand ließen alles türkisblau erscheinen. (sorry, ich kriegs nicht ohne Kitsch hin ;-)

Wie in einer grossen Badewanne sitzt man also im Wasser und kann von oben die Fische beobachten, wie sie zwischen den Korallen und dem Grün ihre Bahnen ziehen.

Als nächstes sind wir weiter zum Takamaka Strand gefahren, wo wir eine Mittagspause in einem netten Lokal gemacht haben und ich einen sehr schmackhaften Avocadosalat gegessen habe.

Von dort ging es dann zu einem der „als schönster Strand“ der Hauptinsel Mahé angepriesenen Abschnitte, der Anse Intendance. Wobei das alles relativ ist, wirklich hässliche Strände habe ich bisher nämlich noch nicht gesehen. Bisher hatte jede noch so kleine Bucht mit ihren Kokospalmen, den Granitfelsen und dem weißen Sand mit türkisblauem Wasser das Potenzial als Fototapete in den Schlafzimmer der 80er Jahre verklebt zu werden. Es ist wirklich traumhaft.

Mittlerweile war es schon wieder 5 Uhr, als wir auf dem Heimweg noch ein paar kleine Einkäufe gemacht haben und an einem der vielen Obsstände entlang der Strasse frische Mangos und Minibananen gekauft haben.

Für den Abend hatten wir dann sogar Pläne, unsere Wirtin wollte für alle Gäste kochen. Wow, umsonst, einfach so, aus purer Gastfreundschaft. Gegen halb sechs wurde der Kohlegrill angeworfen, der aus einem halb aufgeschnittenen Metallfass mit Gitterrost bestand.

Es gab fangfrischen Barracuda und Red Snapper, direkt morgens vom Markt in Victoria geholt. Dazu gab es Süßkartoffeln und mindestens ein halbes Dutzend sehr schmackhafte Salate. Alles war so lecker und wir Gäste waren fast alle ein bisschen fassungslos über unser Glück, so ein tolles lokales Essen in netter Runde geniessen zu dürfen. Wie gesagt, einfach so. Die Besitzerin der Anlage heisst Lise, sie ist eine waschechte Seychelloise und unfassbar nett, offen und fürsorglich. Man merkt ihr die Leidenschaft für ihren Job and und solche Menschen beeindrucken mich ja sowieso immer sehr.

Wir sassen noch lange draussen zusammen in netter Runde, haben uns angeregt mit den anderen Gästen unterhalten und stellten fest, dass das junge Pärchen mit den beiden Kindern gerade aus dem gleichen Hotel auf Praslin kamen, in dem wir nächste Woche absteigen werden.

Erkenntnis des Tages: auf den Seychellen wird man vor zwei Dingen gewarnt: Herabfallenden Kokosnüssen und Sandflöhe an manchen Stränden. Ich nehme diese Warnungen sehr ernst, denn wenn einem auf dieser Insel eine Kokosnuss auf den Kopf fällt, dann kann das nur mir passieren ;-)

Jardin Du Rois

Montag morgen mit Kaffee auf der schattigen Terrasse mit Vogelgezwitscher und dem Wissen, dass dies der erste Tag im Urlaub ist. Ein schönes Gefühl. Die Nacht war angenehm und der lange Schlaf hat die Batterien wieder aufgefüllt.

Nach dem Fruehstueck sind wir direkt die kleine Strasse weiter nach oben gelaufen, zum Jardin du Roi, dem Königsgarten. Eine schöne weitläufige Anlage in der man einige endemische aber auch viele andere tropische Pflanzen bewundern konnte.

So verbrachten wir einen schönen Vormittag zwischen Vanille- und Zimtpflanzen, Muskatnussbäumen und Zitronengrasbüscheln. Besonders angetan haben es mir die Kaffir Limetten, ein Blatt zwischen den Händen zerrieben, steigt einem sofort der angenehme Zitrusduft in die Nase. Zum Kochen sind diese Blätter ganz besonders gut geeignet, sie geben vielen asiatischen Gerichten die besondere Note. Hätte gerne ein paar abgerupft, habe ich natuerlich nicht gemacht.

Es gab dort ein nettes Lokal, wo ich mir ein kleines Salätchen gegönnt habe. Kai und ich haben da total unterschiedliche Ernährungsansätze. Er frühstückt morgens ausgiebig und scheint die Nahrung irgendwo zwischenzulagern, ich hingegen esse da nur eine Kleinigkeit und brauche dafuer immer zum Lunch eine kleine Stärkung. Das Lokal war jedenfalls sehr süss und als wir neugierig nach der Frucht im Baum vor uns fragten, bekamen wir nicht nur erklärt, dass es sich um einen Goldenen Apfel handelt, sondern auch direkt ein Schälchen mit der frisch geraspelten Frucht zum Probieren. Die Rechnung wurde mit Hibiskusblueten garniert und das Bezahlen mit den wunderschönen bunten Banknoten tut dann auch gleich ein bisschen weniger weh.

Teuer ist das hier nämlich, also hochpreisig, um es vornehm auszudrücken. Sowohl in den Lokalen, als auch in den Märkten ist das Preisniveau weit oben angesiedelt. Teurer als bei uns zuhause. Auf den Inseln zahlt man mit der Seychellen Rupie und bei aktuellen Kurs entsprechen 100 Rupien etwa 7, 50 Euro.

Nach einer kurzen Mittagspause sind wir runter in den kleinen Ort Anse Royal gefahren. Dort waren wir am gleichnamigen Strand und haben das erste Mal im indischen Ozean gebadet. War das schön, das Wasser ist kristallklar und so warm, man kann es stundenlang darin aushalten.

An einer kleinen Beach Bar dann der perfekte Strickmoment. Es gab eine riesige Pina Colada und die fantastische Aussicht auf den Strand mit schönem Abendhimmel. Da wir an der Ostseite der Insel waren gab es zwar keinen Sonnenumtergang, aber wie auf Knopfdruck erschien als Ausgleich ein fetter Vollmond am Firmament. Ein wirklich ganz wundervoller erster Urlaubstag neigte sich langsam dem Ende.

Der Weg ins Paradies

Donnerstag Abend bekamen wir von der Airline (Suisse) eine Nachricht, dass unser Flug gestrichen wurde. Na prima, und jetzt? Ich war traurig, denn so sehr hatten wir uns auf die Reise gefreut. Etwa zwei Stunden spaeter kam aber bereits die Mitteilung, dass wir auf Ethiopian Air umgebucht wurden und ueber Addis Abeba fliegen werden. Da war die Vorfreude wieder hergestellt.

Der erste Flug ging erst um halb zehn am Samstag Abend los und so verbrachten wir den Tag gemütlich zu Hause mit packen und Wohnung aufräumen und so weiter.

Gegen sechs sind wir schon zum Flughafen aufgebrochen, weil wir noch keinen Sitzplatz reservieren konnten (Umbuchung) und die Maschine laut Sitzplan ziemlich voll war. Nachdem wir endlich die langen Schlangen beim Einchecken und der Sicherheitskontrolle hinter uns gelassen haben, ging alles ganz schnell. Das Boarding begann etwas frueher als erwartet und schon bald sassen wir einigermaßen passabel im Flugzeug und nahmen das InScreen Entertainment System in Augenschein.

Ethiopian Air war prima, gutes Essen and Bord, akzeptabler Sitzabstand und ein großer Bildschirm mit zahlreichen Filmen. Zwei davon habe ich mir angesehen. Zwischendurch bin ich immer wieder eingedoest und auf einmal waren wir schon in der Äthiopischen Hauptstadt angekommen. Als grösste Airline Afrikas gilt Addis Abeba als zentrales Drehkreuz und selten habe ich einen so vollen Flughafen gesehen.

Um halb zehn morgens startete die zweite Maschine pünktlich zu unserem Ziel mitten im grossen indischen Ozean.

Der Flug dauerte zwar auch knapp vier Stunden, war aber ebenso recht kurzweilig. Nach einer längeren Strecke auf der man vom Fenster aus nur Wasser sehen konnte, tauchte sie dann endlich auf, die kleine Inselgruppe der Seychellen. Seufz.

Am Flughafen gab es zunächst mal wieder eine lose Abfolge scheinbar willkürlich aneinander gereihter Einreiseformalitäten zu erledigen. Wobei wir noch Glueck hatten, denn direkt hinter uns landeten zwei grosse Flieger von Emirates und Qatar.

Draussen dann etwas Verwirrung mit dem Mietwagen … weil Kai zwar dem Vermieter mitgeteilt hat, dass wir spaeter ankommen, dieser es aber verpasst hat, die gleiche Information an den entsprechenden Mitarbeiter weiterzuleiten. So war der zwar wieder am Flughafen, weil er noch andere abgeholt hat, der Wagen war aber schon wieder weg.

So wurden wir erstmal ganz nach oben in den Norden der Insel gebracht, um dann von dort unseren kleinen Kia zu übernehmen. Wir waren muede und beide etwas angespannt als Kai später das Auto im Linksverkehr zu unserer ersten Unterkunft gebracht hat. Mittlerweile war es fuenf Uhr, als wir endlich in unserem kleinen Paradies mitten im Grünen angekommen sind.

Wir haben uns ein kleines Huettchen etwas oberhalb in den Wäldern gelegen angemietet. Das Kokogrove besteht aus nur 3 Chalets, hat einen Pool und liegt wirklich mitten in der Natur. Die Vögel flattern überall umher und zwitschern dabei so laut, dass ich unbedingt wieder meine Vogelstimmenapp zum Einsatz bringen muss.

Von der Wirtin wurden wir sehr freundlich in Empfang genommen und bekamen alles notwendige gezeigt. Ein kleines Appartment mit eigener Terrasse, einer Küche, Bad und Doppelbett. Sehr gemütlich.

Bevor wir endlich zum entspannten Teil des langen Reisetages ueber gehen könnten, mussten wir noch ein bisschen was fuers Fruehstueck und zum Abendessen holen. Selbstverpflegung ist angesagt. Wir fuhren kurz runter in einen kleinen Shop und versorgten uns mit dem nötigsten. Ein paar Flaschen „Seybrew“ mussten auch mit.

Danach ging es schnellstmöglich in den Pool, der absolute Badewannentemperatur hatte. Erfrischend war es trotzdem. Apropos, hier ist es uebrigens sehr heiss.

Das ist vor allem bemerkenswert, weil wir ja gerade aus dem deutschen Kühlschrank kommen. Aus dem Flieger gestiegen bin ich mit Socken, Schal und langem Pullover. Direkt auf der Gangway dann die Wand aus tropischer Hitze und Luftfeuchtigkeit. Als wuerde man direkt vor einem Heissluftfön stehen. Gut dass ich den Lagenlook schon vor Abflug so konzipiert hatte, dass ich direkt reagieren konnte.

Am Abend haben wir (hat Kai) noch Nudeln gekocht und wir hatten beide Mühe, die Augen auf zu halten. Um 8 ging daher zeitig ins Bett, mit Klimaanlage. Ein Hoch auf diese technische Errungenschaft.

That’s a wrap

Wir sitzen gerade im Flugzeug irgendwo über Europa. In etwa einer Stunde landen wir wieder auf eiskaltem deutschen Boden. Brrr, schon bei dem Gedanken daran fröstelt es mich.

Gestern hatten wir noch mal einen schönen Tag in Marrakesch. Wir wollten eigentlich in die berühmten Majorelle Gärten, aber die Warteschlange am Kassenhäuschen hielt uns davon ab. Stattdessen sind wir in Richtung der Medina gelaufen und haben uns noch ein bisschen in den Souks verirrt. Wir haben wieder ganz neue Orte entdeckt, die wir noch nicht kannten. Das hat Spass gemacht. In diesen Souks bekomme ich immer wieder das Gefühl, als seien dort sämtliche Gesetze von Raum und Fläche ausser Kraft gesetzt, wie kann es sonst sein, dass man ständig auf kleine Seitenarme trifft, die jede eine eigene Welt in sich sind.

Zwischendurch gab es einen letzten Pfefferminztee, viel mehr hat mein Magen gestern wieder nicht runtergebracht. Fieser kleiner Darmbewohner, jetzt bitte mal herausspaziert. Am Abend waren die Bauchschmerzen so heftig, dass ich kaum einschlafen konnte. Heute ist alles wieder einigermaßen ruhig. Habe mich im Flieger aus Sicherheitsgründen dennoch nah am Gang platziert ;-)

Als heute morgen um zwanzig nach 4 der Wecker klingelte war ich so unfassbar müde, dass ich uns geschworen hatte, nie wieder in den Urlaub zu fahren ;-)

Ansonsten lief alles glatt, am Flughafen das übliche Schlangestehen, zuerst bei der security, dann bei der Einreise, dazwischen wahllos ausgewählte Standorte, an denen nochmals Pass oder Bordkarte gezeigt werden mussten.

Ich freue mich auf zuhause, auf unsere Kätzchen, auf die Vorweihnachtszeit und die Gemütlichkeit, auf Bratwurst und Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt und natuerlich auf das Schwelgen in Reiseerimnerungen und die Vorfreude auf die nächste grosse Reise im März.

Bis dahin, herzlichst Eure Gaby

Inshallah!

Es ist Samstag, der 19. November, das bedeutet heute ist leider schon wieder der letzte Tag unserer wundervollen Reise durch Marokkos Süden. Die letzte Woche verging dabei natuerlich gefühlt ungleich schneller als die erste, aber das gehört zu den Gesetzen des Reisens.

Wir habe die gesamte Woche in Essaouira verbracht, einem wunderschönen Küstenort am Atlantik. Wir waren ein paarmal am Strand, haben tolle Sonnenuntergänge bestaunt, sind sind durch die Strassen der Altstadt geschlendert und haben lecker gegessen.

Apropos Essen, das bringt mich direkt zum eigentlich „Höhepunkt“ der gesamten Reise, genauergesagt meinem persönlich Tiefpunkt.

Alles begann am Mittwoch Morgen mit einem leichten Grummeln im Magen, mir war ein bisschen übel, aber ich habe noch gefrühstückt und sogar Kaffee getrunken. Direkt danach begann Montezumas Rache mit seinem Programm. Eigentlich wollten wir den Tag in einem Nachbarort verbringen und dort mit dem Bus hinfahren. Aber mir war so gar nicht nach Busfahren, und schon gar nicht wollte ich die sichere Entfernung zu einem sauberen Bad aufs Spiel setzen.

Ich legte mich ins Bett und irgendwann wurde es mir so übel, dass ich merkte, dass sich die Magensäfte auch in Richtung Kopf formierten. Ich schleppte mich ins Bad, wo ich dann auf dem kalten Terrakottaboden das Bewusstsein verlor. Als ich wieder zu mir kam, war Kai schon in heller Aufruhr, legte mir abwechselnd kalte Lappen aufs Gesicht, während er mit einem anderen Lappen den Fussboden aufwischte 🙈

Zurueck im Bett wurde es eigentlich stündlich schlechter. Mir ging es hundsmiserabel. Kai hatte in der Zwischenzeit schon in der Apotheke ein Medikament gegen Übelkeit besorgt, das half aber gar nichts.

Am späten Nachmittag wollten wir einen Arzt rufen, wir hatten ja keine Ahnung, welche Welle wir damit losbrachen. Anstatt eines Arztes kam ein Ambulanzfahrzeug und ich konnte mich den Dingen nur noch fügen. Zum Widersprechen war ich ohnehin viel zu schwach.

Ich wurde auf eine Krankenliege gelegt, auf der in zunächst aus dem verwinkelten Riad getragen wurde. Draussen rollerte dann das umgefederte Gestell mit lautem Scheppern durch die engen Gassen der Medina. Ich hielt die Augen geschlossen und wollte gar nicht wissen, wieviele das Schauspiel neugierig beäugten. Als die Strasse breit genug war, wurde ich in den Krankenwagen verfrachtet und mit Blaulicht!! 😱 🙈 in ein privates Krankenhaus gefahren.

Dort wurde ich unter den Blicken zahlreicher Schaulustiger direkt in die Notaufnahme verfrachtet, wo ich dann in ein Krankenbett umsteigen durfte. Ich sags mal so, alleine war ich dort nicht. Der gesamte Raum war voller Betten, ich war umringt von Menschen, die mich besorgt ansahen. Eine Hotelangestelle hatte uns auch begleitet, um gegebenfalls zu übersetzen. Da lag ich also nun, im gleissemdem Neonlicht, ohne jegliche Privatsphäre, ein dünnes Laken über mir. Neben mir wurde mit lautem Getöse ein Gips gesägt und mir war immer noch furchtbar schlecht.

Schließlich kam ein Arzt, der englisch sprach und zunächst versuchte, jeglichen Corona Verdacht auszuräumen. Schnell hat er aber festgestellt, dass ich mir wohl nur den Magen verdorben hatte. Ich wurde an den Tropf gehängt und bekam damit auch endlich ein Mittel gegen die grässliche Übelkeit verabreicht.

Ich dachte nur immer, hoffentlich muss ich die Nacht nicht hierbleiben. Irgendwann bekam ich sogar noch den Bauch geschallt. Als dort außer ganz viel zusätzliche Luft nichts zu finden war, und vor allem als endlich der Tropf durchlaufen war, durfte ich gehen. Auf den eigenen zwei Beinen. Mir war immer noch schwindlig, aber ich ließ mir nichts anmerken, damit bloss keiner auf dumme Gedanken kam.

Ein Taxi brachte uns zurück vor die Tore der Medina. Mittlerweile ist es Nacht geworden. Wir mussten noch kurz zur Apotheke fuer ein paar Elektrolyte und sonstige Medikamente, bis ich dann endlich, todmüde aber in deutlich besserer Verfassung zurück ins weiche Hotelbett durfte.

Im Nachhinein mag die ganze Aktion leicht übertrieben gewesen sein, aber ich war doch froh über die stärkere Medizin, denn schon am nächsten Tag ging es mir deutlich besser.

Am Donnerstag war ich noch sehr wackelig auf den Beinen und wir haben es ruhig angehen lassen. Kai hat alleine seine Runden gezogen, während ich viel geschlafen habe. Am Abend habe ich sogar wieder etwas Cous Cous mit gedämpften Gemüse runtergebracht.

Freitag war schon wieder fast alles normal. Richtig Appetit hatte ich immer noch nicht, aber wir waren nochmal am Strand, haben einen letzten Sonnenuntergang genossen. Zum Abschluss habe ich noch eine bunt gestreifte Webdecke gekauft, da im Koffer immer noch Platz war ;-) Ich habe sogar richtig ordentlich gehandelt, da das auf Marokkos Märkten so üblich ist. Dazu gab es zuvor wertvolle Hinweise unserer Reiseleiterin. Immer erst mal die Hälfte anbieten ist keine schlechte Taktik.

Am Abend waren wir nochmal draussen ums Eck in einem netten Lokal, wo Kai gebratene Tintenfischringe und ich einen halben Teller Spaghetti verspeist habe. Die ganzen orientalische Speisen und Gerüche, die ich sonst so liebe, wollen im Moment noch nicht an mich. Aber das wird sich hoffentlich bald wieder ändern. Inshallah!!!

Rundreiseblues

Am Sonntag wachte ich schon morgens mit einer gewissen Seelenschwere auf, denn heute sollte uns die Gruppe verlassen. Doch das Frühstück hielt noch eine besondere Überraschung bereit. Einer unsere Mitreisenden hatte seiner Freundin beim morgendlichen Sonnenaufgang am Strand einen Antrag gemacht. Das war eine Freude und so ein schöner Abschluss dieser einmalige Zeit. Stolz bekamen wir den fetten Verlobungsring gezeigt. Ich erinnere mich noch so genau an den Tag, an dem Kai mir den Antrag gemacht hat. Erinnerungen wurden wach und wir feierten die frisch verlobten. Nach dem Frühstück folgte ein kleiner Spaziergang in der Stadt bis wir uns gegen eins alle nochmal im Riad trafen. Wir übergaben unserer tollen Reiseleiterin einen dicken Umschlag mit dem gesammelten Trinkgeld und es gab einige Tränen. Die Gruppe hat so wundervoll zusammengepasst und es gab keine Miesepeter oder ewige Zuspätkommer. Ich glaube es Mariam sofort, wenn sie sagt, dass sie selten so eine unkomplizierte Gruppe mit einer solch positiven Energie gehabt hat.

Kai und ich ließen unser Gepäck im Riad und begleiteten die anderen noch zum Bus. Dort sollte die Gruppe noch eine Nacht in Marrakesch verbringen, bevor sich tagsdrauf ihre Wege wieder in alle Himmelsrichtungen zerstreuen würden.

Ein paar Fakten zur Rundreise:

Die Tour nannte sich „South Moroccan Discovery“, der Veranstalter heißt Intrepid Travel. Insgesamt gab es 9 Übernachtungen inklusive Frühstück. Die Reise startete in Marrakesch und führte südöstlich in Richtung Atlasgebirge, Sahara bis ans Meer nach Essaouira. Das Programm war abwechslungsreich und hat grossen spass gemacht. Die Fahrten wurden im Wesentlichen mit einem Kleinbus durchgeführt, wobei Kai und ich immer eine Reihe fuer uns allein hatten. Wir waren 12 Reisende, unsere Reiseführerin und der Busfahrer. Insgesamt hat uns die Reise 650 Euro pro Person gekostet. Himzu kamen natuerlich noch die Trinkgelder und die persönlichen Ausgaben. Die Unterkünfte waren sehr vielfältig und reichten vom einfachen Zelt in der Sahara bis zum feudalen Riad mit Pool und großzügigen Gärten.

Abschließend können wir mit gutem gewissen sagen, dass wir eine solche Rundreise sicher nochmal machen werden. Den Veranstalter Intrepid können wir mit gutem Gewissen weiter empfehlen.

Hammamtag

Samstag morgen wurden wir um 9.00 Uhr von Rashida abgeholt. Eine Einheimische, die uns ihre Stadt zeigen wollte. Wir liefen vor zum Fischerhafen, wo bereits geschäftiges Treiben herrschte und der Tagesfang an zahlreichen Verkaufsständen angeboten wurde. Die eigentlich Schau waren jedoch die Möwen, welche zu hunderten laut kreischend die ankommenden Fischerboote umkreisten, um hin und wieder eine frisch gefangene Sardine aus den Kisten zu klauen. Dazwischen streiften die Katzen umher auf der Suche nach Frühstück.

Weiter ging es dirch die Altstadt, vorbei am Gewürzmarkt, wo wir unsere Nasen in einige Schraubgläser halten durften. Wir bekamen noch eine Stelle gezeigt, an der die Einheimischen ihre Gewürze kaufen. Dort gibt es unter anderem das wundervolle Raz El Hanout, eine Mischung aus ca. 25 verschiedenen Kräutern und Gewürzen, welches ein absolutes Markenzeichen der marrokanischen Küche ist. Etwas mehr als 100 gramm bekommt man fuer umgerechnet 1 Euro. Kannste nix sagen ;-)

Der Rundgang war wirklich schön und irgendwie besonders fuer uns, weil wir ja im Anschluss an die Rundreise noch fast eine Woche in Essaouira bleiben.

Nachmittags ging es dann in ein Hammam, welches ebenso fester Bestandteil der marrokanischen Kultur ist. Kai und ich hatten einen eigenen Raum mit Marmorliegen, in denen wir zunächst mit Dampf relaxen durften. Anschließen dann die eigentlich Prozedur, eine Einreibung mit der berühmten schwarzen Seife und ein anschließender sehr intensiver Bodyscrub. Berührungsängste sollte man nicht haben, denn keine Stelle blieb unberührt, und wenn ich sage „keine Stelle“ dann meine ich es auch so ;-)

Zum Abschluss gab es noch eine einstündige Massage mit Arganöl und unsere Haut fühlte sich am Ende an wie ein frisch eingecremter Kinderpopo. Es war eine wundervoll entspannende Erfahrung und ist uneingeschränkt empfehlenswert.

Ab ans Meer

Unser vorerst letzter richtiger Rundreisetag begann wie immer mit dem Frühstück, welches in den letzten Tagen fast ausschließlich aus Baguette, Honig, Pfannkuchen und Kaffee bestand. Hin und wieder gab es einen Joghurt oder ein hartgekochtes Ei. Der Abschied aus dem Riad Hida fiel schwerer als sonst, weil es dort einfach so wunderschön war. Ausserdem hatte mich eine kleine Katze in Beschlag, die sich richtig an mir festgekrallt hat, als ich sie wieder auf den Boden setzen wollte. Zu den Katzen werde ich an anderer Stelle noch etwas mehr schreiben. Die haben eine besondere Erwähnung verdient.

Weiter ging die Fahrt in Richtung Atlantik. Auf dem Weg dorthin machten wir Halt an einer Kooperative, in der das wertvolle Arganöl hergestellt wird. Dabei wird die Nuss zunächst von der Schale befreit, und danach nochmals aufgespalten, bis nur noch eine Art Mandel übrig bleibt. Unbehandelt wird diese Frucht dann gepresst und daraus wird das wohlriechende Öl gewonnen, welches in seiner reinen Form fuer Kosmetik aller Art Anwendung findet. Wird die Mandel zuvor geröstet entsteht daraus ein leckeres nussiges Öl, welches z. B. zum Salat gegessen werden kann. Es schmeckt ein bisschen wir Kürbiskernöl. Sehr sehr lecker.

Kurz vor der Ankunft am Meer hielten wir nochmal an einem Supermarkt, um für ein Picknick am Stand einzukaufen. An einem Obststand kamen noch die süßen und festen kleinen Bananen hinzu und die absolut leckersten Granatäpfel, die ich jemals gegessen habe.

Danach folgte dann das Highlight des Tages, wir errichten etwas oberhalb von Agadir einen weitläufigen Strand am blauen atlantischen Ozean.

Es war eine Wohltat, den Wüstensand gegen salziges Wasser einzutauschen. Ausnahmslos alle aus der Gruppe genossen das Bad im Meer, obwohl die Wellen durchaus hoch waren. Wie scheinbar alle Atlantikküsten überall war auch diese wieder ein Paradies für Surfer. Der Strand ist recht ursprünglich und erinnert an die vielen Strände an der Westküste der USA.

Schließlich folgte die letzte Etappe mit dem Kleinbus und wir fuhren am Meer entlang bis nach Essaouira. Es dämmerte schon, als der Bus vor den Toren der Medina hielt. Es war eine besondere Atmosphäre, denn die Luft war neblig diesig und die Stadt war in sanftes Licht getaucht. Ein magischer Moment.

Schnell wurde das Gepäck auf zwei Karren verladen und wir liefen durch die Altstadt in unser Riad fuer die letzten beiden Nächte der Rundreise. Das Chakir Mogador kommt wieder mit ganz viel marrokanischem Flair daher. Wir verteilen uns auf unsere Zimmer, bevor es dann zum leckeren Abendessen ans andere Ende der Altstadt geht. Wir freuen uns ueber den schönen Tag und dass wir ja noch den ganzen Samstag zusammen sind.